212 Millionen Euro Verbindlichkeiten
Deutschlands größter Renault-Händler ist insolvent

| Redaktion 
| 02.09.2026

Die Autohausgruppe König hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind 82 Standorte und rund 1.200 Beschäftigte. Der Berliner Autohändler galt als Deutschlands größter Renault-Händler und wichtiger Partner von Stellantis. Nun geht es um die Zukunft eines Unternehmens mit 18 Automarken und rund 12.000 Fahrzeugen im Bestand.

Die Dimension ist gewaltig: 82 Standorte, rund 1.200 Beschäftigte, 18 vertretene Automarken und etwa 12.000 Fahrzeuge im Bestand. Jetzt ist die Berliner Autohausgruppe König insolvent.

Wie die Welt berichtet, stellte die Autohaus Gotthard König GmbH bereits am 26. August 2026 beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenzantrag. Inzwischen ist das Verfahren offiziell bestätigt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Berliner Rechtsanwalt Rainer Eckert bestellt. Besonders betroffen ist Ostdeutschland, wo ein großer Teil der König-Standorte liegt.

Mehr als 212 Millionen Euro Verbindlichkeiten

Dabei schrieb das Unternehmen vor nicht allzu langer Zeit noch schwarze Zahlen. Im letzten veröffentlichten Geschäftsjahr von September 2023 bis August 2024 wies König einen Gewinn von rund 1,2 Millionen Euro aus.

Inzwischen zeigt sich offenbar ein völlig anderes Bild. Nach Informationen der Welt, soll die Autohaus Gotthard König GmbH zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags mehr als 212 Millionen Euro an fälligen Verbindlichkeiten gehabt haben. Die Zeitung beruft sich dabei auf vertrauliche Unterlagen. Mehrheitsgesellschafterin Dagmar König soll zuletzt bereits nach einem Käufer für ihre Beteiligung gesucht haben.

Vom Westberliner Familienbetrieb zum Autohändler mit 82 Standorten

Die Insolvenz trifft keinen kleinen Regionalhändler. Die Geschichte des Unternehmens reicht Jahrzehnte zurück. Gotthard und Marianne König bauten aus einer kleinen Werkstatt in Westberlin eine der großen deutschen Autohausgruppen auf.

Heute vertreibt König Fahrzeuge von 18 Marken. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als größten Renault-Händler Deutschlands und als ersten deutschen Händler der Renault-Tochter Dacia. Damit hat die Insolvenz auch für die Hersteller Bedeutung. Besonders Renault und der Stellantis-Konzern müssen um einen wichtigen Vertriebspartner bangen.

Renault und Stellantis suchen nach einer Lösung

Demnach arbeiten König, Renault und Stellantis an einer Lösung zur Fortführung des Unternehmens. Das Fachmagazin Autohaus berichtet, dass beide Hersteller bereits in den vergangenen Wochen unterschiedliche Finanzierungs- und Restrukturierungsmöglichkeiten geprüft hätten. Eine nachhaltige Gesamtlösung sei jedoch zunächst nicht zustande gekommen.

Renault erklärte, man stehe in engem Austausch mit dem Insolvenzverwalter. Ziel sei eine möglichst reibungslose Fortführung des Geschäftsbetriebs. Für Kunden ist das zunächst die wichtigste Nachricht: Die König-Autohäuser bleiben vorerst geöffnet.

Verkauf und Werkstätten laufen weiter

Nach einer internen Mitteilung der Geschäftsführung vom 1. September sollen Verkauf, Werkstätten, Ersatzteilversorgung und Service an allen Standorten weiterlaufen.

Auch die Arbeitsverhältnisse der rund 1.200 Beschäftigten bestehen zunächst weiter. Für die Mitarbeiter greift zudem das Insolvenzgeld.

Wie lange der Betrieb in der bisherigen Form aufrechterhalten werden kann und ob die gesamte Autohausgruppe gerettet wird, ist allerdings offen.

Auch für Besitzer eines Renault, Dacia oder einer anderen bei König vertretenen Marke bedeutet die Insolvenz nicht, dass Wartung und Reparaturen grundsätzlich gefährdet sind. Renault weist darauf hin, dass entsprechende Serviceleistungen bei anderen Partnerbetrieben möglich bleiben.

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