Streit um KI Training
Britannica verklagt OpenAI wegen Nutzung von fast 100.000 Artikeln

Die Encyclopaedia Britannica geht juristisch gegen OpenAI vor. Der Vorwurf: ChatGPT wurde mit Inhalten aus fast 100.000 Artikeln trainiert – ohne Zustimmung. Der Fall könnte entscheiden, ob die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Daten für künstliche Intelligenz künftig erlaubt bleibt.

Die Encyclopaedia Britannica hat Klage gegen OpenAI vor einem US-Bundesgericht eingereicht. Konkret geht es um den Vorwurf, dass Inhalte aus der Enzyklopädie sowie vom Wörterbuchanbieter Merriam-Webster für das Training von ChatGPT verwendet wurden. Britannica sieht darin nicht nur eine Urheberrechtsverletzung, sondern auch eine direkte Bedrohung für das eigene Geschäftsmodell.

Im Zentrum des Verfahrens steht damit eine grundlegende Frage für die KI-Branche: Dürfen urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Lizenz als Trainingsdaten genutzt werden – oder sind neue Vergütungsmodelle erforderlich?

Vorwürfe gegen OpenAI wegen Trainingsdaten

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll OpenAI Inhalte aus der Encyclopaedia Britannica sowie dem Wörterbuchanbieter Merriam-Webster genutzt haben, um seine Sprachmodelle zu trainieren. Dabei gehe es um nahezu 100.000 Artikel, die ohne Zustimmung verarbeitet worden sein sollen.

Besonders kritisch sehen die Kläger, dass ChatGPT Antworten generiert, die teilweise sehr nahe an den Originaltexten liegen. Dadurch könnten Nutzer:innen Informationen direkt über die KI abrufen, ohne auf die Plattformen der Inhalteanbieter zugreifen zu müssen. Das kann zu sinkenden Zugriffszahlen und damit zu wirtschaftlichen Einbußen führen.

Zusätzlich wirft Britannica OpenAI vor, durch bestimmte Verweise oder Darstellungen den Eindruck zu erwecken, die Nutzung der Inhalte sei autorisiert. Auch Markenrechte könnten dadurch verletzt worden sein.

OpenAI verweist auf Fair Use Prinzip

OpenAI weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen betont, dass seine Modelle auf öffentlich zugänglichen Daten trainiert werden und die Nutzung unter das Fair-Use-Prinzip falle. Dieses erlaubt im US-Recht unter bestimmten Bedingungen die Verwendung geschützter Inhalte, wenn daraus ein neuer Kontext entsteht.

Ob diese Argumentation vor Gericht Bestand hat, ist offen. Die zentrale Frage lautet, ob das Training von KI-Systemen als transformative Nutzung gilt oder ob dafür künftig Lizenzvereinbarungen notwendig sind.

Signalwirkung für die KI Branche

Der Fall ist Teil einer wachsenden Zahl von Verfahren gegen KI-Unternehmen. Auch Britannica ist bereits zuvor juristisch gegen einen Anbieter vorgegangen. Im Jahr 2025 reichte das Unternehmen eine Klage gegen das Start-up Perplexity AI ein, die weiterhin anhängig ist. Eine grundlegende rechtliche Klärung der Nutzung von Inhalten für KI-Trainingsdaten steht damit bislang noch aus.

Für die Branche könnte der Ausgang weitreichende Folgen haben. Sollte sich durchsetzen, dass Trainingsdaten lizenziert werden müssen, würde das bestehende Geschäftsmodelle grundlegend verändern. Gleichzeitig könnten neue Märkte für lizenzierte Inhalte entstehen.

Das Unternehmen Britannica im Überblick

  • Gründung: 1768 in Edinburgh, Schottland

  • Unternehmen: Encyclopaedia Britannica, Inc.

  • Sitz: Chicago, USA

  • Geschäftsmodell: Digitale Wissensplattformen, Bildungsangebote, Lexikoninhalte

  • Bekannt für: Eine der ältesten und renommiertesten Enzyklopädien weltweit

  • Transformation: Wandel von gedruckter Enzyklopädie zu rein digitalem Angebot (seit 2012)

  • Tochterunternehmen: Merriam-Webster (Wörterbuchverlag)

  • Zielgruppen: Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Privatnutzer:innen

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Das Unternehmen Britannica im Überblick

  • Gründung: 1768 in Edinburgh, Schottland

  • Unternehmen: Encyclopaedia Britannica, Inc.

  • Sitz: Chicago, USA

  • Geschäftsmodell: Digitale Wissensplattformen, Bildungsangebote, Lexikoninhalte

  • Bekannt für: Eine der ältesten und renommiertesten Enzyklopädien weltweit

  • Transformation: Wandel von gedruckter Enzyklopädie zu rein digitalem Angebot (seit 2012)

  • Tochterunternehmen: Merriam-Webster (Wörterbuchverlag)

  • Zielgruppen: Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Privatnutzer:innen

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