Konzerne bauen Stellen ab
DAX-Unternehmen starten mit Umsatzminus ins Jahr 2026

| Redaktion 
| 17.05.2026

Die 40 Unternehmen im deutschen Leitindex DAX sind mit rückläufigen Umsätzen und sinkender Beschäftigung ins Jahr 2026 gestartet. Laut einer aktuellen EY-Analyse gingen die Erlöse im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent zurück. Gleichzeitig sank die Zahl der Beschäftigten um rund 31.000 Stellen. Während Banken und Versicherungen von hohen Zinsen profitierten, kämpften viele Industrieunternehmen mit schwacher Weltkonjunktur, geopolitischen Belastungen und wachsendem Wettbewerbsdruck.

Der Jahresauftakt zeigt ein gespaltenes Bild der deutschen Großunternehmen. Besonders Industrie- und Autobauer stehen unter Druck, während Finanzkonzerne ihre Gewinne teilweise deutlich steigern konnten. Insgesamt legte der Gewinn der DAX-Unternehmen trotz rückläufiger Umsätze um 4,4 Prozent zu. Banken und Versicherungen profitierten hingegen von hohen Zinsen und volatilen Märkten.

Industrie unter Druck

Vor allem klassische Industriekonzerne geraten zunehmend unter Druck. Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY Deutschland, spricht von einem schwierigen Jahresauftakt: "Insgesamt muss man von einem Fehlstart ins neue Jahr sprechen – allerdings ergibt sich bei genauerem Hinsehen ein heterogenes Bild." Während Finanzunternehmen ihre Margen verbessern konnten, belasteten geopolitische Unsicherheiten, Handelskonflikte und die schwache Weltkonjunktur viele exportorientierte Unternehmen.

Jan Brorhilker, Managing Partner Assurance bei EY Deutschland, sieht vor allem strukturelle Probleme: "Das bisherige Geschäftsmodell des ehemaligen Exportweltmeisters Deutschland funktioniert nicht mehr." Wie tief die Krise inzwischen in die industrielle Basis eingreift, zeigt auch der Arbeitsmarkt: 2025 wurden bundesweit mehr als 120.000 Industriearbeitsplätze gestrichen.

Besonders stark betroffen ist die Automobilindustrie, die innerhalb eines Jahres vier Prozent ihrer Arbeitsplätze abgebaut hat. Mehrere Hersteller haben deshalb zusätzliche Sparmaßnahmen angekündigt. So will Volkswagen seine Kosten bis 2028 konzernweit um ein Fünftel senken und stellt laut Medienberichten selbst Werksschließungen nicht mehr grundsätzlich infrage.

Finanzbranche stabilisiert die Bilanz

Trotz der schwachen Entwicklung in vielen Industriebranchen konnte die Finanzbranche die Gesamtbilanz der DAX-Unternehmen stützen. Banken und Versicherungen steigerten ihre Gewinne im ersten Quartal laut EY um 15,9 Prozent und erreichten damit einen Rekordwert für einen Jahresauftakt.

Den höchsten Quartalsgewinn erzielte die Deutsche Telekom mit 5,8 Milliarden Euro. Dahinter folgen Allianz mit 4,5 Milliarden Euro sowie Eon mit 3,9 Milliarden Euro. Das stärkste Gewinnwachstum verzeichneten Eon mit plus 243 Prozent, Siemens Energy mit 91 Prozent und Munich Re mit 52 Prozent.

Beim Umsatz blieb Volkswagen trotz Rückgang Spitzenreiter mit knapp 76 Milliarden Euro. Allianz, Mercedes-Benz und BMW folgen auf den weiteren Plätzen.

Konkurrenz aus China wächst

EY sieht vor allem die zunehmende Konkurrenz aus China als Herausforderung für deutsche Unternehmen. Gleichzeitig verschärfen hohe Energiekosten, schwache Nachfrage und geopolitische Risiken die Lage zusätzlich. Für viele Konzerne dürften deshalb weitere Effizienzprogramme und Investitionskürzungen folgen.

Gewinner und Verlierer im DAX

Höchste Quartalsgewinne

  • Deutsche Telekom: 5,8 Milliarden Euro
  • Allianz: 4,5 Milliarden Euro
  • Eon: 3,9 Milliarden Euro

Stärkstes Gewinnwachstum

  • Eon: plus 243 Prozent
  • Siemens Energy: plus 91 Prozent
  • Munich Re: plus 52 Prozent

Höchste Umsätze

  • Volkswagen: knapp 76 Milliarden Euro
  • Allianz: 53 Milliarden Euro
  • Mercedes-Benz: 32 Milliarden Euro
  • BMW: 31 Milliarden Euro

Beschäftigung

  • DAX-Beschäftigte insgesamt: 3,13 Millionen
  • Stellenabbau binnen eines Jahres: rund 31.000 Jobs
  • Beschäftigungsrückgang in der Autoindustrie: minus vier Prozent

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Gewinner und Verlierer im DAX

Höchste Quartalsgewinne

  • Deutsche Telekom: 5,8 Milliarden Euro
  • Allianz: 4,5 Milliarden Euro
  • Eon: 3,9 Milliarden Euro

Stärkstes Gewinnwachstum

  • Eon: plus 243 Prozent
  • Siemens Energy: plus 91 Prozent
  • Munich Re: plus 52 Prozent

Höchste Umsätze

  • Volkswagen: knapp 76 Milliarden Euro
  • Allianz: 53 Milliarden Euro
  • Mercedes-Benz: 32 Milliarden Euro
  • BMW: 31 Milliarden Euro

Beschäftigung

  • DAX-Beschäftigte insgesamt: 3,13 Millionen
  • Stellenabbau binnen eines Jahres: rund 31.000 Jobs
  • Beschäftigungsrückgang in der Autoindustrie: minus vier Prozent

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