IT-Infrastruktur & ROI
KI-Debakel in Unternehmen: Warum über 50 Prozent der Projekte scheitern

| Redaktion 
| 19.01.2026

Der Hype um Künstliche Intelligenz prallt auf die harte Realität veralteter Infrastrukturen. Eine aktuelle Studie zeigt: Die Hälfte aller KI-Initiativen wird abgebrochen oder verschoben, weil die Verwaltung der Datenmassen zu komplex ist. Die Skalierung in der Cloud allein löst das Problem nicht – es fehlt an operativem Fundament.

Trotz massiver Investitionen und großer Begeisterung in der Führungsetage bleibt der Durchbruch bei KI-Projekten in vielen Großunternehmen aus. Laut einer Erhebung des Daten-Spezialisten DDN, über die The Register berichtet, scheitern IT-Abteilungen weltweit an der enormen Komplexität. Rund zwei Drittel der 600 befragten Unternehmen (über 1.000 Mitarbeiter) geben an, dass ihre KI-Umgebungen schlichtweg nicht mehr verwaltbar seien.

Infrastruktur-Lücke: Begeisterung ohne Basis

Laut Alex Bouzari, CEO von DDN, klafft eine Lücke zwischen dem Wunsch nach KI-Einsatz und der technologischen Realität. „Es fehlt die notwendige Infrastruktur, die Rechenleistung und die operative Grundlage“, so Bouzari. Dies führt zu einem finanziellen Teufelskreis:

  • Projektverzögerungen: IT-Ziele werden nicht erreicht.
  • Ineffizienz: Teure GPUs (Grafikprozessoren) werden nicht voll ausgelastet.
  • Kostenexplosion: Steigende Stromkosten belasten die Rentabilität.

Das Cloud-Dilemma: Skalierung ist keine Heilung

Interessanterweise sind 97 Prozent der befragten Entscheider davon überzeugt, dass die Cloud die einzige Lösung zur Skalierung von KI sei. Bouzari widerspricht dieser Annahme jedoch: Die Herausforderungen, die lokal (On-Premise) existieren, bleiben auch in der Cloud bestehen. Ohne einheitliche Datenstrukturen und eine skalierbare Orchestrierung verlagert man das Komplexitätsproblem lediglich an einen anderen Ort.

Die Forderung: Schulung und schlüsselfertige Lösungen

Um den Return-on-Investment (ROI) zu sichern, müssen KI-Anbieter stärker in die Pflicht genommen werden. Anstatt standardisierter Chatbots benötigen Unternehmen:

  1. Interne Schulungsprozesse: Der Umgang mit komplexen Datenmengen muss gelernt werden.
  2. Maßgeschneiderte Lösungen: KI muss tief mit den spezifischen Firmendaten verknüpft werden.
  3. Beratungsleistung: Anbieter sollten schlüsselfertige Geschäftslösungen implementieren, statt nur Software zu liefern.

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