Bundesliga, Premiere League, LaLiga und co.
Europas Fußball erzielt Rekordumsätze – und die Verluste steigen

| Redaktion 
| 08.07.2026

Fußball ist seit vielen Jahrzehnten die populärste Sportart in Europa und wird heute intensiver denn je kommerzialisiert. Insofern verwundert es kaum, dass der Fußballmarkt des alten Kontinents in jüngerer Vergangenheit seine bislang höchsten Umsätze überhaupt verzeichnen konnte. Schwarze Zahlen haben dabei trotzdem nur zwei der fünf europäischen Top-Ligen geschrieben.  

Noch bis Sonntag, 19. Juli richten sich fußballbegeisterte Augen nach Nordamerika, wo dieser Tage der nächste Fußball-Weltmeister der Herren bestimmt wird. Nur wenige Wochen später heißt es für die Aktiven aller Nationen wieder business as usual – und zumindest in Europa lief dieses Geschäft in der Saison 2024 / 25 so gut wie nie zuvor, wie die 35. Ausgabe des Annual Review of Football Finance von Deloitte besagt.

Die Experten des Anbieters für Prüfungs- und Beratungsleistungen haben errechnet, dass die Erlöse des europäischen Fußballmarktes in der besagten Spielzeit um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen sind und 40,2 Milliarden Euro erreicht haben, womit die 40er-Marke erstmals überwunden werden konnte.

Mit 21,6 Milliarden Euro entfällt dabei mehr als die Hälfte auf die sogenannten Big Five, also die englische Premier League, die deutsche Bundesliga, die italienische Serie A, die französische Ligue1 sowie die spanische LaLiga.

Ausgaben steigen schneller als Umsätze

Einen prächtigen Geldsegen haben die fünf Ligen dabei trotzdem nicht geschlossen bejubelt, schließlich erhöhten sich die aggregierten Verluste vor Steuern der Big Five um rund 800 Millionen Euro auf nun 1,5 Milliarden Euro.

Tatsächlich ist es lediglich der Bundesliga mit etwa 300 Millionen Euro und LaLiga mit immerhin noch rund 30 Millionen Euro gelungen, überhaupt einen aggregierten Vorsteuergewinn zu verbuchen.

Kurzum: In drei der fünf Top-Ligen wachsen die Ausgaben noch schneller als die rekordsprengenden Umsätze. Grund dafür sind steigende Gehälter und Prämien, höhere Betriebskosten und steigende Investitionen in Kader und Infrastruktur.

Daneben erinnert Stefan Ludwig, Leiter der deutschen Sport Business Gruppe, daran: "Die Ausweitung der UEFA- und FIFA-Wettbewerbe hat den Clubs der europäischen Top-Ligen finanzielle Vorteile gebracht. Doch die Ausschüttungen kommen nur einer kleinen Anzahl der Clubs zugute."

Deloitte sieht nur Premier League sicher weiterwachsen

Die Studie prognostiziert, dass sich die Wachstumswerte der Saison 2024 / 25 in den Spielzeiten danach eher nicht replizieren oder gar übertreffen lassen. "Fußball kann sich für nachhaltiges Wachstum nicht allein darauf verlassen, immer mehr Inhalte zu produzieren. Ein zunehmend gesättigter Markt ist weder für Spieler noch für Fans positiv. Es besteht die Gefahr, kurzfristige Erträge über langfristigen Erfolg zu stellen", gibt Ludwig zu bedenken.

"Entscheidend wird daher sein, Geschäftsmodelle breiter aufzustellen, organisches Wachstum zu stärken und Fanerlebnis, Infrastruktur sowie kommerzielle Innovationen gezielt weiterzuentwickeln."

Einzige Ausnahme bei der Wachstumsprognose: Die Premier League, die sich bei der 35. Ausgabe des Annual Review of Football Finance von Deloitte bereits als unangefochtener Umsatzprimus erwiesen hat: Auf 8,1 Milliarden Euro bringt es der Ligabetrieb im Mutterland des Sports.

Zur Aufteilung: Während die Medienerlöse runde vier Milliarden Euro ausmachen, folgen kommerzielle Erlöse mit 2,9 Milliarden Euro und Spieltagerlöse mit 1,2 Milliarden Euro.

Und die Bundesliga?

Doch auch die Bundesliga blickt auf eine Rekordsaison zurück: Die deutschen Clubs steigerten ihre Erlöse in der Spielzeit 2024 / 25 um zwölf Prozent auf insgesamt 4,3 Milliarden Euro und überschritten damit erstmals die Marke von vier Milliarden Euro.

Im Vergleich der fünf großen europäischen Ligen punktet die Bundesliga zudem mit dem höchsten Zuschauerschnitt und der niedrigsten durchschnittlichen Personalaufwandsquote (54 Prozent). "Die hohen Zuschauerzahlen sind Ausdruck einer starken Fanbasis, welche ein großer Wettbewerbsvorteil ist und eine wichtige Grundlage für die positive wirtschaftliche Entwicklung", lobt Stefan Ludwig.

Finanziell betrachtet war die Saison ebenfalls außergewöhnlich erfolgreich: Mit einem operativen Ergebnis von 0,4 Milliarden Euro erzielten die Bundesliga-Clubs das beste Ergebnis ihrer Geschichte und schrieben im dritten Jahr in Folge aggregiert schwarze Zahlen vor Steuern.

Fußball: Umsatzranking der europäischen Top-Ligen

  1. Premier League: 8,1 Milliarden Euro
  2. Bundesliga: 4,3 Milliarden Euro
  3. La Liga: 4,1 Milliarden Euro
  4. Serie A3,0 Milliarden Euro
  5. Ligue 1: 2,2 Milliarden Euro

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Fußball: Umsatzranking der europäischen Top-Ligen

  1. Premier League: 8,1 Milliarden Euro
  2. Bundesliga: 4,3 Milliarden Euro
  3. La Liga: 4,1 Milliarden Euro
  4. Serie A3,0 Milliarden Euro
  5. Ligue 1: 2,2 Milliarden Euro

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