LinkedIn hat sich in den vergangenen Jahren zur wichtigsten Plattform für berufliches Networking und Personal Branding entwickelt. Fach- und Führungskräfte, Unternehmer:innen sowie Selbstständige nutzen das Netzwerk, um Expertise zu zeigen, Reichweite aufzubauen und neue Geschäftskontakte zu knüpfen. Wie das Technikportal t3n unter Berufung auf eine Analyse des KI-Erkennungsspezialisten Pangram Labs berichtet, weist keine der untersuchten Social-Media-Plattformen einen höheren Anteil KI-generierter Beiträge auf als LinkedIn.
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als 40 Prozent der LinkedIn-Beiträge mit einer Länge von über 250 Wörtern vollständig von einer KI erstellt wurden. Vor allem längere Posts entstehen demnach immer häufiger mit Unterstützung künstlicher Intelligenz – eine Entwicklung, auf die LinkedIn inzwischen mit konkreten Maßnahmen reagieren will.
LinkedIn liegt im Plattformvergleich deutlich vorne
Für die Analyse untersuchte Pangram Labs Beiträge auf LinkedIn, X, Medium, Reddit und Substack. Berücksichtigt wurden ausschließlich Inhalte, die Nutzer:innen regulär in ihren Feeds angezeigt bekamen. Ziel war es, den tatsächlichen Anteil KI-generierter Inhalte im Alltag der Plattformen zu erfassen.
Das Ergebnis fällt deutlich aus: Mehr als 40 Prozent der LinkedIn-Beiträge mit einer Länge von über 250 Wörtern wurden als vollständig KI-generiert eingestuft. Damit belegt das Karrierenetzwerk den Spitzenplatz unter den untersuchten Plattformen.
Über alle Netzwerke hinweg wurde rund jeder vierte längere Beitrag als vollständig von einer KI erstellt klassifiziert. Der durchschnittliche KI-Anteil sämtlicher analysierter Inhalte lag laut Pangram Labs bei 13,8 Prozent. Zudem zeigt die Untersuchung, dass längere Beiträge deutlich häufiger mithilfe von KI entstehen als kurze Social-Media-Posts.
Personal Branding fördert den KI-Einsatz
Dass ausgerechnet LinkedIn den höchsten KI-Anteil aufweist, überrascht nur auf den ersten Blick. Die Plattform lebt von regelmäßigen Beiträgen, persönlichen Erfahrungsberichten und fachlichen Einschätzungen. Wer kontinuierlich sichtbar bleiben möchte, muss laufend neue Inhalte veröffentlichen.
Da vielen Nutzer:innen dafür im Arbeitsalltag die Zeit fehlt, greifen immer mehr auf KI-gestützte Schreibassistenten zurück. Darüber hinaus haben sich zahlreiche Dienstleister:innen darauf spezialisiert, LinkedIn-Beiträge professionell zu erstellen oder mithilfe künstlicher Intelligenz zu optimieren.
Für Unternehmen und Führungskräfte bietet diese Entwicklung Chancen und Risiken zugleich. KI kann die Content-Erstellung deutlich beschleunigen und sprachlich verbessern. Gleichzeitig wächst die Gefahr austauschbarer Inhalte, denen persönliche Erfahrungen und individuelle Perspektiven fehlen.
LinkedIn will gegen "AI Slop“ vorgehen
Auch LinkedIn beobachtet die zunehmende Verbreitung KI-generierter Inhalte mit Sorge. Laura Lorenzetti, Vice President und Executive Editor bei LinkedIn, betont in einem aktuellen Blogbeitrag, dass künstliche Intelligenz zwar ein hilfreiches Werkzeug zur sprachlichen Unterstützung sein könne. Problematisch werde es jedoch, wenn Inhalte ohne eigene Perspektive oder Fachwissen in großem Umfang automatisiert veröffentlicht würden. Solche Beiträge bezeichnet die Plattform als "AI Slop“.
Um die Qualität der Inhalte zu verbessern und authentische Diskussionen zu fördern, kündigt LinkedIn mehrere Maßnahmen an:
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Automatisierungstools sollen stärker eingeschränkt werden.
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Generische KI-Inhalte sollen mithilfe neuer Erkennungssysteme identifiziert werden.
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Beiträge ohne eigene Perspektive, Kontext oder Fachwissen sollen weniger Reichweite erhalten.
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Automatisiert erstellte Kommentare mit geringem oder keinem menschlichen Anteil sollen gezielt erkannt werden.
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Antworten, die lediglich den ursprünglichen Beitrag wiederholen, sollen seltener ausgespielt werden.
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Inhalte, die als KI-generiert und substanzarm eingestuft werden, sollen vor allem außerhalb des unmittelbaren Netzwerks an Sichtbarkeit verlieren.
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Bots und gefälschte KI-Profile sollen konsequenter von der Plattform entfernt werden.
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Verifizierte Profile sollen stärker hervorgehoben werden, um echte Interaktionen besser erkennbar zu machen.
Nach Angaben von LinkedIn konnten die neuen Systeme in ersten Tests bereits 94 Prozent der generischen Inhalte korrekt erkennen. Ziel sei es nicht, den Einsatz künstlicher Intelligenz grundsätzlich zu verhindern, sondern Beiträge mit echtem Fachwissen, persönlicher Erfahrung und individueller Perspektive stärker sichtbar zu machen.
KI-Erkennung gewinnt weiter an Bedeutung
Pangram zählt zu den bekanntesten Anbietern von Software zur Erkennung KI-generierter Texte. Bereits eine frühere Untersuchung zeigte, dass KI inzwischen rund 35 Prozent aller neu entstehenden Websites prägt. Nun rückt mit sozialen Netzwerken ein weiterer Bereich in den Fokus, in dem künstliche Intelligenz die Erstellung digitaler Inhalte zunehmend verändert.
Der KI-Detektor sorgte zuletzt unter anderem bei der Analyse literarischer Werke sowie politischer Reden für Aufmerksamkeit. Mit der aktuellen Untersuchung sozialer Netzwerke rückt nun ein Bereich in den Fokus, der für Unternehmen, Personalverantwortliche und Kommunikationsprofis zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Fest steht: Künstliche Intelligenz verändert nicht nur die Art, wie Inhalte entstehen, sondern auch die Erwartungen an digitale Kommunikation. Authentische Erfahrungen und persönliche Einschätzungen könnten dadurch künftig zu einem noch wichtigeren Differenzierungsmerkmal im Berufsnetzwerk werden.
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