Ausstellung zu Niki de Saint Phalle eröffnet
"Nikifizierung" in Berlin: Die drei Grazien beehren Deutschland doch noch

| Redaktion 
| 03.07.2026

Für die Skulpturengruppe "Les Trois Grâces" hat sich die 2002 verstorbene Niki de Saint Phalle von der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart Deutschlands inspirieren lassen. Genau dort war das Werk jedoch nie zu sehen – zumindest bis jetzt: Mit der Eröffnung von "Nikifizierung" in der Berliner Galerie Judin wird der einflussreichen Künstlerin nicht nur durch besagtes Werk ein buntes Denkmal gesetzt.

Die französisch-amerikanische Bildhauerin, Malerin und Filmemacherin Niki de Saint Phalle kam 1930 zur Welt und erlangte in den Sechzigern erstmals mit ihren sogenannten "Tirs" internationale Bekanntheit: Dabei handelte es sich vornehmlich um Bilder, für die sie mit einem Gewehr auf farbgefüllte Objekte schoss.

Als ihre wohl markantesten Werke sollten sich jedoch die "Nanas" erweisen, bei denen es sich um üppige, farbenfrohe Frauenskulpturen handelt, die konventionelle Schönheitsideale herausfordern und Weiblichkeit in verschiedenen Facetten feiern.

Ausstellung am Samstag für alle eröffnet

Einen einnehmenden Eindruck ihres Schaffens dürfen sich Saint-Phalle-Fans und Neugierige seit Samstag in Berlin machen, wo "Nikifizierung. Niki de Saint Phalle und Deutschland" noch bis Ende August seine sprichwörtlichen Zelte aufschlägt – genauer in der Galerie Judin, die sich in den vergangenen 18 Jahren als eine der profiliertesten Adressen für zeitgenössische Kunst in der Hauptstadt etabliert hat.

Italiens Botschafter Fabrizio Bucci mit den Kunstsammlern Ingrid und Thomas Jochheim vor "Les Trois Grâces" (Bild: Brauer Photos / J. Harrell)
Italiens Botschafter Fabrizio Bucci mit den Kunstsammlern Ingrid und Thomas Jochheim vor "Les Trois Grâces" (Bild: Brauer Photos / J. Harrell)

Zur Umsetzung der Ausstellung arbeitet die Galerie Judin erstmals mit der Stiftung der verstorbenen Künstlerin zusammen und freut sich insbesondere, dem Publikum "Les Trois Grâces" erstmals auf deutschem Boden präsentieren zu können.

Was nur angemessen scheint, schließlich konzipierte Saint Phalle jenes Nana-Trio einst als Hommage an das vergleichsweise frisch wiedervereinigte Berlin.

Allerdings konnte trotz fortgeschrittener Vorbereitungen seinerzeit keine Einigung mit der Stadtverwaltung erreicht werden, was eine Unterbringung der Skulpturengruppe in der deutschen Metropole betrifft. Entstanden sind "Les Trois Grâces" in den voranschreitenden 1990ern als eines von Saint Phalles letzten großen Werken.

Eindruck aus Berlin (Bild: Brauer Photos / J. Harrell)
Eindruck aus Berlin (Bild: Brauer Photos / J. Harrell)

Die Schau dokumentiert darüber hinaus mit Archivmaterial und Schlüsselwerken, wie Deutschland die künstlerische Entwicklung von Saint Phalle prägte; vom Skandal um die Hannover-Nanas in den 1970er Jahren bis hin zu weiteren Projekten in Ulm, Duisburg und Hamburg.

Ein Paket, für das sich am Freitag noch vor der offiziellen Eröffnung unter anderem DJ und Designer Noah Becker, die Kunstsammler Ingrid und Thomas Jochheim, Fabrizio Bucci (italienischer Botschafter in Deutschland), Sidonie Gräfin von Wedel, der Kurator und Autor Udo Kittelmann oder Ärztin Corina Krawinkel begeistert haben.

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