Pitch bei Prime Video
Steigt Stefan Raab als nächstes in die Seifenkiste?

| Redaktion 
| 22.10.2026

Ein selbstgebauter Flitzer, ein abschüssiger Parcours und der Traum vom großen Triumph: Beim Seifenkistenrennen kommen kindlicher Bastelstolz und waschechtes Wettkampffieber zusammen. Nächstes Jahr will Prime Video dem Klassiker gemeinsam mit Red Bull eine eigene Show widmen, für die Raab Entertainment inzwischen den Zuschlag als Produktionspartner erhalten haben soll.

Am Dienstag hat Stefan Raab seinen 60. Geburtstag gefeiert. Mehrere deutsche Publikationen haben den Anlass genutzt, um sich zu fragen, ob und inwiefern die Showkonzepte des Kölner Multitalents noch in die heutige Zeit passen – doch Raab selbst scheint wie gewohnt weitgehend unbeeindruckt von Kritik und Skepsis zu operieren: Seine Produktionsfirma Raab Entertainment hat offenbar einen Deal mit Prime Video, dem Streaming-Service von Amazon, an Land gezogen.

Konkreter geht es sogar um den "bislang größten Produktionsauftrag des Streamers in Deutschland für ein neues Show-Event", wie DWDL (präsentieren nächsten Monat ihre erste eigene Preisverleihung) berichtet.

Demnach konnte sich Raab Entertainment schon im Sommer in einem Pitch-Verfahren behaupten, an dem mit Constantin Entertainment, Endemol Shine Germany und ITV Studios Germany weitere veritable Schwergewichte der Branche teilgenommen haben.

Seifenkisten: Bastelstolz auch auf dem Bildschirm?

Im inhaltlichen Mittelpunkt des Projekts steht das gute, alte Seifenkistenrennen. Die meist aus Holz gefertigten, motorlosen Vehikel rollen allein durch Schwerkraft geeignete Abhänge hinab – wer dabei am geschicktesten bremst und durch Kurven manövriert, darf sich Hoffnung auf den Sieg machen. Während sich Fahrer auf jede Bodenwelle konzentrieren, werden sie von Zuschauern am Streckenrand angefeuert.

"Normale" Seifenkistenrennen sind meist mit eigener Handarbeit verbunden, die sich häufig als generationsverbindende Tätigkeit zwischen Eltern und Kindern erweist. Wenn der selbstgebaute Flitzer nach vielen Stunden der Tüftelei in der heimischen Garage endlich an die Startlinie geschoben wird, verschmelzen Bastelstolz, Rennfieber und Nervenkitzel auf durchaus herzerwärmende Weise.

Ob und inwiefern der DIY-Aspekt zum Konzept gehört, mit dem Raab Entertainment im Pitch überzeugen konnte, ist bislang nicht bekannt. Genauso wenig gibt es Informationen darüber, ob Stefan Raab persönlich mit einer Teilnahme plant oder sich auf rein hintergründige Aufgaben beschränkt. Auch der Starttermin ist mit dem Jahr 2027 noch ziemlich weit gefasst.

Red Bull mischt mit

Als Urheber zahlreicher sportlich-spektakulärer Showformate wirkt Stefan Raab samt seiner Produktionsfirma wie ein durchaus naheliegender Partner für das Vorhaben von Prime Video. Gleichzeitig soll er nicht der einzige Spezialist dieser Art sein, der an der Realisierung des Seifenkisten-Formats arbeitet: Auch Red Bull (haben im September etwa den zweiten Red Bull Wattlauf veranstaltet) ist offenbar an Bord.

Beim Auftrag des US-amerikanischen Megakonzerns und des österreichischen Getränkeherstellers würde es sich für Raab Entertainment um die erste Produktion außerhalb des laufenden RTL-Vertrags oder Eurovision-Engagements handeln. DWDL zufolge können Raab und sein Team bei der Umsetzung mit einem "mittleren einstelligen Millionenbudget" rechnen.

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