Berliner Hotel vor Verkauf
Adlon: Aus Altersgründen abzugeben

| Redaktion 
| 04.08.2026

Es gibt viele Hotels mit fünf Sternen, doch nur wenige mit einem eigenen Mythos: Das Hotel Adlon gehört zu den deutschen Häusern, deren Name längst größer geworden ist als die eigentliche Immobilie. Die Adresse am Brandenburger Tor ist zeitloser Schauplatz politischer Begegnungen, gesellschaftlicher Ereignisse und internationaler Auftritte – doch ausgerechnet aus Altersgründen soll sie bald den Besitzer wechseln.

Wem gehört eigentlich das legendäre Hotel Adlon Kempinski? Eine Frage, die man nur extrem ausführlich oder aber grob zusammengefasst beantworten kann – schließlich zählen insgesamt rund 4000 Anleger zum sogenannten Fundus-Fonds 31, in dessen Besitz sich das Gebäude aktuell befindet. Bei Kempinski wiederum handelt es sich "nur" um die Hotelgesellschaft, die das Adlon betreibt und vermarktet.

Geltenden Pachtverträgen zufolge wird sich an diesem Engagement auch bis mindestens 2032 nichts ändern. Das Haus selbst dürfte zu diesem Zeitpunkt jedoch längst in neue Hände übergangenen sein: Wie die Immobilien Zeitung zuerst berichtet hat, soll das Hotel Adlon in absehbarer Zukunft verkauft werden.

Warum die Eigentümer verkaufen wollen

Das Adlon wurde 1907 eröffnet, was Kaiser Wilhelm II. seinerzeit im Stile eines Staatsaktes gewürdigt hat – es genoss also von Anfang an einen Ruf, von dem die meisten Häuser nur träumen dürfen.

Anschließend erlebte es das Dritte Reich, die Nachkriegszeit, die DDR und einen umfassenden Wiederaufbau Mitte der 1990er mit; unzählige Staatsvertreter und Weltstars haben hier ihr Nachtlager in der Hauptstadt aufgeschlagen.

Das Fünf-Sterne-Etablissement ist mit Abstand das bekannteste Hotel der Bundesrepublik, das sich nach wie vor großem Ansehen erfreut. Wieso sollte man es also loswerden wollen? Aus Altersgründen, wie es heißt – allerdings beziehen sich diese nicht etwa auf das Adlon selbst.

Die tatsächliche Begründung für die Verkaufspläne liefert die Jagdfeld-Gruppe, die den Fundus-Fonds 31 verwaltet. Demnach sei dessen Struktur zwischenzeitlich selbst zum Thema geworden: Viele der Anleger haben ihre Beteiligung offenbar vor Jahrzehnten gezeichnet und befinden sich nun im Rentenalter. Entsprechend wachse vielerorts der Wunsch, die Investition zeitnah zu Geld zu machen.

Und zwar zu einer nennenswerten Summe: Als möglicher Mindestwert für die Immobilie werden in Medienberichten rund 280 Millionen Euro genannt. Erforderlich ist dafür eine qualifizierte Mehrheit unter den Anlegern, sodass mindestens 75 Prozent ihre Zustimmung für die Pläne zum Ausdruck bringen müssen.

Das entsprechende Votum unter den Gesellschaftern läuft bereits; erst mit dem Segen von etwa 3000 Anlegern kann ein internationaler Verkaufsprozess eingeleitet werden. Konkrete Interessenten sind nach aktuellem (und offiziellem) Stand also noch nicht im Spiel.

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