Gewinnerinnen zeigen Gesicht
Goldene Bild der Frau: Plakate für Alltagsheldinnen

| Redaktion 
| 08.06.2026

Von Lego-Rampen zugunsten der Barrierefreiheit über Beratung für krebskranke Mütter bis hin zur Hilfe für Menschen und ihre Haustiere in finanziellen Notlagen: Die fünf diesjährigen Gewinnerinnen der Goldenen Bild der Frau engagieren sich auf ganz unterschiedliche Weise für andere. Gemeinsam haben sie wiederum, dass sie und ihre Projekte ab Dienstag durch eine bundesweite Plakatkampagne ins Rampenlicht gerückt werden.

Im vergangenen November wurden Donya Golafshan, Carolin Feismann, Miriam Peters, Christina Schreiber und Helene Nestler mit der Goldenen Bild der Frau geehrt – eine vor genau 20 Jahren ins Leben gerufene Auszeichnung für Damen aller Altersklassen, die außergewöhnlichen persönlichem Einsatz für andere Menschen oder gesellschaftliche Anliegen an den Tag legen.

Die fünf im Vorjahr prämierten Frauen wurden von der Ehrung in Hamburg derweil genauso wenig überrascht wie aufmerksame Beobachter, schließlich wurden die vom verantwortlichen Verein hinter dem Preis ausgewählten "Alltagsheldinnen" viele Monate vorher bestimmt.

Und nicht nur das: An Bushaltestellen, in Fußgängerzonen oder auf Digitalboards waren sie die Gesichter einer bundesweiten Plakatkampagne, die das vielbeschworene "mehr Sichtbarkeit verschaffen" traditionell wörtlich versteht.

Plakatkampagne verspricht monatelange Sichtbarkeit

Die inzwischen 19. Gala rund um die Goldene Bild der Frau ist für Mittwoch, 18. November dieses Jahres angesetzt, wobei Moderator Kai Pflaume einmal mehr rund 500 Gäste "aus Show, Sport, Politik, Wirtschaft und Ehrenamt" begrüßt. Austragungsort ist im Spätherbst erneut das Stage Theater in Hamburg.

Abgesehen von den Gewinnerinnen selbst ändert sich zur kommenden Ausgabe auch sonst herzlich wenig: Alle Geehrten erhalten weiterhin ein wohlverdientes Fördergeld in Höhe von 15.000 Euro, während für die dazugehörige Plakatkampagne erneut die Fotografin Gabo und die die Hamburger Agentur Frahm und Wandelt verantwortlich zeichnen. Genau wie seit 18 Jahren kommt die Werbefläche für die Plakate von WallDecaux.

Plakatmotiv mit Rita Ebel (Bild: Goldene Bild der Frau / Gabo)
Plakatmotiv mit Rita Ebel (Bild: Goldene Bild der Frau / Gabo)

Bis zum Vortag der feierlichen Verleihung im November dürfen Interessierte zudem per Telefon oder online darüber abstimmen, wer den obendrauf mit 30.000 Euro dotierten Publikumspreis gewinnt. Im vergangenen Jahr durfte sich Carolin Feismann aus Nottuln mit ihrem tiergestützten Kinderhospiz über doppelte Ehrung freuen. Alle Preisgelder stellt die Deutsche Postcode Lotterie zur Verfügung.

Goldene Bild der Frau: Die Preisträgerinnen 2026

  • Rita Ebel (Hanau)
    Nach einem Verkehrsunfall vor 31 Jahren sitzt Rita Ebel im Rollstuhl und weiß aus eigener Erfahrung, wie ausgrenzend schon kleine Stufen sein können. Deshalb baut die 68-Jährige seit sieben Jahren bunte Rollstuhlrampen aus Lego. Mit Unterstützung ihrer Familie und vieler Helfer entstanden bereits über 150 Exemplare, während ihre Bauanleitung rund um die Welt geteilt wird. Inzwischen ist die AWO Hanau Träger des Projekts.

  • Charlotte Arnold (Frankfurt am Main)
    Ebenfalls aus einer persönlichen Krise entstand im Falle von Charlotte Arnold ein Netzwerk, das betroffenen Frauen Halt, Orientierung und Hoffnung gibt. Als bei Arnold während ihrer Schwangerschaft Brustkrebs diagnostiziert wird, kämpft sie gleichzeitig um ihre eigene Gesundheit und die ihres ungeborenen Kindes. Nach ihrer erfolgreichen Behandlung gründete die Juristin vor sieben Jahren den Verein Pro Mater Sano, mit dem sie Schwangere und junge Mütter mit Krebs bei Anträgen, Behördenwegen und psychischen Belastungen unterstützt – und dort hilft, wo Systeme versagen.

Plakatmotiv mit Rita Ebel (Bild: Goldene Bild der Frau / Gabo)
Plakatmotiv mit Rita Ebel (Bild: Goldene Bild der Frau / Gabo)

  • Jermabelle Westner (München)
    Jermabelle Westner wuchs in den Slums von Manila auf, verlor früh ihre Eltern und wurde später nach Deutschland adoptiert, wo sie den Verein Matulong-hilfreich gründete. Seitdem will sie Kindern in Manila den Zugang zu Bildung erleichtern und Familien dabei helfen, nachhaltige Lebensgrundlagen aufzubauen. Bereits über 300 Kinder konnten davon profitieren.

  • Juliane Kronen (Köln)
    Juliane Kronen wollte einst tausende ungenutzte Shampoo-Flaschen spenden, scheiterte jedoch an bürokratischen Hürden. Als Reaktion darauf entstand innatura – eine Plattform, die überschüssige Neuwaren an soziale Einrichtungen vermittelt. Seit 2013 wurden Produkte im Wert von rund 60 Millionen Euro weitergegeben und etliche Tonnen Abfall vermieden. So verbindet Juliane Kronen soziale Verantwortung mit Nachhaltigkeit und setzt sich für bessere Rahmenbedingungen für Sachspenden ein.

  • Kara Schott (Hamburg)
    Wenn Menschen in finanzielle Not geraten, sind Haustiere oft ihr letzter Halt. Mit der Tiertafel Hamburg sorgt Kara Schott dafür, dass Mensch und ihre treuesten Freunde auch Widrigkeiten zum Trotz zusammenbleiben können: Ihr Verein versorgt Haustiere mit Futter und medizinischer Hilfe, unterstützt gleichzeitig aber auch die Besitzerinnen und Besitzer mit Mahlzeiten, Kleidung und Beratung. Damit hilft Kara Schott dort, wo soziale Not und Tierliebe aufeinandertreffen.

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