Bill Ackman / Pershing Square
Universal Music: Milliardenschweres Angebot zur Übernahme

| Redaktion 
| 07.04.2026

Der aktivistische US-Investor Bill Ackman bringt sich bei der Universal Music Group mit einem knapp 56 Milliarden Euro schweren Übernahmeangebot in Stellung: Über seinen Hedgefonds Pershing Square Capital Management soll der Musikkonzern strategisch neu ausgerichtet und sein Bewertungspotenzial besser ausgeschöpft werden. Neben den Finanzen stehen dabei auch strukturelle Fragen im Fokus.

Bei Pershing Square Capital Management handelt es sich um ein Hedgefonds mit Sitz im US-amerikanischen New York, der 2004 von William "Bill" Ackman ins Leben gerufen wurde. Die Milliardärs-Liste von Forbes führt Ackman mit einem Vermögen von 8,9 Milliarden US-Dollar als derzeit 378.-reichsten Menschen der Welt.

Pershing Square wiederum verfolgt eine konzentrierte Investmentstrategie und beteiligt sich an wenigen börsennotierten Konzernen, um dort strategische Veränderungen anzustoßen.

Wie zum Beispiel bei der Universal Music Group (UMG): Am in Amsterdam börsennotierten Unterhaltungskonzern hat Pershing vor fünf Jahren etwa zehn Prozent erworben (seitdem reduziert auf knapp fünf Prozent) und macht sich für eine Notierung in New York stark, was nach Ansicht der Amerikaner dem Aktienkurs und der Liquidität zuträglich wäre.

Angebot beläuft sich auf 55,75 Milliarden Euro

Es scheint, als könnten sie ihren Willen bekommen: Wie unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Pershing Square am Dienstag ein Übernahmegebot für Universal Music abgegeben.

Zu den Künstlern des Konzerns zählen generationsübergreifende Größen wie Taylor Swift, Bob Dylan, Kendrick Lamar, Elton John, Justin Bieber, Pearl Jam, Adele, Coldplay, Bad Bunny, Sabrina Carpenter, Sting und diverse weitere.

Ein Paket, das den US-Investoren den Berichten zufolge rund 30,40 Euro je Aktie wert ist, was einem 78-prozentigen Aufschlag im Vergleich zum vorherigen Schlusskurs entspricht. Reuters hat errechnet, dass sich daraus ein Angebot in Gesamthöhe von etwa 55,75 Milliarden Euro ergibt.

Die Bolloré-Unsicherheit

Weiter wird Bezug auf einen Brief genommen, den Ackman demnach an den Verwaltungsrat von Universal übermittelt hat. Neben Lob für die Führung erklärte er den niedrigen Aktienkurs (UMG hat seit Börsengang beinahe ein Drittel an Wert verloren) unter anderem mit der bisher nicht erfolgten Notierung in New York und "Unsicherheit über den 18-Prozent-Anteil der Bolloré Group".

Besagter Konzern unter Führung des französischen Milliardärs Vincent Bolloré hält rund 18,5 Prozent an Universal, doch über die Beteiligung an Vivendi (das seinerseits eigene UMG-Anteile besitzt) entsteht eine Art Hebeleffekt: Wer die Zwischengesellschaft dominiert, kontrolliert indirekt deren Beteiligungen.

So kann Bolloré mit vergleichsweise begrenztem wirtschaftlichem Risiko maßgeblichen Einfluss ausüben. Unter Berufung auf Investor-Relations-Angaben ist von über 80 Prozent der Stimmrechte die Rede – ein Konstrukt, das Investoren häufig mit einer hochgezogenen Augenbraue und einem Bewertungsabschlag quittieren.

Universal-Aktie steigt deutlich

Bill Ackmans Brief an den Universal-Verwaltungsrat enthält außerdem den Vorschlag, dass Michael Ovitz im Falle einer Übernahme als Vorsitzender des Verwaltungsrats fungieren sollte. Ovitz gilt als erfolgreicher Hollywood-Agent und war in der Vergangenheit unter anderem Präsident der Walt Disney Company. Die neu entstehende Gesellschaft wäre im Bundesstaat Nevada gemeldet und, wie lange gewünscht, in New York notiert.

Apropos Börse: Dort hat sich die Aussicht auf eine mögliche Übernahme durch Pershing Square Capital Management am Dienstag deutlich bemerkbar gemacht. Am frühen Abend stand die Universal-Aktie bei 19,14 Euro, was einem Plus von 2,02 Euro oder 11,78 Prozent gegenüber dem Vortageskurs entspricht.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Angebot von Pershing Square unverbindlich und wurde bei Redaktionsschluss noch nicht öffentlich von Universal-Führungskräften oder den anderen großen Anteilseignern kommentiert.

Artikelbild: De-okin nach CC BY-SA 3.0

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