Die sieben wichtigsten Wirtsfamilien im Wiesn-Business

Familiäre Traditions-Unternehmen schupfen die Geschäfte in den Zelten am Münchner Oktoberfest. Wir haben uns einige der alteingesessenen Betreiber angeschaut.

Trinken, Tanzen, Trachten tragen – das ist auch aktuell wieder das Motto, wenn die Besucher in Massen auf die Wies’n strömen. Während die einen die Sau rauslassen, arbeitet in den großen Festzelten eine Armada an Servicepersonal daran, dass das Bier fließt, die Weißwürschte schön heiß sind und der Sound stimmt. Das Geschäft in den Zelten brummt und jene Gastronomen, die eines betreiben, dürfen sich zu einer Gruppe an ausgewählten Münchner Wirts-Dynastien zählen. Denn normalerweise werden die Zelte von Generation zu Generation weitergereicht.

Hier ein Überblick über die wichtigsten Familienunternehmen auf der Wiesn:

Familie Schottenhamel

Das erste Festzelt überhaupt auf der Münchner Wiesn, das Schottenhamel, betreibt seit 1867 immer dieselbe, gleichnamige Familie. Christian und Michael F. Schottenhamel können von ihrem Festzelt behaupten, dass dort die Wiesn offiziell zum ersten Mal eröffnet wurde. So wird auch heute noch eine der wichtigsten Amtshandlungen des Münchner Oberbürgermeisters an genau denselben Ort getätigt: Am ersten Wiesensamstag um Punkt 12 Uhr sticht dieser das erste Fass an und ruft: O’Zapft is. Kein Wunder, dass das Zelt Kultstatus genießt. Michael Schottenhamel, der das Zeltgeschäft mit Christian seit 2015 leitet, ist zu Wiesn-Zeiten ab 7.30 bis kurz vor Mitternacht im Zelt. Das Frühstück mit frischen Semmeln dient immer zur Mitarbeiterbesprechung, erklärt er. Vor dem Heimgehen genehmigt er sich dann gerne einen Schluck frisch gezapftes Bier. https://schottenhamel.de/

Familie Käfer

Ein jeder, der sich in der Welt der Stars und Sternchen auskennt weiß: Das Käfer-Zelt ist „the place to be“ am Oktoberfest. Hier gilt das Motto „sehen und gesehen werden“. Cathy Hummels und Lilly Becker zeigen ihre neuesten Dirndl und plaudern über ihre Verflossenen und der ein und andere Fußball-Star trinkt ausnahmsweise einmal einen über den Durst. Wer einen Tisch reservieren will, der muss früh dran sein. Doch es heißt, dass Firmenchef Michael Käfer nicht gut nein sagen kann und sich daher für jeden der unbedingt drin sein will noch ein Plätzchen gefunden hat. Daneben betreiben die Käfers unter anderem noch DIE Feinkostadresse in München. Das Geschäft im Nobelstadtteil Bogenhausen ist über Bayern hinaus für seine feinen Speisen berühmt. https://www.feinkost-kaefer.de/

Familie Steinberg

Silja Steinberg ist ebenso wie Kollege Schottenhamel während der Wiesn jeden Tag von früh bis spät im Festzelt. Sie hat das Sagen im Hofbräuzelt und ebenso im Hofbräukeller. Silja ist seit 1997 in der Geschäftsführung des Hofbräukellers und seit 2011 führt sie das Festzelt. Die Powerfrau gibt gerne Gas, hat dabei aber nie ihre Herzlichkeit verloren. Sie kümmert sich darum, dass im Hofbräukeller nicht nur Bier unterm uralten Kastanienbaum im Garten genossen wird, sondern sorgt auch für jede Menge Veranstaltungen dort: Von Kabarett, über Krimi-Dinner bis zum Trachtenflohmarkt. https://www.hofbraeukeller.de/

Familie Inselkammer

Seit 1990 betreibt die Gastwirte-Familie mit viel Leidenschaft das Armbrustschützenzelt. Die traditionsbewussten Bayern bespielen daneben auch noch das 4-Sterne-Hotel Platzl, in dem jeder Gast ein Wiesn-Package zur Begrüßung bekommt, das Restaurant Pfistermühle , das Wirtshaus Ayinger am Platzl, das Marias Platzl direkt am Mariahilfplatz und das Ayinger in der AU. Katharina Inselkammer, die mit ihrem Mann Peter das Armbrustschützenzelt betreibt ist bekannt für ihr soziales Engagement im Osten der Stadt in ihrer kunst-Werk-küche. https://www.armbrustschuetzenzelt.de/

Familie Roiderer

Die Familie ist seit 1989 für das Hacker Festzelt zuständig. Einen besonderen Namen hat sich Toni Roiderer gemacht, der von 2002 bis 2017 die Rolle des Wiesnwirte-Sprechers innehatte. Während dieser Zeit vertrat er seine Kollegen gegenüber der Stadt und stand für deren Belange ein, stets im Bestreben, die Wiesn so zu bewahren, wie sie von den Besuchern geschätzt wird. Unter dem Motto „Die Wiesn - Oft kopiert, nie erreicht" legte er 2017 sein Amt nieder und überließ es der nachfolgenden Generation. Außerdem betreibt die Familie seit vier Generationen den Gasthof zum Wildpark im oberbayerischen Dort Straßlach. Fleisch und Wurst, welches dort kredenzt wird, stammt ausschließlich aus der hauseigenen Metzgerei. https://hacker-festzelt.de/

Familie Reinbold

Eduard Reinbold übernahm das Gastro-Gen von seinen Eltern, die den Weißbierkeller in der Mathäser-Bierstadt führten. 1966 folgte dann die Übernahme des „Zum Franziskaner", der ältesten Gaststätte Münchens mitten in der Innenstadt. Heute führt Eduard gemeinsam mit Sohn Mathias das Unternehmen, zu dem außerdem noch das Hotel Drei Löwen, der Löwenbräukeller und eine Event- und Kochlocation namens Lions Kitchen gehören. Auf der Wiesn betreibt die Familie das Schützen-Festzelt, das mit seinen 6.500 Plätzen für seine Bombenstimmung bekannt ist. https://schuetzen-festzelt.de/de/

Familie Haberl

Seit 1980 führt die Wirtsfamilie die traditionelle Ochsenbraterei. Ihr Credo seit jeher: hohe Qualität bei den Speisen, Herzlichkeit in der Bewirtung von Gästen und die Bewahrung der Tradition. Hier kommen die meisten Zutaten aus der Region, so auch beim Signature Dish, dem mamorierten Ochsenbraten in kräftiger Rotweinsoße mit Kartoffelsalat. Zusätzlich führen die Haberl’s noch eine Reihe weiterer Institutionen in München und Umland: Etwa das Restaurant und Biergarten am Chinesischen Turm, den Michaeligarten, die Kugler-Alm, den Biergarten Zum Flaucher, den Taxisgarten und den Hopfengarten. https://haberl.de/

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