Deutsche Musikszene
Polyton 2026: Diese Künstler gewinnen den deutschen Musikpreis

| Redaktion 
| 26.03.2026

Der Musikpreis Polyton hat sich als neue Referenz der deutschen Musikbranche etabliert. Im Gegensatz zum früheren Echo stehen nicht Verkaufszahlen, sondern künstlerische Qualität im Fokus. Bei der dritten Ausgabe wurden erneut namhafte Acts ausgezeichnet – von Schlager über Rap bis EDM. Die Gewinnerliste zeigt die Vielfalt des Marktes und die zunehmende Relevanz des Preises für die Branche.

Mit der Verleihung am 25. März 2026 in Berlin unterstreicht der Polyton seinen Anspruch als kuratierter Branchenpreis. Die Auszeichnung wird von der Akademie für Populäre Musik vergeben und ist in ein mehrtägiges Programm aus Panels, Diskussionen und Networking-Formaten eingebettet. Damit positioniert sich das Event klar über klassische Award-Shows hinaus.

Die Gewinner des Polyton 2026 im Überblick

Die diesjährigen Preisträger spiegeln die gesamte Bandbreite der aktuellen Musiklandschaft wider – von etablierten Acts bis zu neuen Stimmen:

  • Schlager: Giovanni Zarrella
  • Rap: SSIO
  • Punk: Turbostaat
  • Pop: Rage Girl Remix
  • Indie Pop: CATT
  • EDM: Ellen Allien
  • Rock: Kadavar
  • Newcomer: Jonny Mahoro
  • Hyperpop: Domiziana

Die Auswahl erfolgt unabhängig von kommerziellen Kennzahlen. Entscheidend ist die Bewertung durch Branchenvertreter:innen innerhalb der Akademie.

Wolfram Weimer (Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien), Herbert Grönemeyer (Musiker und Mitgründer der Akademie für Populäre Musik), Balbina Monika Jagielska (Musikerin und Sprecherin der Akademie für Populäre Musik) und Dieter Gorny (Vorstandsvorsitzender der Akademie für Populäre Musik) beim Polyton 2026 in den Berliner Atelier Gardens. © BrauerPhotos/O.Walterscheid

Event-Strategie: Plattform statt Preisverleihung

Die Berliner Atelier Gardens dienen dem Polyton als bewusst gewählter Ort für Austausch und Vernetzung. Neben der Gala standen Diskussionsrunden zu Themen wie Streaming-Ökonomie, künstlerische Freiheit und Diversität im Fokus.

Damit wird der Polyton zunehmend zu einem Branchentreff, der über die reine Preisvergabe hinausgeht. Für Labels, Management und Kreative entsteht ein Raum, um Trends frühzeitig zu erkennen und einzuordnen.

Eröffnet wurde der Abend von der Band Mia, die dem Event einen klaren popkulturellen Rahmen gab.

Mia eröffnete den Musikpreis Polyton 2026 in Berlin und setzte den Auftakt der Preisverleihung. © BrauerPhotos/O.Walterscheid

Bedeutung für die Branche nach dem Echo

Der Polyton ist die direkte Antwort auf das Ende des Echo-Musikpreises im Jahr 2018. Damals hatte die Auszeichnung eines Albums mit umstrittenen Inhalten eine breite Debatte ausgelöst und zur Einstellung des Preises geführt.

Mit dem neuen Format verfolgt die Branche einen bewussten Strategiewechsel: weg von reinen Verkaufsmetriken, hin zu kuratorischer Qualität und kultureller Relevanz.

Die Akademie für Populäre Musik – mit Gründungsmitgliedern wie Herbert Grönemeyer, Shirin David und Roland Kaiser – fungiert dabei als zentrales Entscheidungsgremium. Die Förderung durch den Bund unterstreicht zusätzlich die kulturpolitische Dimension des Formats.

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