5 Dinge, die ich gerne gewusst hätte, als ich noch kein CEO war

Gastkommentar von Eugene Xiong, Gründer des globalen Software-Unternehmens Foxit.

Anwälte, Sales Manager oder Software-Entwickler – alle haben eines gemeinsam: Sie lernen "on the job". Sie machen Erfahrungen und auch Fehler und werden dadurch besser und erfolgreicher. Gerade Firmengründer können davon ein Lied singen. Trotzdem: Als Gründer und CEO eines globalen Software-Unternehmens hätte ich ehrlich gesagt einige Dinge gerne schon vorher gewusst. Diese fünf Lektionen hätten mir auf meinem Weg besonders geholfen:

  1. Gute Kommunikation ist schwierig – auch in kleinen Teams
    Kommunizieren ist gar nicht so leicht. Missverständnisse führen schnell zu Verspätungen, vertanen Chancen und Spannungen. Ein Beispiel: Wenn wir finanzielle Daten kommunizieren, achten wir heute genau auf jeden Wert und wie er interpretiert werden könnte. Verschiedene Menschen interpretieren eine Zahl auf verschiedene Weise. Und besonders wenn ein Unternehmen verschiedene Sprachen, Kulturen, Zeitzonen und mehr unter einem Dach vereint, sind klare Prozesse nötig. Die richtigen digitalen Plattformen und Projektmanagement-Tools sind dabei eine große Hilfe.

  2. Die Konkurrenz täuscht uns mit ihrem Marketing
    Natürlich achten wir darauf, was die Konkurrenz über ihre Produkte und den Markt kommuniziert. Hinterfragen lohnt sich aber. Gerade kleine Unternehmen lassen sich leicht mal von den großen Playern beeindrucken bzw. beeinflussen. Oft sind diese aber zu selbstsicher in ihrem Glauben, den Kunden genau zu kennen. Hören Sie lieber selbst auf die Kunden und ihre Bedürfnisse. Auch wir ließen uns schon mal vom Marketing-Material eines Mitbewerbers täuschen. Im Nachhinein stellten wir fest, dass es falsche Versprechen waren – und die Erwartungen der Kunden enttäuscht wurden.

  3. Was die Kunden wollen, ist oft nicht annähernd das, was wir glauben
    Passend zum letzten Punkt: Es ist allzu verlockend – und gefährlich – zu glauben, die Bedürfnisse der Kunden genau zu kennen. Es braucht Zeit, Mühe und Struktur, um sie herauszufinden. Und die Kunden selbst können ihre Bedürfnisse auch nicht immer klar artikulieren. Außerdem sollten wir nie vergessen: Nicht nur die Einkäufer, sondern viele verschiedene User beeinflussen, welches Produkt oder Service gekauft wird.

  4. Es ist schwer, die Menschen aus der Komfortzone zu locken
    Manche Menschen brauchen Jahre, bevor sie ihre Skepsis gegenüber Innovation und neuer Technologie verlieren. Das haben wir als Software-Unternehmen etwa bei unseren Mobile- und Cloud-Lösungen erlebt. Dennoch hat Innovation Priorität, um am Markt bestehen zu können. Umso wichtiger ist es dabei, dass Führungskräfte selbst offen für neue Ideen und Denken „outside the box" sind, Scheitern akzeptieren und bereichsübergreifendes Teamwork fördern.

  5. Wenn man im Chaos startet, ist Ordnung schaffen schwer
    Natürlich ist es etwa für ein kleines Start-up schwierig, ein funktionierendes Business mit klaren Strukturen auf die Beine zu stellen. Trotzdem ist es wichtig, von Anfang an mit einer Roadmap die Abläufe, Pläne und Prozesse klar zu definieren. Wir hatten etwa im Bereich Beschaffung immer wieder Probleme und dachten, mit einem größeren Management-Team lösen wir diese im Handumdrehen. Es dauerte aber Jahre – und wir sind noch immer nicht ganz am Ziel. Klare Organisation und offener Austausch innerhalb des Teams sind von Anfang an essenziell, damit auf Hindernisse schnell reagiert werden kann.

www.foxit.com


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Über den Autor

Eugene Xiong gründete Foxit Software Incorporated im Jahr 2001 und ist seither Präsident und CEO des Unternehmens. Unter seiner Führung wächst das Unternehmen rasant, beschäftigt weltweit Hunderte von Mitarbeitern und hat sich zu einem weltweit führenden Anbieter von PDF- und eSign-Lösungen sowie elektronischer Dokumententechnologie entwickelt. Die Europazentrale von Foxit ist in Berlin.

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Eugene Xiong gründete Foxit Software Incorporated im Jahr 2001 und ist seither Präsident und CEO des Unternehmens. Unter seiner Führung wächst das Unternehmen rasant, beschäftigt weltweit Hunderte von Mitarbeitern und hat sich zu einem weltweit führenden Anbieter von PDF- und eSign-Lösungen sowie elektronischer Dokumententechnologie entwickelt. Die Europazentrale von Foxit ist in Berlin.

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