Madonna, Shakira und BTS beim WM-Finale
Historisch und umstritten: FIFA-Halbzeitshow soll Millionen für Kinder bringen

Mit dem WM-Finale 2026 feiert die FIFA eine Premiere, über die schon vor dem Anpfiff kontrovers diskutiert wird: Erstmals erhält das Endspiel eine offizielle Halbzeitshow nach dem Vorbild des Super Bowl. Die Show soll jedoch nicht nur unterhalten. Sie ist mit einem Bildungsfonds verbunden, der Kindern weltweit bessere Chancen auf Bildung und Sport ermöglichen soll.

Während sich viele Fans auf den Auftritt von Madonna, Shakira und BTS freuen, fragen andere, ob das größte Fußballspiel der Welt überhaupt eine Show nach Super-Bowl-Vorbild braucht. Die FIFA wagt mit der Premiere einen Schritt, den sie jahrzehntelang bewusst vermieden hat: Sie macht die Halbzeit selbst zum Ereignis.

Doch hinter der Show steckt mehr als ein globales Musik-Event. Gemeinsam mit der Hilfsorganisation Global Citizen will der Weltverband einen Bildungsfonds finanzieren. Das Ziel: Kinder weltweit sollen leichter Zugang zu Schule und Fußball erhalten.

Die Stars sind nur ein Teil der Geschichte

Madonna, Shakira und BTS stehen im Mittelpunkt der ersten FIFA-Halbzeitshow. Produziert wird sie von Global Citizen, die kreative Leitung übernimmt Coldplay-Mitgründer Chris Martin.

Dass die FIFA ausgerechnet beim WM-Finale auf das Erfolgsrezept des Super Bowl setzt, kommt nicht von ungefähr. Kaum ein anderes Sportereignis erzielt weltweit eine vergleichbare Aufmerksamkeit. Diese Reichweite soll nun erstmals auch für ein soziales Projekt genutzt werden.

Nach Angaben der FIFA fließt ein US-Dollar von jedem verkauften WM-Ticket in den FIFA Global Citizen Education Fund. Zunächst sollen darüber 100 Millionen US-Dollar zusammenkommen. FIFA-Präsident Gianni Infantino hat inzwischen sogar ein deutlich ehrgeizigeres Ziel formuliert: Langfristig soll der Fonds eine Milliarde US-Dollar erreichen. Gleichzeitig bleibt umstritten, ob die Fußball-WM 2026 tatsächlich die erwarteten Milliarden in die Wirtschaft bringt.

Zwischen sozialem Anspruch und Showgeschäft

Genau hier beginnt die Debatte.

Natürlich lässt sich kaum etwas gegen zusätzliche Mittel für Bildungsprojekte einwenden. Gleichzeitig fragen sich viele Beobachter, ob ausgerechnet das WM-Finale der richtige Ort für eine aufwendig inszenierte Musikshow ist.

Der Fußball hat seine Rituale. Die Halbzeit gehört dazu. Sie dient Spielern und Trainern zur Regeneration, nicht der Unterhaltung. Dass die FIFA diesen Moment nun völlig neu inszeniert, sehen viele als Symbol für die zunehmende Kommerzialisierung des Sports.

Die FIFA hält dagegen. Die Halbzeitshow soll kein Selbstzweck sein, sondern Aufmerksamkeit für Projekte schaffen, die ohne die enorme Reichweite einer Weltmeisterschaft kaum denkbar wären.

Was aus den Millionen wird

Ob die Premiere als gelungene Innovation oder als unnötiges Spektakel in Erinnerung bleibt, wird sich erst nach dem Abpfiff zeigen.

Die Auftritte von Madonna, Shakira und BTS werden weltweit Schlagzeilen machen. Entscheidend ist aber nicht nur, wie die Show ankommt, sondern wie viel Geld tatsächlich im Fonds landet – und welche Projekte damit finanziert werden.

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