Tiefster Stand seit 1957
Weltweiter Weinkonsum sinkt auf 208 Millionen Hektoliter

| Redaktion 
| 14.05.2026

Der globale Weinmarkt steckt in einer historischen Schwächephase. Laut dem aktuellen Bericht der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) ist der weltweite Weinkonsum 2025 auf den niedrigsten Stand seit 1957 gefallen. Gleichzeitig geraten Produktion, Rebflächen und internationaler Handel zunehmend unter Druck. Klimatische Extremereignisse, schwächere Nachfrage und neue Konsumgewohnheiten belasten die weltweite Weinindustrie spürbar.

Die Internationale Organisation für Rebe und Wein veröffentlichte im Mai ihren Bericht "State of the World Wine Sector in 2025". Die Zahlen zeigen eine Branche im Umbruch. Der weltweite Weinkonsum sank im vergangenen Jahr auf 208 Millionen Hektoliter. Das entspricht einem Rückgang von 2,7 Prozent gegenüber 2024. Seit 2018 verringerte sich die globale Nachfrage laut OIV insgesamt um rund 14 Prozent.

Vor allem große Weinmärkte wie die USA, Frankreich und China trugen maßgeblich zur rückläufigen Entwicklung bei. Neun der zehn größten Weinmärkte weltweit verzeichneten sinkende Konsumzahlen.

Weinproduktion bleibt deutlich unter Durchschnitt

Auch die globale Weinproduktion entwickelte sich 2025 schwach. Mit 227 Millionen Hektolitern lag sie lediglich 0,6 Prozent über dem historisch niedrigen Vorjahresniveau und gleichzeitig 9,4 Prozent unter dem Fünfjahresschnitt. Damit verzeichnet die Branche bereits das dritte Jahr in Folge eine unterdurchschnittliche Ernte.

Die OIV führt diese Entwicklung vor allem auf zunehmende klimatische Extremereignisse zurück. Frühfröste, Hitzewellen, Trockenperioden und Starkregen beeinträchtigten zahlreiche Weinregionen in Europa, Nordamerika, Südamerika und Australien. Wie stark der Klimawandel inzwischen selbst traditionsreiche Weinregionen verändert, zeigte zuletzt auch die Entwicklung im Bordeaux, wo neue Rebsorten zunehmend als Antwort auf Hitze und Trockenheit diskutiert werden.

Neue Rebsorten sollen Weinregionen wie Bordeaux widerstandsfähiger gegen Hitze, Trockenheit und klimatische Extremereignisse machen. © Henri Guérin/Unsplash

Italien blieb mit 44,4 Millionen Hektolitern größter Weinproduzent der Welt. Frankreich erreichte 36,1 Millionen Hektoliter, Spanien 28,7 Millionen Hektoliter. Die USA produzierten 20 Millionen Hektoliter und lagen ebenfalls unter dem langjährigen Durchschnitt.

Parallel dazu schrumpfte die weltweite Rebfläche bereits das sechste Jahr in Folge. Insgesamt verringerte sie sich 2025 um 0,8 Prozent auf 7,0 Millionen Hektar. Besonders stark fiel der Rückgang in Frankreich, Spanien und Chile aus.

Internationaler Weinhandel verliert an Dynamik

Auch der internationale Weinhandel entwickelte sich rückläufig. Die weltweiten Weinexporte sanken 2025 um 4,7 Prozent auf 94,8 Millionen Hektoliter. Der globale Exportwert verringerte sich gleichzeitig um 6,7 Prozent auf 33,8 Milliarden Euro.

Als zentrale Belastungsfaktoren nennt die OIV die schwächere Nachfrage in wichtigen Importmärkten, steigende Handelsunsicherheiten und neue US-Zollmaßnahmen. Trotz sinkender Handelsvolumina blieb der durchschnittliche Exportpreis mit 3,56 Euro pro Liter weiterhin historisch hoch. Auch die Weltleitmesse ProWein 2026 thematisierte zuletzt die wachsenden Herausforderungen für den globalen Weinmarkt sowie die zunehmende Unsicherheit in der internationalen Wein- und Spirituosenbranche.

Italien blieb größter Weinexporteur nach Volumen und exportierte 21 Millionen Hektoliter. Frankreich behauptete mit 11,2 Milliarden Euro erneut die Spitzenposition beim Exportwert. Deutschland blieb weltweit größter Weinimporteur nach Volumen, während die USA beim Importwert führend blieben.

Junge Zielgruppen verändern den Markt

Neben wirtschaftlichen Belastungen verändern sich laut OIV zunehmend auch die Konsumgewohnheiten vieler Verbraucher:innen. Vor allem jüngere Zielgruppen konsumieren weniger Alkohol und greifen häufiger zu alternativen Getränken. Gleichzeitig belasten Inflation, höhere Produktionskosten und steigende Preise die Nachfrage zusätzlich. Der Strukturwandel ist längst auch in etablierten europäischen Weinmärkten angekommen: In Deutschland etwa verlieren heimische Weine zunehmend Marktanteile an günstigere Importprodukte und alkoholfreie Alternativen.

Einzelne Märkte entwickelten sich dennoch stabil oder positiv. Portugal erreichte 2025 den höchsten jemals gemessenen Weinkonsum des Landes. Auch Brasilien und Japan verzeichneten steigende Nachfragewerte.

Die wichtigsten Zahlen zum Weinmarkt 2025

  • Weltweiter Weinkonsum: 208 Millionen Hektoliter
  • Veränderung zum Vorjahr: -2,7 Prozent
  • Niedrigster Konsumstand seit: 1957
  • Weltweite Weinproduktion: 227 Millionen Hektoliter
  • Globale Rebfläche: 7,0 Millionen Hektar
  • Rückgang der Weinexporte: -4,7 Prozent
  • Globaler Exportwert: 33,8 Milliarden Euro
  • Größter Weinproduzent: Italien
  • Größter Weinimporteur nach Volumen: Deutschland
  • Wichtigster Importmarkt nach Wert: USA

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Die wichtigsten Zahlen zum Weinmarkt 2025

  • Weltweiter Weinkonsum: 208 Millionen Hektoliter
  • Veränderung zum Vorjahr: -2,7 Prozent
  • Niedrigster Konsumstand seit: 1957
  • Weltweite Weinproduktion: 227 Millionen Hektoliter
  • Globale Rebfläche: 7,0 Millionen Hektar
  • Rückgang der Weinexporte: -4,7 Prozent
  • Globaler Exportwert: 33,8 Milliarden Euro
  • Größter Weinproduzent: Italien
  • Größter Weinimporteur nach Volumen: Deutschland
  • Wichtigster Importmarkt nach Wert: USA

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