Flink-Bestelldaten
Diese Produkte sind bei Hitze plötzlich besonders gefragt

| Redaktion 
| 27.08.2026

Wenn Deutschland schwitzt, verändert sich auch, was gekauft wird – und manches deutlich stärker als erwartet. Flink hat seine Bestellungen aus dem Sommer 2026 ausgewertet und zeigt, welche Produkte während der Hitzewelle besonders gefragt waren. Die Daten reichen von überraschenden Nachfragesprüngen bei Sonnencreme und Eiswürfeln bis zu regionalen Vorlieben, bei denen München, Hamburg oder Magdeburg ganz unterschiedlich ticken.

Der Berliner Lebensmittel-Lieferdienst Flink hat seine Bestelldaten aus dem Sommer 2026 ausgewertet. Sie zeigen, wie stark hohe Temperaturen die kurzfristige Nachfrage nach bestimmten Produkten verschieben können. Besonders deutlich war der Effekt während der Hitzewelle Ende Juni: Innerhalb weniger Tage stiegen die Bestellungen in mehreren Kategorien teils sprunghaft an. In der Hitzewoche vom 24. bis 27. Juni wurden 3,6-mal so viele Sonnencreme-Produkte bestellt wie in den frühen Juniwochen. Bei Eiswürfeln stieg die Nachfrage auf das 3,5-Fache.

Auch Getränke legten zu. Mineralwasser wurde während der Hitzewelle rund 37 Prozent häufiger bestellt, Bier verzeichnete ein Plus von 40 Prozent. Die Daten zeigen damit, wie schnell sich die Nachfrage bei einem Lieferdienst verändern kann, wenn die Temperaturen steigen.

Die Auswertung basiert ausschließlich auf Bestellungen bei Flink. Sie ist daher nicht repräsentativ für den gesamten deutschen Lebensmittelhandel. Sie liefert jedoch einen Einblick in das Kaufverhalten der Kunden eines Quick-Commerce-Anbieters während des Sommers 2026.

Fast jede dritte Bestellung enthält Eis

Besonders ausgeprägt ist der saisonale Effekt bei Eis. Am 25. Juni, dem Spitzentag der Hitze, enthielt fast jede dritte Flink-Bestellung mindestens ein Eisprodukt. Im Winter ist es knapp jede 25.

Über den gesamten Sommer hinweg wurden gut siebenmal so viele Eisprodukte bestellt wie während der Wintermonate. In der Hitzewoche selbst verdoppelte sich die Nachfrage gegenüber dem üblichen Sommerniveau.

Dabei zeigt die Auswertung auch einen klaren Tagesrhythmus. Ab dem späten Vormittag nimmt die Zahl der Eisbestellungen zu und erreicht im Sommer um 21 Uhr ihren Höhepunkt. Im Winter verschiebt sich dieser Peak laut Flink dagegen auf die Zeit nach Mitternacht.

Bei den einzelnen Produkten liegt Ja! Spaghetti Eis bundesweit vorne. Dahinter folgen Langnese Konfekt und Snickers Ice Cream. Beim Wassereis, das besonders starke saisonale Zuwächse verzeichnete, waren Langnese Capri Vegan und Nestlé Pirulo gefragt. Capri Vegan wurde sechsmal häufiger bestellt als im Winter, Pirulo dreimal häufiger.

Radler legt stärker zu als Bier

Dass sich der Sommer nicht nur auf die Nachfrage nach Eis auswirkt, zeigt der Blick auf die Getränke. Bier wurde im Sommer 2,6-mal so häufig bestellt wie im Winter. Noch größer fällt der Unterschied beim Radler aus: Hier lag die Bestellmenge beim 4,4-Fachen des Winterniveaus.

Das meistbestellte Biermischgetränk des Sommers war Gösser Naturradler.

Auch beim Gemüse lassen sich Vorlieben erkennen. An der Spitze steht überraschend die Gurke. Über alle Varianten hinweg wurde sie häufiger bestellt als Cherrytomaten, Paprika und Avocado. Wasser- und Honigmelonen tauchten ebenfalls regelmäßig in den sommerlichen Bestellungen auf.

Damit zeichnet die Auswertung ein breiteres Bild der saisonalen Nachfrage: Neben klassischen Hitzeartikeln wie Sonnencreme, Eiswürfeln oder Mineralwasser verändern sich auch die Bestellungen bei Getränken, Lebensmitteln und frischen Produkten.

München bestellt anders als Hamburg

Besonders unterschiedlich fallen die Ergebnisse auf regionaler Ebene aus. Beim Anteil von Eis an den Bestellungen liegt Magdeburg unter den von Flink ausgewerteten Städten auf Platz eins. Dahinter folgen Essen, Frankfurt und Hannover. Berlin landet unter den großen Städten am Ende der Rangliste und bestellt laut Flink gut ein Viertel weniger Eis als Magdeburg.

Noch deutlicher werden die Unterschiede beim Blick auf einzelne Produkte. Spaghetti Eis steht in sieben der 20 größten Flink-Städte auf Platz eins, darunter Berlin, Köln, Leipzig, Magdeburg, Chemnitz und Nürnberg. Laut Auswertung ist es das einzige Eisprodukt, das in keiner Stadt vollständig aus den Top drei fällt.

In mehreren süddeutschen Städten sieht die Rangliste anders aus. In München, Frankfurt, Stuttgart und Mannheim ist Rewe Beste Wahl High Protein Eis Double Chocolate das meistbestellte Eis.

Hamburg, Düsseldorf und Braunschweig greifen dagegen besonders häufig zu Langnese Konfekt. In Kiel führt Snickers Ice Cream die Rangliste an. Auch Hannover, Wuppertal und Dresden weisen laut Flink eine vergleichsweise hohe Nachfrage nach dem Produkt auf.

Essen fällt wiederum mit Langnese Cuja Mara Split auf. Das Stieleis wird dort häufiger bestellt als in jeder anderen untersuchten Stadt. Beim klassischen Wassereis mit Produkten wie Capri, Pirulo oder Flutschfinger liegt Wuppertal vorne.

Was die Nachfrageverschiebungen für Händler bedeuten

Für Händler zählt vor allem das Tempo, mit dem sich die Nachfrage verschiebt. Innerhalb weniger Tage vervielfachten sich bei Flink die Bestellungen in einzelnen Produktgruppen. Solche Ausschläge können Auswirkungen auf Bestände, Verfügbarkeit und kurzfristige Sortimentsentscheidungen haben.

Die Auswertung zeigt außerdem, dass sich Nachfrage nicht überall gleich entwickelt. Neben saisonalen Effekten spielen Produktkategorie, Tageszeit und Standort eine Rolle. Für Händler wird damit sichtbar, wie stark kurzfristige Wetterlagen einzelne Warengruppen beeinflussen können.

Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Bestellungen bei Flink und sind nicht repräsentativ für den gesamten deutschen Lebensmittelhandel.

Was die Daten dennoch klar zeigen: Wer kurzfristige Nachfragesprünge früh erkennt, kann Waren und Sortimente schneller anpassen.

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