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Baller League: Ernüchterung zum Ende

| Redaktion 
| 01.02.2026

Was als ambitioniertes Crossover aus Hallenfußball, Entertainment und Creator-Ökonomie startete, findet in Deutschland ein vorläufiges Ende: Die Baller League zieht sich vom hiesigen Markt zurück und sorgt für spürbare Enttäuschung bei Spielern, Verantwortlichen und anderen Gesichtern der Liga. Ein (ehemaliger) Teamhead deutet an, dass das Aus rechtliche Streitigkeiten mit sich ziehen könnte.

Erst im vorletzten Jahr wurde die Baller League ins Leben gerufen, unter anderem mit Unterstützung der Fußballweltmeister Lukas Podolski und Mats Hummels. Verteilt über drei Spielzeiten verteilt wurden seitdem Hallen-Fußballliga-Matches mit Sechserteams ausgetragen, die durch Sonderregeln spannend gehalten wurden und neben Kickern mit Profi-Erfahrung auch Content Creator wie Trymacs, Jens Knossalla und MontanaBlack angelockt haben.

Überhaupt war die Baller League eng mit der deutschsprachigen Social-Media-Blase verzahnt, sodass eigene Streams die ansonsten auf ProSieben Maxx übertragenen Spieltage üblicherweise begleitet haben.

Dennoch konnten unterm Strich offenbar nicht genug Augen auf das Produkt gelenkt werden: Wie DWDL von den Verantwortlichen erfahren hat, werde Deutschland "zwar immer ein wichtiger Teil der Baller League bleiben, aber der Markt hat momentan nicht die Größe und die strukturellen Bedingungen, die nötig sind, um die langfristigen Ziele des Unternehmens zu unterstützen.“

"Wir haben viel an Zeit und Kraft reingesteckt"

Deshalb habe "die Baller League beschlossen, ihre Fußballaktivitäten in Deutschland vorerst zu pausieren" und wolle sich auf Regionen fokussieren, "in denen es einen klaren Investmentcase und einen nachhaltigen Weg zur Rentabilität gibt", wie dem Branchendienst weiterhin mitgeteilt wurde. Der Schwerpunkt soll dabei auf dem Vereinigten Königreich und den USA liegen.

"Wir sind alle sehr enttäuscht. Spieler, Manager, aber auch mich hat das Aus sehr getroffen", heißt es seitens Salah El Halimi auf fupa.net. Der hauptberufliche Chefcoach des Oberligisten Sportfreunde Baumberg trainierte für die Baller League außerdem die VfR Zimbos.

"Wir hatten gerade erst den Draft gemacht", erläutert Salah El Halimi weiter. "Wir haben viel an Zeit und Kraft reingesteckt und waren auf den Saisonbeginn gespannt. Die Enttäuschung ist dann jetzt umso größer."

Laura Hofmann online überrascht

Eigenen Angaben nach wurde Salah El Halimi am Mittwoch per WhatsApp über das Ende der Baller League in Kenntnis gesetzt. Anders als Laura Hofmann offenbar, die seit dem ersten Spieltag an der Seitenlinie moderiert hat mitteilte, dass sie erst über die Medien vom Ende der Baller League erfuhr.

 
 
 
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"Ich habe online gelesen, dass die Baller League in Deutschland nicht weitergehen wird. Das auf diesem Weg zu erfahren, macht mich ganz schön sprachlos", schrieb Hofmann auf Instagram. "Ich habe damit geplant, dass es zeitnah weitergehen wird", erklärt sie mit Verweis auf die online nach wie vor in Aussicht gestellte, vierte Spielzeit.

"Viele sagen, dass die Branche halt so ist. Aber muss sie denn SO sein? Das war einer meiner Lieblingsjobs", trauert die 34-jährige dem Engagement hinterher.

Rechtsstreit am Horizont?

"Es ist sehr enttäuschend, so viel kann ich sagen, und tut mir weh, weil ihr wisst, ich war bei der Baller League mit dem Herzen dabei", wird Montana Black von der Bild zum Aus der Hallenfußball-Liga zitiert.

Der als Marcel Eris geborene 37-jährige ist einer der erfolgreichsten Streamer Deutschlands und nahm mit den Gönrgy Allstars, benannt nach dem eigens vertriebenen Energy Drink, an der Liga teil. "Gerade habe ich eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass das einfach scheiße ist", so Eris weiter.

 
 
 
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Zur Zukunft einzelner Akteure sagt der (ehemalige) VfR Zimbos-Trainer Salah El Halimi mit Verweis auf die hierzulande weiterhin ausgerichteten Mitbewerber, die Icon League und die Kings League: "Ob man eventuell woanders landet, wird man dann in ein paar Monaten wissen. Die Leute sind so infiziert, dass man gucken wird, ob es anders weitergehen wird."

Zimbos-Teamhead Simon "GamerBrother" Schildgen äußerte sich per Instagram-Story deutlicher: "Was da im Hintergrund passiert ist und wie mit Existenzen gespielt worden ist, ist unter aller Sau. Irgendwann werde ich reden und das wird den Leuten sehr sehr weh tun, was ich zu sagen habe."

Es falle im schwer, ruhig zu bleiben – mehr wolle er zum jetzigen Zeitpunkt dennoch nicht preisgeben, "weil wir wohlmöglich in einen Rechtsstreit mit den Vertretern der Baller League gehen werden."

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