"Stern" und "Hildbusters" finden Attila Hildmann in der Türkei

Dem Magazin und den Hobby-Detektiven gelang, was die deutschen Behörden bisher nicht schafften.

Attila Hildmann war einst ein äußerst erfolgreicher veganer Koch: Der deutsche Boulevard krönte ihn zum "Vegan-König" und Deutschlandfunk schrieb 2014 sogar, er sei "in Deutschland so etwas wie der Jamie Oliver der veganen Küche". Doch spätestens seit der Corona ist der Höhenflug des gebürtige Berliners, der sich Spitznamen wie "Avocadolf" oder "Hirse-Hitler" gefallen lassen muss, maximal noch eine längst verblasste Erinnerung.

Volksverhetzung, Beleidigung, Bedrohung und öffentliche Aufforderung zu Straftaten

Waren erste Risse in seiner Inszenierung schon ab 2015 erkennbar – unter anderem etwa durch seine Äußerungen während der Flüchtlingskrise, Drohungen gegen Journalist:innen und einen diskutierten Auftritt in der Sendung "Schlag den Star" – wurde mit Ausbruch der Pandemie klar, welch Geistes Kind Hildmann ist: Nicht nur, dass er absurdeste Verschwörungstheorien verbreitete, er outete sich auch als rechtsextremer Antisemit.

Dies zog Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach sich, während derer Attila Hildmann im Februar 2021 untertauchte. Das Amtsgericht Tiergarten in Berlin verfügte daraufhin einen Haftbefehl wegen Volksverhetzung, Beleidigung, Bedrohung und öffentlicher Aufforderung zu Straftaten. Ende März gab die Staatsanwaltschaft Berlin bekannt, dass Hildmann sich in der Türkei aufhält. Doch wo genau in der Türkei, darüber konnte nur gemutmaßt und spekuliert werden.

Monatelange Recherche

Jetzt hat der Stern bekanntgegeben den 41-Jährigen in der Türkei aufgespürt zu haben. Gemeinsam mit den "Hildbustern" – einer Gruppe von 13 Hobbydetektiven – sei "gelungen, woran deutsche und internationale Sicherheitsbehörden seit Februar 2021 scheitern", teilt das Hamburger Magazin mit. Vorausgegangen war eine monatelange Recherche. Der Stern konfrontierte Hildmann in seinem Heimatort Kartepe, einer Stadt rund anderthalb Autostunden südöstlich von Istanbul. Laut Recherchen der Zeitschrift lebt der einst als veganer Kochbuchautor bekannt gewordene Hildmann dort seit dem Sommer dieses Jahres, allein mit zwei Huskys und drei Katzen. Zuvor wohnte er seit dem Herbst vergangenen Jahres in Gömec, einem Küstenort in der Provinz Balikesir.

Die Suche des Stern begann als die Zeitschrift seit dem Mai 2022 die "Hildbusters" begleitete. Nachdem Hildmann im Dezember 2020 in die Türkei geflohen war und ab Februar 2021 mit einem internationalen Haftbefehl gesucht wurde, setzte sich die Gruppe ein Ziel: Hildmann aufspüren und ihn ins Gefängnis bringen. Der Stern verfolgte die Suche der "Hildbusters", recherchierte aber parallel auch selbst. Er spürte Hildmanns Geschäften nach und analysierte seine Kryptokonten. Schlich sich in seine geheime Telegram-Gruppe ein, suchte nach seinem Standort – und fand am Ende den entscheidenden Hinweis, der zu Hildmanns Versteck führte. Bei der Konfrontation von Hildmann Mitte Oktober waren neben Stern-Reportern und dem "Hildbuster"-Mitglied Alexander Brehm auch ein Team von Stern TV zugegegen.

"Beschämende" Behörden

"Hildbuster" Brehm informierte nach der Konfrontation unverzüglich das deutsche Generalkonsulat in Istanbul. Vor Ort teilte er einem Beamten der Bundespolizei Hildmanns Adresse und das Nummernschild von dessen Fahrzeug mit.

Bislang haben sich die deutschen Behörden im Fall Hildmann nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert: Zuerst war "Avocadolf" von einem Maulwurf in der IT-Abteilung der Berliner Staatsanwaltschaft vorgewarnt worden, dass ihm die Verhaftung drohen würde, woraufhin Hildmann untertauchte. Dann verlautbarte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft, dass eine Auslieferung des 41-Jährigen schwierig sei, da er sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt. Wie die Generalstaatsanwaltschaft vergangene Woche mitteilte, handelte es sich dabei jedoch um einen Irrtum. Ein Irrtum, auf den man durchaus früher hätte drauf kommen können, nachdem die "Hildbusters" bereits seit längerem Hinweise gesammelt hatten, dass HIldmann gar nicht im Besitz der türkischen Staatsbürgerschaft ist.

Gegenüber dem ZDF zeigt sich der Extremismus-Experte Josef Holnburger, vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie, entsetzt über die Behörden: "Der Umstand, dass eine Gruppe an Privatpersonen im Gegensatz zu den Behörden Hildmann ausfindig machen konnte – und auch nach mehrmaligen Hinweisen die Behörden nicht aktiv wurden – ist beschämend." Jedenfalls gibt es jetzt für die Behörden keine Ausreden mehr, den "Hirse-Hitler" nicht endlich dingfest zu machen.

www.stern.de

Hildjäger 2.0
Nunmal ist dieser Bericht jetzt auch schon zwei Monate alt, der Hildmann wird nochmal Urlaub, irgendwann, wann ist eigentlich schlicht egal, sicher dingfest gemacht werden.
Nicht mal einen Bruchteil davon, was andere seiner Artgenossen in Gefängnissen in seiner zweiten Heimat gerade durchmachen, wird dieser dann während seiner Haft durchmachen, die ja dann auch einen nochmaligen Bruchteil der Dauer derjenigen Artgenossen ausmachen wird.
Von dem her sollte jedem Menschen in diesem Universum mittlerweile schlicht und einfach klar werden, daß es ... das gefällt mir etz ... daß es immer ein 2.0 geben wird.
auf gut deutsch ein Wiedersehen

hähä
zum Gruße euer Hildjäger 2.0

PS: ich wollte ja eigentlich Hildkiller schreiben, dabei kommt ja Hildjäger 2.0 doch viel geiler
Gratulation an den Stern und die Hildbusters! Hoffentlich wachen die Behörden jetzt endlich auf und sperren den Wahnsinnigen weg!

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