Mehr Flexibilität beim Check-in
Hamburg Airport: 1,7 Mio. für 22 Hybrid-Check-in-Schalter

| Redaktion 
| 01.10.2026

Hamburg Airport investiert 1,7 Millionen Euro in 22 neue Hybrid-Schalter und macht damit bestehende Check-in-Flächen flexibler nutzbar. Airlines können die Counter künftig je nach Bedarf mit Personal oder für Self-Bag-Drop einsetzen. Gleichzeitig erweitert der Flughafen den Service an den Gates – mit Ansagen in sechs Sprachen. Hinter dem Umbau steht ein deutlich größeres Modernisierungsprogramm.

Hamburg Airport erweitert im Rahmen seines Modernisierungsprogramms "HAM Upgrade" die automatisierte Gepäckabgabe. 22 der insgesamt 90 Check-in-Schalter werden dafür so umgebaut, dass Airlines sie künftig flexibel mit Personal oder als Self-Bag-Drop nutzen können. Die Investition in die Hybrid-Schalter beläuft sich auf rund 1,7 Millionen Euro.

Welche Betriebsart zum Einsatz kommt, entscheidet die jeweilige Fluggesellschaft. Beim klassischen Check-in übernehmen Mitarbeiter der Airline die Abfertigung und Gepäckannahme. Im Selfservice geben Reisende ihren bereits mit einem Gepäckanhänger versehenen Koffer selbst auf.

Wer bereits online eingecheckt hat und eine Bordkarte besitzt, kann das Gepäck damit unabhängig von den klassischen Öffnungszeiten der Airline-Schalter aufgeben.

22 Schalter wechseln zwischen zwei Modi

Bislang stehen am Hamburg Airport 30 fest installierte Self-Bag-Drop-Automaten zur Verfügung. Davon befinden sich 20 im Terminal 1 und zehn im Terminal 2. Die neuen Hybrid-Schalter ergänzen diese Infrastruktur: 14 bestehende Counter werden im Terminal 1 umgerüstet, weitere acht im Terminal 2.

Der Unterschied liegt in der flexiblen Nutzung. Während die bestehenden Gepäckautomaten ausschließlich für die automatische Gepäckaufgabe vorgesehen sind, können die neuen Hybrid-Counter zwischen Selfservice und klassischer Abfertigung wechseln. Dadurch entstehen zusätzliche bedarfsgerechte Kapazitäten, ohne dass weitere Schalterflächen gebaut werden müssen.

Der Umbau betrifft nicht nur die Counter. Auch die Gepäckförderanlage muss angepasst werden. "Für die Doppelnutzung werden nicht nur die Counter selbst umgebaut. Auch an der Gepäckförderanlage sind Anpassungen erforderlich – unter anderem an der Steuerung und durch zusätzliche Lichtschranken", erklärt Mirjam Fröhlich, Leiterin Terminal- und Gepäckmanagement am Hamburg Airport. Hinzu kämen systemische Umstellungen, damit die Schalter sicher und zuverlässig zwischen klassischem Check-in und automatisierter Gepäckaufgabe wechseln können.

Self-Bag-Drop wird stärker genutzt

Aktuell bieten zwölf Airlines am Hamburg Airport die automatische Gepäckaufgabe an. In den kommenden Wochen sollen Turkish Airlines und Wizz Air an das System angebunden werden.

2025 wurden nach Angaben des Flughafens rund 1,38 Millionen Gepäckstücke über Self-Bag-Drop-Anlagen aufgegeben. Das entsprach etwa jedem dritten Gepäckstück. Für 2026 rechnet der Flughafen mit rund 1,5 Millionen automatisch aufgegebenen Koffern. In der morgendlichen Abflugspitze werden zeitweise bis zu 70 Prozent aller Gepäckstücke über die Automaten abgefertigt.

Der Ausbau in Hamburg knüpft an die Digitalisierung der Flughafenabfertigung an. Automatisierte Gepäckprozesse und digitale Check-in-Lösungen spielen dabei auch an anderen deutschen Flughäfen eine Rolle.

Ansagen künftig in sechs Sprachen

Parallel zu den Hybrid-Schaltern führt Hamburg Airport ein neues Ansagesystem an den Gates ein. Informationen zum Boardingstart, zum letzten Aufruf oder zu Gate-Änderungen können künftig auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Türkisch und Spanisch ausgegeben werden.

Beide Maßnahmen sind Teil von "HAM Upgrade", das 2026 und 2027 fortgesetzt wird. Insgesamt investiert der Flughafen nach eigenen Angaben mehr als 35 Millionen Euro in das Modernisierungsprogramm. Dazu gehören digitale Services, optimierte Abläufe, die Modernisierung der Sanitärbereiche, neu gestaltete Sitzbereiche sowie Investitionen in die technische Infrastruktur.

Hamburg Airport ist nach eigenen Angaben der fünftgrößte Flughafen Deutschlands. 2025 nutzten rund 14,8 Millionen Passagier den Standort. Rund 55 Airlines verbinden Hamburg im Jahresverlauf direkt mit etwa 120 Zielen.

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