Neue Destatis-Daten
Der Durchschnittsmensch in Deutschland wiegt 78,3 Kilo – und ist 1,73 Meter groß

| Redaktion 
| 02.06.2026

Wie sieht der Durchschnittsmensch in Deutschland aus? Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes liefern darauf eine überraschend konkrete Antwort. Erwachsene sind hierzulande im Schnitt 1,73 Meter groß und bringen 78,3 Kilogramm auf die Waage. Hinter diesen Durchschnittswerten verbirgt sich jedoch eine Entwicklung, die Gesundheitsfachleute, Unternehmen und Politik gleichermaßen beschäftigt: Die Deutschen werden kaum größer, aber langsam schwerer.

Der Durchschnittsmensch in Deutschland ist 1,73 Meter groß und wiegt 78,3 Kilogramm. Das zeigen aktuelle Ergebnisse des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung des Landes. Während sich die durchschnittliche Körpergröße in den vergangenen Jahren kaum verändert hat, steigt das Durchschnittsgewicht weiter leicht an. Bereits 2021 lag es bei 77,7 Kilogramm, 2017 waren es noch 77,0 Kilogramm. Die aktuellen Daten zeichnen damit ein aufschlussreiches Bild über die körperliche Entwicklung der Bevölkerung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Durchschnittsgröße: 1,73 Meter
  • Durchschnittsgewicht: 78,3 Kilogramm
  • Männer wiegen durchschnittlich 86,5 Kilogramm
  • Frauen wiegen durchschnittlich 69,7 Kilogramm
  • 53,4 Prozent der Erwachsenen gelten als übergewichtig
  • 17,9 Prozent sind adipös

Große Unterschiede zwischen Jung und Alt

Hinter dem statistischen Durchschnitt verbergen sich deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Die größten Erwachsenen finden sich in der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen. Sie sind durchschnittlich 1,75 Meter groß. Menschen ab 75 Jahren erreichen dagegen im Mittel 1,68 Meter.

Auch beim Gewicht zeigen sich klare Unterschiede. Junge Erwachsene wiegen durchschnittlich 72,5 Kilogramm. Den Höchstwert erreicht die Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen mit 81,3 Kilogramm. Erst danach sinkt das Durchschnittsgewicht wieder leicht.

Zwischen Frauen und Männern bleibt die Differenz erheblich. Frauen sind im Durchschnitt 1,66 Meter groß und wiegen 69,7 Kilogramm. Männer kommen auf 1,79 Meter und 86,5 Kilogramm. Damit sind sie durchschnittlich 13 Zentimeter größer und knapp 17 Kilogramm schwerer.

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen ist übergewichtig

Besonders aufschlussreich sind die Zahlen zum Body-Mass-Index (BMI). Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation gelten Erwachsene mit einem BMI von über 25 als übergewichtig.

Das betrifft mittlerweile mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung. Laut Destatis gelten 53,4 Prozent der Erwachsenen in Deutschland als übergewichtig. 17,9 Prozent erreichen sogar einen BMI von über 30 und gelten damit als adipös.

Auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Knapp zwei Drittel der Männer gelten als übergewichtig, bei den Frauen liegt der Anteil bei 43,8 Prozent. Adipositas betrifft 19,9 Prozent der Männer und 15,8 Prozent der Frauen.

Die Angaben beruhen auf Selbstauskünften der Befragten. Rund die Hälfte der Teilnehmer:innen des Mikrozensus machte Angaben zu Größe und Gewicht.

Warum die Zahlen Aufmerksamkeit verdienen

Die Daten des Statistischen Bundesamtes liefern nicht nur ein aktuelles Bild der Bevölkerung. Sie erscheinen auch zu einem Zeitpunkt, an dem die Finanzierung des Gesundheits- und Pflegesystems zunehmend in den Fokus rückt.

Gesundheitsexpert:innen verweisen seit Jahren auf die Bedeutung von Prävention und einem gesunden Lebensstil, um Volkskrankheiten und deren Folgekosten zu begrenzen. Gleichzeitig stehen Krankenkassen und Sozialversicherungen unter wachsendem finanziellem Druck.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass die Bundesregierung über höhere Pflegeversicherungsbeiträge für Kinderlose nachdenkt, um das Defizit der Pflegeversicherung zu begrenzen. Die Destatis-Zahlen stellen zwar keinen direkten Zusammenhang her. Sie verdeutlichen jedoch, dass Fragen rund um Gesundheit, Prävention und den demografischen Wandel zunehmend auch eine gesellschafts- und finanzpolitische Dimension haben.

Der Durchschnittsmensch in Deutschland ist damit weit mehr als eine statistische Größe. Seine Entwicklung liefert Hinweise auf Trends, die Gesundheitspolitik, Sozialversicherungen und die öffentliche Debatte gleichermaßen beschäftigen.

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