55 Prozent befürworten Abgabe
Zuckersteuer: Cola-Kiste könnte bis zu 4,50 Euro teurer werden

Die Zuckersteuer findet in Deutschland mehrheitlich Zustimmung. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage befürworten 55 Prozent der Deutschen eine Sonderabgabe auf zuckerhaltige Getränke. Die Pläne könnten zugleich deutliche Auswirkungen auf die Preise haben: Eine Kiste Cola oder Limonade könnte zwischen 2,50 und 4,50 Euro teurer werden.

Die geplante Zuckersteuer wird von einer Mehrheit der Deutschen unterstützt. 55 Prozent halten eine Sonderabgabe auf zuckerhaltige Getränke für richtig, 44 Prozent lehnen sie ab. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von stern und RTL Deutschland.

Die Zuckersteuer könnte sowohl die Staatseinnahmen als auch die Verbraucherpreise deutlich verändern. Branchenverbände rechnen einschließlich Mehrwertsteuer mit fast vier Milliarden Euro zusätzlichen Einnahmen. Eine Kiste Cola oder Limonade würde demnach zwischen 2,50 und 4,50 Euro mehr kosten.

Zuckergehalt soll über Höhe der Steuer entscheiden

Die Bundesregierung will mit der Abgabe den Konsum gesüßter Getränke reduzieren und zugleich zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt erzielen. Die Höhe soll sich nach dem Zuckeranteil des jeweiligen Getränks richten. Grundlage dafür ist die Empfehlung einer vom Gesundheitsministerium eingesetzten Kommission.

Für Diskussionen sorgte zuletzt vor allem die Frage, welche Produkte von der Steuer erfasst werden. Bereits Ende August zeichneten sich deutlich weiterreichende Pläne für die Zuckersteuer ab. Überlegungen aus dem Finanzministerium bezogen neben Cola und Limonade auch Milchgetränke, Fruchtsäfte, alkoholfreies Bier und Haferdrinks ein.

Auch die mögliche Besteuerung von Zero-Getränken sorgte für Widerstand. Finanzminister Lars Klingbeil stellte daraufhin klar, dass zuckerfreie Getränke von der Steuer ausgenommen bleiben sollen. Weitergehende Vorschläge aus seinem Haus seien lediglich interne Überlegungen gewesen.

Deutliche Unterschiede nach Parteipräferenz

Besonders groß ist die Zustimmung zur Zuckersteuer unter Anhänger der Grünen. 87 Prozent sprechen sich dafür aus. Bei Unterstützer der CDU/CSU sind es 76 Prozent, bei jenen der SPD 77 Prozent. Überdurchschnittlich häufig abgelehnt wird die Abgabe dagegen in Ostdeutschland und von AfD-Anhänger.

Forsa befragte am 27. und 28. August 2026 telefonisch 1.002 Personen. Die Erhebung ist repräsentativ, die statistische Fehlertoleranz beträgt plus/minus drei Prozentpunkte.

90 Liter Softdrinks pro Kopf und Jahr

Hinter den Steuerplänen steht auch der hohe Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke. In Deutschland werden davon pro Kopf durchschnittlich rund 90 Liter im Jahr getrunken. Zuckerhaltige Getränke zählen zu den Hauptursachen für Übergewicht und Adipositas. Flüssiger Zucker gelangt schnell ins Blut, sorgt aber nicht für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl.

Für Hersteller bleibt nun vor allem entscheidend, welche Getränke die Bundesregierung tatsächlich einbezieht und wie die Staffelung nach Zuckergehalt konkret ausgestaltet wird. Bei zuckerfreien Getränken hat Klingbeil eine zusätzliche Belastung bereits ausgeschlossen.

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