Milka, Ritter Sport & Mars
Diese Schokolade zählt laut Ranking zu den nachhaltigsten der Welt

Welche Schokolade wird unter fairen und nachhaltigen Bedingungen produziert – und welche Hersteller bleiben bei Themen wie Kinderarbeit, Entwaldung oder Einkommen der Kakaobäuer:innen intransparent? Ein internationales Ranking hat 49 Schokoladenhersteller und Handelsketten untersucht. Während einige Marken überraschend gut abschneiden, gerät der Mutterkonzern von Milka wegen fehlender Angaben massiv in die Kritik.

Nachhaltigkeit wird für die internationale Schokoladenindustrie zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Verbraucher:innen achten stärker auf faire Lieferketten, transparente Produktionsbedingungen und den Umgang der Hersteller mit Umwelt- und Sozialstandards. Genau hier setzt die aktuelle "Chocolate Scorecard“ an, die vom NGO-Bündnis Be Slavery Free koordiniert wird.

Für die mittlerweile sechste Ausgabe des Rankings wurden insgesamt 49 Schokoladenhersteller und Handelsunternehmen untersucht. Bewertet wurden unter anderem Transparenz entlang der Lieferkette, existenzsichernde Einkommen für Kakaobäuer:innen, Maßnahmen gegen Kinderarbeit, Entwaldung, Pestizideinsatz und Agroforstwirtschaft.

Der Einsatz von Pestiziden im Kakaoanbau bleibt laut der "Chocolate Scorecard“ eines der größten Nachhaltigkeitsprobleme der globalen Schokoladenindustrie. © Raymond Owusu Achiaw

Schweizer Hersteller führt Nachhaltigkeitsranking an

Angeführt wird das weltweite Ranking vom Schweizer Unternehmen HALBA. Der Hersteller erreichte einen Gesamtwert von 85 Prozent und gilt laut "Chocolate Scorecard“ damit als nachhaltigster großer Schokoladenhersteller weltweit.

Auf den weiteren Plätzen folgen Tony’s Chocolonely aus den Niederlanden mit 83 Prozent sowie Ritter Sport mit 71 Prozent. Das deutsche Unternehmen schnitt insbesondere bei Transparenz, Klimamaßnahmen und dem Kampf gegen Kinderarbeit gut ab.

Tony’s Chocolonely erhielt zusätzlich den "Good Egg“-Award der Initiative. Der Preis zeichnet Unternehmen aus, die bei Transparenz und Nachhaltigkeit besonders konsequent vorgehen.

Milka-Mutterkonzern erhält Negativpreis

Deutlich schlechter fällt die Bewertung für Mondelez International aus. Der Konzern hinter Marken wie Milka, Toblerone, Oreo oder Daim beantwortete die Fragen der Organisation nicht und erhielt dafür den "Bad Egg“-Award wegen mangelnder Transparenz.

Der Milka-Mutterkonzern stand zuletzt bereits wegen versteckter Preiserhöhungen und sogenannter "Shrinkflation“ in der Kritik.

Auch Starbucks und mehrere weitere Unternehmen beteiligten sich laut den Organisator:innen nicht vollständig an der Untersuchung.

Unternehmen, die sich einer Bewertung verweigern, gelten laut den Initiator:innen selbst als Hinweis auf fehlende Transparenz.

Die "Chocolate Scorecard“ kritisiert trotz einzelner Fortschritte weiterhin massive Probleme innerhalb der Branche. Laut aktueller Ausgabe verdienen 52 % der überprüften Kakaobäuer:innen kein existenzsicherndes Einkommen. Zudem stammt mehr als ein Drittel des eingekauften Kakaos laut Ranking aus abgeholzten oder unbekannten Quellen.

Abholzung und zerstörte Waldflächen zählen laut "Chocolate Scorecard“ weiterhin zu den größten Nachhaltigkeitsproblemen der internationalen Schokoladenindustrie. © Mighty Earth

Kinderarbeit bleibt großes Problem der Branche

Zwar veröffentlichen inzwischen deutlich mehr Unternehmen Daten zu Kinderarbeit als noch vor wenigen Jahren, laut den Initiator:innen bleibt die Dunkelziffer jedoch hoch. Gleichzeitig warnen NGOs weiterhin vor dem Einsatz schädlicher Pestizide entlang der Lieferketten.

Zusätzlich steigt der regulatorische Druck: Ab Ende 2026 greift die EU-Entwaldungsverordnung, die strengere Nachweise für entwaldungsfreie Lieferketten verlangt.

Die "Chocolate Scorecard“ gilt nicht als offizielles Gütesiegel, sondern als internationale Vergleichsplattform für Nachhaltigkeit und Transparenz in der Schokoladenindustrie.

Die vollständige Rangliste aller bewerteten Unternehmen und Kategorien gibt es in der aktuellen Scorecard.

Die zehn nachhaltigsten Schokoladenhersteller laut "Chocolate Scorecard“ 2026

  1. HALBA – 85 %
  2. Tony’s Chocolonely – 83 %
  3. Ritter Sport – 71 %
  4. Cémoi – 69 %
  5. Mars Wrigley – 64 %
  6. ETG / Beyond Beans – 59 %
  7. Ferrero – 58 %
  8. Nestlé – 58 %
  9. ECOM Trading – 57 %
  10. Delica (Frey) – 56 %

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Die zehn nachhaltigsten Schokoladenhersteller laut "Chocolate Scorecard“ 2026

  1. HALBA – 85 %
  2. Tony’s Chocolonely – 83 %
  3. Ritter Sport – 71 %
  4. Cémoi – 69 %
  5. Mars Wrigley – 64 %
  6. ETG / Beyond Beans – 59 %
  7. Ferrero – 58 %
  8. Nestlé – 58 %
  9. ECOM Trading – 57 %
  10. Delica (Frey) – 56 %

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