Gründer von STELP
Serkan Eren zu zehn Jahren Haft verurteilt

| Redaktion 
| 22.09.2026

Der mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Gründer der Hilfsorganisation STELP, Serkan Eren, ist im Juni 2025 nicht wie geplant von einem Einsatz im Iran zurückgekehrt. Nach Wochen der Ungewissheit stellte sich heraus, dass er in Gewahrsam genommen wurde – und nun offenbar verurteilt: Wegen "Kontakten zu einem Land, das der Iran als verfeindet einstuft", soll er zehn Jahre im Gefängnis verbringen.

Wo andere Hilfsorganisationen oft langfristig planen müssen, setzt STELP auf schnelle und unbürokratische Hilfe: Der Stuttgarter Verein entstand vor einem Jahrzehnt aus einer privaten Hilfsaktion entlang der Balkanroute und engagiert sich heute gemeinsam mit lokalen Partnern in Krisen- und Katastrophengebieten weltweit, wobei das Spektrum von akuter Nothilfe über medizinische Versorgung und Lebensmittelhilfe bis hin zu Projekten für Bildung, Wasser und nachhaltige Entwicklung reicht.

"Seit ich STELP vor acht Jahren gegründet habe, hat sich mein Leben komplett verändert", berichtete uns Gründer Serkan Eren, der für sein Engagement bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, vor zwei Jahren im Leadersnet-Interview. "Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht arbeite; an dem ich nichts für STELP mache."

"Das hat auch Schattenseiten, ich möchte es hier nicht nur beschönigen“, gestand er gleichzeitig – und aktuell wird er damit offenbar besonders intensiv konfrontiert: Wie seine Organisation am Dienstag bestätigt hat, wurde Serkan Eren im Iran zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt.

Ausreise im Juni 2025 scheitert

Im Juni 2025 begab sich Serkan Eren demnach in die islamische Republik am Persischen Golf, "um im Rahmen eines humanitären Hilfseinsatzes Menschen in Not zu unterstützen".

Am Monatsende konnte er das Land nicht wie geplant verlassen; zeitweise hatten STELP und Vertraute keine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mehr. Erst Wochen später bestätigte sich, dass Eren im Iran inhaftiert wurde.

Seinerzeit eskalierte der anhaltende Konflikt zwischen dem Iran auf der einen sowie Israel und den USA auf der anderen Seite; über den Jahreswechsel wurden landesweite Proteste der Bevölkerung gegen die amtierende Regierung vielfach gewaltsam niedergeschlagen.

Selbst die iranische Führung spricht von über 3000 Toten – diverse Organisationen gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt. Im Februar dieses Jahres wurde Ali Khamenei, seit 1989 die zentrale politische Figur Irans, bei US-israelischen Luftangriffen getötet.

Die politische und gesellschaftliche Lage im Land ist mit "angespannt" entsprechend kaum angemessen umschrieben. In diesem Klima ist Serkan Eren nun offenbar vor Gericht schuldig gesprochen worden, wobei die Mitteilung von STELP weder mehr zum Ort noch zum konkreten Tatvorwurf an den Gründer verrät.

STELP: Strafmaß wird "den Umständen des Falls nicht gerecht"

"Das Gericht legt Serkan Kontakte zu einem Land zur Last, das der Iran als verfeindet einstuft“, so STELP im Statement zur Sache. "Diese rechtliche Bewertung können wir nicht nachvollziehen. Wir sind über dieses Urteil zutiefst bestürzt und halten es in keinster Weise für gerechtfertigt."

"Serkan ist als humanitärer Helfer in den Iran gereist, um dort Menschen in einer Notlage zu unterstützen. Aus unserer Sicht werden das Urteil und insbesondere das Strafmaß den Umständen des Falls nicht gerecht."

Zum Schutz des Gründers und anderen Beteiligten verzichte man zum gegebenen Zeitpunkt auf weitere Details, stehe jedoch eng mit türkischen Behörden in Kontakt. Die Organisation sei "überzeugt, dass die verantwortlichen Stellen ihrerseits alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, um sich für Serkan einzusetzen". Eren ist türkischer Staatsbürger.

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