Künstliche Intelligenz
RTL will zum "führenden Agentic AI Medienhaus" werden

| Redaktion 
| 27.03.2026

Schneller, skalierbarer Inhalt bei sinkenden Produktionskosten: Naheliegenderweise ist Künstliche Intelligenz auch unter Medienmachern das prägende Transformationsthema unserer Zeit. Nun hat RTL Deutschland seinen Anspruch unterstrichen, im DACH-Raum zu den führenden Kräften dieser Entwicklung zu gehören – ein neuer KI-Regisseur für Reality-Formate oder Gerichtsshow-Remixes inklusive.

"Wir entwickeln RTL Deutschland konsequent zum führenden Agentic AI Medienhaus im deutschsprachigen Raum", schildert Stephan Schmitter, CEO von RTL Deutschland. Unter besagter Agentic AI versteht man grob zusammengefasst Systeme, die nicht nur assistieren, sondern aktiv in Workflows eingreifen.

Schmitter führt entsprechend aus: "Der nächste Schritt besteht darin, KI als intelligenten Partner für unsere Mitarbeitenden fest in allen Prozessen zu verankern mit dem klaren Ziel, Qualität, Innovationskraft und den kreativen Fokus unserer Teams nachhaltig zu stärken."

RTL erinnert daran, schon seit geraumer Zeit auf Künstliche Intelligenz zu setzen und nennt mit der digitalen Wiederbelebung zweier Verstorbener eine besonders polarisierende Nutzungsmöglichkeit der Technik als Beispiel: Zum 30. Jubiläum von "Unter uns" kehrte Margot Weigel im November 2024 in die Schillerallee zurück, während in "Neue Geschichten vom Pumuckl" ein KI-generierter Hans Clarin zu hören war.

"Integrativer Bestandteil für Streaming und TV"

"Künstliche Intelligenz ist bei RTL Deutschland integrativer Bestandteil für Streaming und TV", unterstreicht Chief Content Officer Inga Leschek.

"Sie beschleunigt Prozesse, schafft Freiräume für kreative Teams und hilft uns, Must-See-Inhalte zu entwickeln, bei klarer kreativer Verantwortung des Menschen. Gemeinsam mit starken Partnern entwickeln wir unsere Inhalteangebote weiter und freuen uns über alle Produzenten, die mit mutigen Ideen auf uns zukommen", so Leschek weiter.

RTL Deutschland erklärt in aller Deutlichkeit, dass KI "von der Herstellung über die Postproduktion bis zur Ausspielung" in nahezu allen Arbeitsschritten zum Einsatz kommen soll – ein Kontrast zu manchen anderen Zweigen der Unterhaltungsbranche, in der Beteuerung des limitierten Einsatzes eher zur Tagesordnung gehören.

KI liefert Kulissen, Storylines und Gerichtsurteile

Schon jetzt greifen Formate wie "Unter uns" oder "Alles was zählt" demnach auf Kulissen zurück, die virtuell erweitert worden sind. Auch eine Neuauflage des "Club der roten Bänder" oder "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" sollen zeitnah von entsprechenden Ansätzen profitieren, die derzeit in Babelsberg "unter realen Produktionsbedingungen" optimiert werden.

Beim AI Director wiederum handelt es sich um ein Tool, das die Postproduktion von Reality-Formaten zu weiten Teilen übernimmt. Rohe Video- und Audiospuren werden analysiert und auf relevante Szenen geprüft, was "bei der Strukturierung von Storylines" helfen soll. Seine Premiere im großflächigen Einsatz wird der AI Director bei der nächsten "Are You The One"-Staffel feiern, die im April in Thailand entsteht.

Daneben hat RTL eine Kooperation mit Constantin Film vorgestellt, die sich das fast 1500 Folgen starke Archiv von "Ulrich Wetzel – Das Strafgericht" zunutze macht: Mit umfassender KI-Unterstützung werden bestehende Szenen zu "neuen Episoden mit veränderter Dramaturgie, neuen Darstellern und alternativen Urteilen" umgeformt, die nichtsdestotrotz "juristisch geprüft und redaktionell verantwortet" werden sollen.

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