dfeug mahnt
Waldbrände in NRW: Vereinzelte Vorbereitung reicht nicht mehr aus

| Redaktion 
| 17.08.2026

Wenn Waldbrände hierzulande sowohl häufiger als auch schwerer zu bekämpfen werden, stellt sich nicht mehr nur die Frage nach zusätzlicher Ausrüstung. Der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft geht es deshalb genauso um die grundsätzliche Organisation der Einsatzkräfte: Nordrhein-Westfalen brauche einen flächendeckenden Waldbrandschutz, der Freiwillige genauso berücksichtigt wie Berufsfeuerwehren und hauptamtliche Kräfte.

Wenn in Europa die Wälder brennen, wandert unser Blick häufig gen Süden: Spanien, Frankreich, Griechenland oder Italien gelten als Regionen, in denen Feuer im Sommer – so bitter es klingt – beinahe schon zur vertrauten Katastrophenkulisse geworden sind. Auch in diesem Jahr haben gewaltige Brände auf dem Kontinent Zehntausende Hektar erfasst; oft mit fatalen Folgen für Flora, Fauna und Menschen.

Allerdings beobachtet Deutschland diese Vorfälle längst nicht mehr aus sicherer Distanz: Besonders Nordrhein-Westfalen erlebt in diesem Sommer, wie schnell sich aus Trockenheit, Hitze und Wind eine vernichtende Mischung ergibt. Die Eifel, der Arnsberger Wald, das Sauerland und weitere waldreiche Regionen gehören zu den Gebieten, in denen die Waldbrandgefahr deutlich gestiegen ist.

Ein unrühmlicher Rekord scheint dabei im Hürtgenwald erreicht: "Es könnte gut sein, dass es tatsächlich der größte [Waldbrand] ist seit Bestehen unseres Bundeslandes", erklärte Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen der dpa kürzlich.

Mit Spezialtechnik gegen die Flammen

NRW trifft diese Entwicklung keinesfalls komplett unvorbereitet, schließlich hat das Land schon bereits 2022 ein eigenes Waldbrandschutzkonzept vorgestellt und seitdem verschiedene Maßnahmen zur Prävention, Früherkennung und Bekämpfung umgesetzt.

Zu den sichtbarsten Neuerungen gehören zum Beispiel die beiden "Fire Fighter" des Landesbetriebs Wald und Holz NRW: Die geländegängigen Spezialfahrzeuge können jeweils 10.000 Liter Löschwasser transportieren und sind abseits befestigter Wege einsetzbar. Eines ist in der Region Rureifel-Jülicher Börde stationiert, das andere fokussiert sich üblicherweise vor allem auf den Arnsberger Wald.

Ferner gibt es bei der Früherkennung mit dem vor zwei Jahren erstmals am Niederrhein eingesetzten "Fire Watch"-System neue Technik, das Rauchentwicklungen automatisch erkennen und verorten soll.

Feuerwehr-Gewerkschaft fordert flächendeckendes Gesamtsystem

Nach Ansicht der Deutschen Feuerwehr Gewerkschaft (dfeug) reichen solche Einzelmaßnahmen allerdings noch nicht aus. Zwar erkennen die Einsatzleute an, dass NRW in jüngerer Vergangenheit bereits in die Waldbrandbekämpfung investiert hat – aus ihrer denkbar praxisnahen Sicht fehlt nun jedoch insbesondere ein flächendeckendes Gesamtsystem.

Konkret geht es um die Ausstattung der Feuerwehren: Geländegängige Fahrzeuge, Löschrucksäcke, Pumpen und Drohnen seien bislang längst nicht überall vorhanden; Nachholbedarf bestehe ebenso bei der Schutzausrüstung und der eigentlichen Ausbildung.

"Unsere Einsatzkräfte stehen bereit, wenn die Bevölkerung sie braucht", kommentiert René Hill, stellvertretender Landesvorsitzender NRW der dfeug. "Klimaveränderungen zeigen: Waldbrandbekämpfung muss dauerhaft einen höheren Stellenwert bekommen. Unsere Aufgabe ist es jetzt, den Einsatzkräften dafür Ausbildung, Technik und Strukturen zur Verfügung zu stellen."

Eine Frage der Zusammenarbeit

Dabei dürfte eine der schwierigsten Fragen weniger die Anschaffung einzelner Geräte betreffen, sondern vielmehr deren Verteilung und der Umgang mit den unterschiedlichen Feuerwehrstrukturen im Land. In ihrem Statement zur Situation betont die Deutsche Feuerwehr Gewerkschaft dabei ausdrücklich, dass Berufsfeuerwehren, hauptamtliche Kräfte und Freiwillige Feuerwehren "nicht gegeneinander ausgespielt werden" dürften.

Ohne den in diesem Fall "Ausspielenden" konkret zu benennen, verbindet die dfeug ihre Forderung mit der Erinnerung daran, dass Freiwillige Feuerwehren "gerade in ländlichen Regionen unverzichtbar" sind. Für langwierige Waldbrandeinsätze brauche es deshalb auch entsprechende Ablösekonzepte.

Als roter Faden erweist sich der Wunsch nach optimierter Kooperation zwischen allen Menschen, die effektiv dazu beitragen können, einen verheerenden Waldbrand zu bekämpfen: Schwer zugängliche Areale, fehlendes Löschwasser oder auch munitionsbelastete Flächen machen durchdachte und äußerst gebietsspezifische Konzepte erforderlich, für die sich etwa die Einbindung der Landwirtschaft anbietet.

NRW-Gesamtkonzept gegen Waldbrände

Diese Punkte fordert die Deutsche Feuerwehr Gewerkschaft (dfeug):

  • Bedarfsgerechte Ausstattung
  • Verbindliche Waldbrandmodule
  • Verpflichtende Aus- und Fortbildung
  • Geeignete Schutzausrüstung
  • Belastbare Personal- und Logistikkonzepte
  • Stärkung der Freiwilligen Feuerwehren
  • Strukturierte Zusammenarbeit mit Landwirtschaft und Forst

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NRW-Gesamtkonzept gegen Waldbrände

Diese Punkte fordert die Deutsche Feuerwehr Gewerkschaft (dfeug):

  • Bedarfsgerechte Ausstattung
  • Verbindliche Waldbrandmodule
  • Verpflichtende Aus- und Fortbildung
  • Geeignete Schutzausrüstung
  • Belastbare Personal- und Logistikkonzepte
  • Stärkung der Freiwilligen Feuerwehren
  • Strukturierte Zusammenarbeit mit Landwirtschaft und Forst

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