"The Shards" von Bret Easton Ellis
Zurück in die Achtziger: Der "American Psycho"-Autor wird zur Serienfigur

| Redaktion 
| 04.08.2026

Ein privilegiertes Leben zwischen Partys, Drogen und den Verheißungen der Oberschicht, dazu Gewalt, Misstrauen und eine zunehmend verzerrte Wahrnehmung der Realität: "The Shards" bringt viele jener Zutaten mit, die Bret Easton Ellis weltberühmt gemacht haben. Nun wird sein aktueller Roman zur Serie – mit einer fiktionalisierten Version seines jüngeren Ichs, die sich Montag mit dem Rest des Hauptcasts in Berlin vorgestellt hat.

"The Shards" spielt in Los Angeles zu Beginn der 1980er und folgt dem jungen Bret während seines letzten Highschool-Jahres an einer Elite-Schule. Mit seinen vornehmlich wohlhabenden Freunden bewegt er sich zwischen Partys, Drogen, Beziehungen und den Privilegien der Oberschicht – bis die dekadente Alltäglichkeit durch das Auftauchen des neuen Schülers Robert gestört wird, der Bret von Beginn an misstrauisch macht.

Gleichzeitig versetzt ein Serienmörder namens "The Trawler" die Region in Angst und Schrecken, weshalb sich Bret mit Blick auf Robert in einem Sog aus Paranoia und Obsession zu verlieren droht…

Wer sich durch Setting, Thematik und den Namen der Hauptfigur an einen bestimmten Autor erinnert fühlt, liegt goldrichtig: "The Shards" folgt einer fiktionalisierten Version des jungen Bret Easton Ellis, der vor drei Jahren für die gleichnamige Romanvorlage verantwortlich zeichnete und nun als Co-Creator der Serienadaption in Erscheinung tritt.

Hauptcast in der Hauptstadt

In der Serie wird der Schriftsteller von Igby Rigney verkörpert, während der undurchsichtige Robert von Homer Gere gespielt wird – der Sohn von Hollywood-Herzensbrecher Richard Gere. Graham Campbell, Kaia Gerber und Hayes Warner vervollständigen den Hauptcast, der sich am Montag in Berlin eingefunden hat.

Schauplatz war das AchtBerlin, wo sich auf mehreren Etagen unter anderem Konferenzräume, Eventflächen, Dachterrasse und nicht zuletzt ein hochwertig ausgestattetes Privatkino mit rund 70 Plätzen verteilen.

Ideale Voraussetzungen also für einen nahbaren Vorgeschmack auf die insgesamt acht Episoden starke Staffel von "The Shards", die am Mittwoch, 05. August mit den ersten zwei Folgen auf FX in den USA anläuft. Tags darauf startet die internationale Auswertung, die Disney+ damit auch hierzulande übernimmt.

Patrick Batemans große Fußstapfen

Zumindest auf den ersten Blick bringt "The Shards" viele jener Zutaten mit, die Bret Easton Ellis’ bekanntestes Werk geprägt haben: Wie schon in "American Psycho" treffen Wohlstand, Exzess und eine privilegierte Oberschicht auf Gewalt, Misstrauen und eine zunehmend verstörende Wahrnehmung der Realität.

Auch hier dienen Partys, Statussymbole und gesellschaftliche Fassaden nicht nur als Kulisse, sondern als Nährboden für dunklere Abgründe.

Igby Rigney und Hayes Warner in Berlin (Bild: Brauer Photos / J. Harrell)
Igby Rigney und Hayes Warner in Berlin (Bild: Brauer Photos / J. Harrell)

Entsprechend tritt die Serie in große Fußstapfen. Obwohl auch "Less Than Zero", "The Rules of Attraction" und "The Informers" bereits fürs Kino adaptiert wurden, entfaltete den größten Nachhall mit Abstand besagter "American Psycho": Bret Easton Ellis‘ Roman von 1991 galt aufgrund seiner ultrabrutalen Gewaltdarstellungen lange als kaum verfilmbar, ehe Regisseurin Mary Harron den Stoff im Jahr 2000 doch auf die Leinwand brachte – inhaltlich entschärft, aber mit ganz eigenem, makabren Charme.

Vor allem Christian Bales Interpretation des Yuppie- Serienmörders Patrick Bateman entwickelte sich zum popkulturellen Dauerbrenner: Szenen, Zitate und Memes aus dem Film sind insbesondere online omnipräsent und tragen zum Status des modernen Kultklassikers bei, den der Streifen inzwischen genießt.

Wie sich Bret Easton Ellis mit seiner ersten mitverantworteten TV-Serie im Vergleich zu seinen kontroversen Frühwerken schlägt, können Interessierte in Deutschland ab Donnerstag, 06. August exklusiv auf Disney+ beurteilen.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV