Wettbewerb der Neobroker
Scalable Capital zahlt 2,5 Prozent Tagesgeld und erhöht den Druck auf Trade Republic

| Redaktion 
| 16.03.2026

Scalable Capital baut sein Angebot für Sparer deutlich aus und greift damit den Neobroker-Rivalen Trade Republic an. Ab sofort erhalten Kundinnen und Kunden 2,5 Prozent Zinsen pro Jahr auf ein neues Tagesgeldkonto – ohne Obergrenze beim Guthaben. Damit positioniert sich das Münchner Fintech über dem aktuellen Zinssatz des wichtigsten Wettbewerbers und verschärft den Wettbewerb im Markt für digitale Geldanlage.

Der Neobroker Scalable Capital erweitert sein Banking-Angebot und führt erstmals ein separates Tagesgeldkonto ein. Kundinnen und Kunden erhalten künftig 2,5 Prozent Zinsen pro Jahr auf ihr Guthaben. Mit dem Schritt intensiviert das Fintech den Wettbewerb im Markt der digitalen Broker – insbesondere mit dem Branchenführer Trade Republic, der derzeit zwei Prozent Zinsen auf nicht investierte Kundengelder zahlt.

Neues Tagesgeldkonto mit 2,5 Prozent Zinsen

Mit dem neuen Tagesgeldkonto können Nutzer:innen ihr Guthaben flexibel parken und jederzeit darauf zugreifen. Die Verzinsung beträgt aktuell 2,5 Prozent pro Jahr und gilt für Bestands- wie auch Neukunden. Eine Obergrenze für das verzinste Guthaben gibt es laut Unternehmen nicht.

Im Unterschied zur bisherigen Lösung werden nicht investierte Gelder künftig nicht mehr automatisch auf dem Verrechnungskonto verzinst. Stattdessen müssen Kundinnen und Kunden ihr Guthaben aktiv auf das neue Tagesgeldkonto übertragen. Dieses verfügt über eine eigene IBAN, wodurch Einzahlungen auch direkt vom Referenzkonto möglich sind.

Die Zinsen werden taggenau berechnet und monatlich gutgeschrieben. Dadurch entsteht ein Zinseszinseffekt, der die effektive Rendite über längere Zeiträume leicht erhöht.

Wettbewerb mit Trade Republic verschärft sich

Mit dem Zinssatz von 2,5 Prozent liegt Scalable Capital aktuell über dem Angebot von Trade Republic. Der Berliner Neobroker zahlt derzeit zwei Prozent Zinsen auf nicht investierte Kundengelder. Trade Republic gilt inzwischen als einer der wichtigsten Akteure im europäischen Fintech-Markt und ist mit einer Bewertung von 12,5 Milliarden Euro das wertvollste Start-up Deutschlands.

Andere Anbieter – etwa Direktbanken oder Plattformen für Tagesgeldvermittlung – bieten teilweise höhere Zinssätze. Diese gelten jedoch häufig nur zeitlich begrenzt im Rahmen von Aktionsangeboten.

Scalable Capital betont dagegen, auf dauerhaft verfügbare Konditionen zu setzen. "Zinsen sind das deutlichste Bekenntnis einer Bank an ihre Kunden“, sagt Erik Podzuweit, Gründer und Co-CEO von Scalable Capital.

Erik Podzuweit, Gründer und Co-CEO von Scalable Capital, setzt mit einem Tagesgeldzins von 2,5 Prozent neue Akzente im Wettbewerb mit Trade Republic. © Scalable Capital/Fabian Zapatka

Einlagensicherung abhängig vom Kontomodell

Die Struktur der Einlagensicherung unterscheidet sich je nach Kontomodell. Im kostenpflichtigen PRIME+-Modell werden Einlagen auf mehrere Partnerbanken verteilt. Dadurch kann sich die gesetzliche Einlagensicherung auf bis zu fünfmal 100.000 Euro summieren.

In der kostenlosen Version werden Kundengelder teilweise auch in qualifizierten Geldmarktfonds verwahrt. Für diese gilt keine klassische Einlagensicherung, sondern der regulatorische OGAW-Schutz für Investmentfonds.

Mit dem neuen Tagesgeldkonto erweitert Scalable Capital sein Angebot rund um Sparen, Investieren und Finanzieren. Das Fintech zählt inzwischen mehr als eine Million Kundinnen und Kunden in Europa und verwaltet nach eigenen Angaben über 40 Milliarden Euro auf seiner Plattform.

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