Düsseldorfer Kunstszene
Kunsthaus Victor Popescu feiert 75-jähriges Bestehen

| Redaktion 
| 03.11.2026

Seit 75 Jahren ist das Kunsthaus Victor Popescu Teil der Düsseldorfer Kunstszene. Zum Jubiläum öffnet die Ateliergemeinschaft ihre Arbeitsräume und präsentiert erstmals eine gemeinsame Ausstellung. Hinter dem Fortbestand des Hauses steht eine Eigentümerin, die sich bewusst gegen die wirtschaftliche Verwertung urbaner Räume positioniert.

Das Kunsthaus Victor Popescu in der Düsseldorfer Friedrichstadt begeht im November 2026 ein doppeltes Jubiläum: Während das Haus auf eine 75-jährige Geschichte zurückblickt, bestehen die angeschlossenen KHP-Ateliers seit 15 Jahren. Vom 13. bis 15. November lädt die Künstlergemeinschaft zu einer Jubiläumsveranstaltung mit Ausstellung, offenen Ateliers und Musikprogramm ein. Die Ausstellung bleibt anschließend bis zum 13. Dezember zugänglich.

Im Mittelpunkt stehen zehn Künstler, die auf knapp 300 Quadratmetern arbeiten. Erstmals präsentieren sie sich gemeinsam in einer Ausstellung. Besucher erhalten während des Jubiläumswochenendes zudem Einblicke in die Arbeitsräume der Ateliergemeinschaft.

Von der Antiquitätenhandlung zum Kunsthaus

Die Geschichte des Hauses an der Adersstraße 45 beginnt im Jahr 1951. Damals gründete Victor Popescu das Kunsthaus und widmete sich dem Handel mit Antiquitäten, darunter historische Ölgemälde, Teppiche und Möbel. Darüber hinaus war er als Gutachter für die Industrie- und Handelskammer tätig.

Nach seinem Tod übernahm seine Tochter Stela Popescu-Böttger die Verantwortung für das Haus. Die Kunsthistorikerin entwickelte den Standort zu einem Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst weiter. Neben lokalen Positionen berücksichtigt sie auch internationale Kunstströmungen. Ein Beispiel ist die von ihr kuratierte Ausstellung „Iran Avantgarde“ aus dem Jahr 2018.

Seit 2011 stellt Popescu-Böttger Räume für zeitgenössische Künstler zur Verfügung. Daraus entwickelte sich die heutige Ateliergemeinschaft, deren Mitglieder unterschiedliche künstlerische Disziplinen vertreten.

Eigentümerin setzt auf den Erhalt von Kreativräumen

Die Entscheidung, das Kunsthaus fortzuführen, ist für Popescu-Böttger eng mit ihrer Familiengeschichte verbunden. Sie wuchs in dem Gebäude auf und erinnert sich an Gemälde, die für sie als Kind ein Bilderbuch ersetzten, sowie an Stapel alter Teppiche, die sie als Spielplatz nutzte.

Neben dieser persönlichen Verbindung steht eine grundsätzliche Haltung zur Nutzung städtischer Immobilien. „Ohnehin wehre ich mich gegen die Kapitalisierung urbaner Räume. Ich bin eine Bewahrerin – und dazu gehört der Erhalt dieses Hauses“, erklärt die Eigentümerin.

Damit verbindet sie den Fortbestand des Kunsthauses mit dem Anspruch, Arbeitsräume für Kunstschaffende langfristig zu erhalten. Konkrete Angaben zur Finanzierung des Atelierbetriebs oder zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen macht die Pressemitteilung nicht.

Jubiläumsausstellung mit offenen Ateliers

Das Jubiläumsprogramm beginnt am Freitag, dem 13. November, um 19 Uhr mit einer Vernissage. Die Eröffnungsrede hält Popescu-Böttger selbst. Am Samstag öffnet die Ausstellung ab 14 Uhr. Ab 17 Uhr tritt das Tango-Orchester „El Camino“ auf.

Am Sonntag, dem 15. November, findet ab 11 Uhr ein öffentliches Atelier-Frühstück statt, für das eine vorherige Anmeldung erforderlich ist. Die Ausstellung ist an diesem Tag von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Ergänzend zur Gemeinschaftsausstellung zeigt das Kunsthaus eine Fotodokumentation seiner 75-jährigen Geschichte. Erstmals erscheint außerdem eine käuflich erhältliche Editionsmappe mit Arbeiten der Ateliergemeinschaft. Ein Jubiläumskatalog soll nach der Veranstaltung folgen.

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