Angst vor Inflation und Armut treibt die Deutschen um

| Alexander Schöpf 
| 06.07.2022

Sorge vor einem militärischen Konflikt nimmt hingegen ab.

Inflationsgetriebene Preissteigerungen lösen hierzulande die größte Besorgnis aus. Mehr als vier von zehn (42 Prozent) Deutschen geben Inflation als eine ihrer derzeit größten Sorgen an – ganze sechs Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Das zeigt die aktuelle "What Worries The World"-Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos, die jeden Monat in 27 Ländern durchgeführt wird.

Dicht hinter Inflation folgt mit 38 Prozent Besorgten (plus zwei Prozentpunkte gegenüber Vormonat) eine ebenfalls von Geldnot geprägte Sorge, nämlich die vor Armut und sozialer Ungleichheit. Auch global ist Inflation bereits seit drei Monaten das Sorgenthema Nummer eins. Besonders groß ist die durch Inflation ausgelöste Besorgnis in Polen (64 Prozent) und Argentinien (62 Prozent).

COVID beschäftigt nur noch wenige

Damit verdrängen Inflation und Armut die Sorge vor einem militärischen Konflikt von der Spitze der Sorgenskala in Deutschland. Nur noch knapp jeder Dritte Deutsche (31 Prozent) führt die Angst vor einem bewaffneten Konflikt als eine der Hauptbesorgnisse an, gegenüber 41 Prozent, die noch im Juni diese Sorge äußerten.

Währenddessen besorgt die Corona-Pandemie einen immer kleiner werdenden Teil der deutschen Bevölkerung. Seit einem halben Jahr ist der Anteil derer, die COVID-19 als eine der größten Sorgen angeben, stetig gesunken. War es im Dezember 2021 noch jeder Zweite (51 Prozent), ist es in der aktuellen Umfrage nicht einmal jeder Fünfte (18 Prozent), der sich aufgrund des Coronavirus besorgt zeigte. Damit liegt Deutschland allerdings noch immer über dem globalen Durchschnitt. Weltweit beträgt der Sorgenwert unter den Befragten lediglich zwölf Prozent (minus vier Prozentpunkte). Japan führt das COVID-Sorgenranking mit 33 Prozent an. Mit lediglich drei Prozent der Befragten, die sich aufgrund von Corona sorgen, steht Ungarn am unteren Ende der Liste.

www.ipsos.de

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