Neues Gastronomiekonzept
Tchibo eröffnet Coffee Spot in Hamburg

| Redaktion 
| 02.08.2026

Mit "The Coffee Spot by Tchibo" erprobt Tchibo ein neues Kaffeebar-Konzept in Hamburg-Eimsbüttel. Der Pop-up-Store setzt auf eine eigenständige Gestaltung, rund 70 Sitzplätze und ein Angebot aus Kaffeespezialitäten, Trendgetränken und Snacks. Der Standort soll dem Unternehmen zeigen, wie Kund:innen auf eine vom klassischen Filialgeschäft abweichende Tchibo-Kaffeebar reagieren.

Tchibo testet seit dem 22. Juli 2026 ein neues Kaffeebar-Konzept in Hamburg. Unter dem Namen "The Coffee Spot by Tchibo" hat das Unternehmen einen Pop-up-Store am Fanny-Mendelssohn-Platz in Eimsbüttel eröffnet. Die Bar liegt direkt an der U-Bahnstation Osterstraße und ist an sieben Tagen pro Woche geöffnet.

Mit dem neuen Format entfernt sich Tchibo optisch und konzeptionell von seinen klassischen Filialen. "The Coffee Spot" erhielt eine eigene Design- und Farbsprache. Auch Möbel und Geschirr wurden nach Angaben des Unternehmens eigens für den Standort ausgewählt.

Der Innenraum von "The Coffee Spot by Tchibo" zeigt die Kaffeebar, das Snackangebot und einen Teil der rund 70 Sitzplätze. © Tchibo

Der Konzepttest soll Erkenntnisse darüber liefern, welche Angebote bei den Besucher:innen ankommen und ob sie das Format als eigenständige Kaffeebar wahrnehmen. Tchibo nutzt den Standort damit nicht nur für den Verkauf von Kaffee, sondern auch als Testfläche für mögliche neue Ansätze im stationären Geschäft.

Tchibo setzt auf stark frequentierten Standort

Für den Test wählte das Hamburger Unternehmen den Stadtteil Eimsbüttel. Das Viertel ist von Gastronomie, Buchhandlungen, Cafés sowie kleineren inhabergeführten Geschäften geprägt. Tchibo verweist zudem auf die hohe Laufkundschaft rund um den Fanny-Mendelssohn-Platz.

Der Standort verfügt über gut 70 Sitzplätze. Bis zu 40 davon befinden sich im Außenbereich. Parkmöglichkeiten gibt es nach Angaben des Unternehmens in unmittelbarer Nähe.

Die Lage spielt für die Bewertung des Konzepts eine zentrale Rolle. Eine hohe Zahl potenzieller Besucher:innen ermöglicht es Tchibo, unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen und deren Reaktionen auf Gestaltung, Sortiment und Preisstruktur zu beobachten.

"The Coffee Spot liegt in einem Bereich mit sehr viel Laufkundschaft. Mit dem neuen Konzept wollen wir neugierig machen und herausfinden, was bei den Kundinnen und Kunden angesagt ist", sagt Wibke Bachor, Tchibo-Direktorin für den Vertrieb der Shops. Das Unternehmen wolle unter anderem prüfen, wie das eigenständige Design aufgenommen werde und ob die Angebote den Erwartungen entsprächen.

Außerdem interessiert Tchibo laut Bachor, ob die Kund:innen "The Coffee Spot" als eigenständige Kaffeebar ansehen und annehmen. Damit steht nicht allein die kurzfristige Nachfrage im Mittelpunkt. Der Test soll auch zeigen, wie weit sich die Marke Tchibo im Gastronomieumfeld von ihrem etablierten Filialmodell lösen kann.

Coffee Spot erweitert das klassische Angebot

Das Sortiment umfasst Kaffeespezialitäten aus Tchibo-Bohnen. Hinzu kommen Trendgetränke wie Matcha und sogenannte Refresher. Kleine süße und salzige Snacks stammen laut Unternehmen von Hamburger Handwerksbäckern.

Auch spezielle Getränke für Kinder gehören zum Angebot. Tchibo begründet diese Entscheidung mit der Struktur des Stadtteils, der besonders bei jungen Familien beliebt sei. Die Zusammenstellung des Sortiments orientiert sich damit gezielt am Umfeld des Standorts.

Neben Getränken und Snacks verkauft die Kaffeebar ausgewählte Produkte für die Zubereitung zu Hause. Dazu zählen Spitzenkaffees wie PrivatKaffee und Molinari. Der Pop-up-Store verbindet somit gastronomischen Betrieb und Produktverkauf, ohne das vollständige Sortiment einer klassischen Tchibo-Filiale abzubilden.

Mit dem Konzept reagiert Tchibo innerhalb des eigenen Geschäftsmodells auf veränderte Erwartungen an stationäre Standorte. Aufenthaltsqualität, individuelles Design und ein auf den jeweiligen Standort zugeschnittenes Angebot rücken stärker in den Mittelpunkt. Ob Elemente des Formats später auf weitere Standorte übertragen werden, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Testfläche für das stationäre Geschäft

Für Tchibo ist der Coffee Spot vor allem ein Instrument zur Erprobung. Das Unternehmen kann am Standort beobachten, wie Kund:innen auf ein klar abgegrenztes Gastronomieformat reagieren. Von Interesse sind dabei sowohl das Produktangebot als auch die Gestaltung und die Wahrnehmung der Marke.

Der Test ergänzt das bestehende Multichannel-Modell des Hamburger Familienunternehmens. Tchibo betreibt in acht Ländern rund 900 Filialen und lokale Online-Shops. In Deutschland ist die Marke zusätzlich in rund 16.000 Depots im Fach- und Lebensmittelhandel vertreten. In etwa 8.000 dieser Verkaufsstellen werden neben Kaffee auch Gebrauchsartikel angeboten.

Im Jahr 2024 erzielte Tchibo mit 10.452 Mitarbeiter:innen einen internationalen Umsatz von 3,36 Milliarden Euro. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen Röstkaffee-Marktführer in Deutschland, Österreich, Tschechien und Ungarn.

Der neue Standort in Eimsbüttel unterscheidet sich dennoch deutlich vom großflächigen Vertriebsnetz. "The Coffee Spot" ist kleiner, stärker gastronomisch ausgerichtet und auf ein lokales Umfeld zugeschnitten. Gerade diese Abgrenzung macht den Pop-up-Store für Tchibo zu einem relevanten Konzepttest.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV