Deutsche Hochschulen
Diese vier Unis haben die meisten Promovierenden

| Redaktion 
| 26.08.2026

Deutschlands Hochschulen verzeichnen mehr Promovierende. Besonders viele konzentrieren sich auf vier Universitäten: Gemeinsam kommen sie auf 18 Prozent aller laufenden Promotionsvorhaben. An der Spitze liefern sich zwei Münchner Hochschulen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Welche Fächer besonders gefragt sind und wie international der wissenschaftliche Nachwuchs ist, zeigen die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

An deutschen Hochschulen ist die Zahl der Promovierenden 2025 weiter gestiegen. Insgesamt befanden sich 216.200 Personen in einem laufenden Promotionsverfahren. Das waren 3.800 beziehungsweise 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt.

Besonders auffällig ist die Konzentration auf wenige Standorte. 18 Prozent aller Promovierenden waren an nur vier Hochschulen registriert. Zwei davon liegen in München – und zwischen Platz eins und zwei liegen gerade einmal 100 Personen.

Zwei Münchner Unis führen das Ranking an

Mit 10.200 Promovierenden führt die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) die Statistik an. Sie war bereits im Vorjahr die Hochschule mit den meisten laufenden Promotionsvorhaben in Deutschland.

Direkt dahinter folgt die Technische Universität München (TUM) mit 10.100 Promovierenden. Auf beide Hochschulen entfallen jeweils rund fünf Prozent aller Promovierenden in Deutschland.

Auf Rang drei liegt die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit 9.600 Promovierenden. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen) folgt mit 8.000 Personen. Heidelberg und Aachen kommen damit jeweils auf rund vier Prozent der bundesweiten Gesamtzahl.

Die vier Hochschulen mit den meisten Promovierenden 2025:

  1. LMU München: 10.200 Promovierende
  2. TU München: 10.100 Promovierende
  3. Universität Heidelberg: 9.600 Promovierende
  4. RWTH Aachen: 8.000 Promovierende

Zusammen waren an diesen vier Hochschulen 37.900 Promovierende registriert. Damit bündeln sie einen erheblichen Teil des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland.

Auch international sind die vier Hochschulen stark positioniert Im aktuellen QS World University Ranking 2027 gehören TUM, LMU München, Universität Heidelberg und RWTH Aachen zu den bestplatzierten deutschen Universitäten.

Die Ludwig-Maximilians-Universität München am Geschwister-Scholl-Platz führt mit 10.200 Promovierenden das Ranking der deutschen Hochschulen an. © Rufus46/Wikimedia

Medizin ist bei Promotionen klar die Nummer eins

Auch bei den Fachrichtungen zeigt die Statistik deutliche Schwerpunkte. Mit 64.100 Personen strebten 30 Prozent aller Promovierenden ihren Doktorgrad in Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften an.

An zweiter Stelle folgen Mathematik und Naturwissenschaften mit 47.300 Personen beziehungsweise 22 Prozent. In den Ingenieurwissenschaften waren 40.100 Promovierende registriert, was einem Anteil von 19 Prozent entspricht.

Damit entfielen 71 Prozent aller Promovierenden auf diese drei Fächergruppen. Zugleich zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern. In den Ingenieurwissenschaften waren 76 Prozent der Promovierenden Männer. In Kunst und Kunstwissenschaft stellten Frauen dagegen 66 Prozent.

Auch in absoluten Zahlen unterscheiden sich die Schwerpunkte: Männer promovierten am häufigsten in den Ingenieurwissenschaften, dort waren 30.400 registriert. Bei Frauen lag Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften mit 39.900 Promovierenden an der Spitze.

Jede vierte promovierende Person ist international

Ein weiterer Schwerpunkt der Statistik ist die internationale Zusammensetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses. 54.200 Promovierende und damit 25 Prozent hatten 2025 eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Bei den Promotionsanfänger lag der Anteil noch etwas höher. Insgesamt wurden 35.800 Personen erstmals als Promovierende an einer deutschen Hochschule registriert. Das waren drei Prozent mehr als im Vorjahr. 9.800 von ihnen beziehungsweise 27 Prozent hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Der Frauenanteil unter allen Promovierenden blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 49 Prozent. Das entspricht 106.400 Frauen. Das Durchschnittsalter lag bei 30,5 Jahren. Männer waren im Schnitt 30,9 Jahre alt, Frauen 30,1 Jahre.

Die neuen Zahlen zeigen damit zweierlei: Die Zahl der Promovierenden wächst moderat, gleichzeitig konzentriert sich ein großer Teil auf wenige Hochschulen und einige besonders promotionsstarke Fachrichtungen. Für Universitäten und wissenschaftsnahe Arbeitgeber ist vor allem die internationale Zusammensetzung relevant: Bereits jede vierte promovierende Person hat eine ausländische Staatsangehörigkeit, bei Neueinsteiger ist der Anteil noch höher.

Die Promovierendenstatistik wird seit 2017 geführt und erfasst Personen mit laufenden Promotionsvorhaben an Hochschulen in Deutschland. Da sich die Statistik bis 2020 noch im Aufbau befand, liegen laut Destatis für die Jahre davor keine vergleichbaren Ergebnisse vor.

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