E-Commerce
Billig-Plattform Temu zieht im Cross-Border-E-Commerce mit Amazon gleich

| Redaktion 
| 21.01.2026

Temu, die Budget-Shopping-App des chinesischen Konzerns PDD Holdings, sorgt für Bewegung im globalen Onlinehandel: Im grenzüberschreitenden E-Commerce hat die erst 2022 gestartete Plattform laut einer aktuellen Erhebung zur Amazon-Liga aufgeschlossen – und liegt inzwischen auf Augenhöhe mit dem US-Riesen.

Wie aus einem Survey der International Post Corporation (IPC) hervorgeht – einem Zusammenschluss von 26 nationalen Postgesellschaften aus Europa, dem asiatisch-pazifischen Raum und Nordamerika –, kletterte Temus Marktanteil im Cross-Border-Segment von unter einem Prozent (zum Start) auf 24 Prozent im Vorjahr. Amazon kommt demnach ebenfalls auf 24 Prozent, wie die South China Morning Post berichtet.

Amazon mit leichtem Rückgang, chinesische Player legen zu

Während Amazon in den Jahren davor im grenzüberschreitenden Handel noch bei 26 Prozent gelegen hatte (2022 und 2023) und 2024 auf 25 Prozent kam, zeigt die aktuelle Auswertung einen leichten Rückgang. IPC-CEO Holger Winklbauer führt den Trend unter anderem auf stark gestiegene chinesische E-Commerce-Exporte zurück und verweist gleichzeitig darauf, dass sich Lieferketten durch neue Zoll- und Importregelungen 2025 und 2026 im Umbruch befinden.

Auch andere chinesisch geprägte Plattformen bleiben im Ranking präsent: Shein stabilisierte seinen Anteil 2025 bei neun Prozent, AliExpress (Alibaba) hält acht Prozent – nach neun Prozent im Jahr 2024 und zwölf Prozent im Jahr davor.

Die Studie, für die im September des Vorjahres knapp 31.000 Personen in 37 Ländern (u. a. USA, Frankreich, Australien) befragt wurden, zeigt zudem, wie hart die Verschiebung im Plattformmarkt ausfällt: eBay büßte zwischen 2018 und 2025 rund 68 Prozent Marktanteil ein und landete zuletzt bei fünf Prozent (2018: 17 Prozent).

Marketingoffensive trifft auf regulatorischen Gegenwind

Temus rasantes Wachstum wird auch mit aggressivem Marketing in Verbindung gebracht – in den USA etwa durch prominente Super-Bowl-Spots 2023 und 2024. Amazon reagierte 2024 mit dem günstig positionierten Angebot Amazon Haul, bei dem Preise gedeckelt sind.

Gleichzeitig nimmt der regulatorische Druck auf günstige Importware zu: In den USA wurde die zollfreie Behandlung für bestimmte Kleinsendungen eingeschränkt, in der EU sind zusätzliche Gebühren für Kleinsendungen aus Nicht-EU-Staaten geplant.

Für Händler:innen und Marken ist die Entwicklung ein Signal: Cross-Border bleibt Wachstumstreiber – zugleich steigen Anforderungen durch Regulatorik, Transparenz und Logistik. Wer international über Plattformen verkauft oder sourct, muss Preis- und Margendruck ebenso einkalkulieren wie neue Importkosten und potenziell längere Prozesszeiten an der Grenze.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV