Avengers, Ryan Gosling und Black Panther
So möchte Marvel seine Kino-Zukunft sichern

| Redaktion 
| 26.07.2026

Rund 33 Milliarden US-Dollar hat Marvel bislang mit den cineastischen Abenteuern seiner Comichelden an den weltweiten Kinokassen eingespielt. Das voranschreitende Jahrzehnt hält daran einen relativ kleinen Anteil – doch wie sich daran womöglich noch etwas drehen lässt, hat die Filmabteilung der Comicschmiede am Wochenende auf der San Diego Comic-Con in Aussicht gestellt.

Lange Zeit schien Marvel im Kino unantastbar, entwickelte sich das hauseigene MCU (Marvel Cinematic Universe) ab Ende der Nullerjahre doch zum kommerziell erfolgreichsten Franchise der Filmgeschichte. Doch kein Höhenflug hält ewig an: Dem rekordsprengenden Highlight "Avengers: Endgame" schloss sich eine Phase mit gemischten Kritiken, sinkenden Zuschauerzahlen und wachsender Übersättigung beim Publikum an.

Wobei die sogenannte "superhero fatigue" längst kein Marvel-Problem ist: Konkurrent DC konnte zuletzt selten an frühere Erfolge anknüpfen; diesen Sommer sorgt so zum Beispiel der völlig gefloppte "Supergirl" für einen wahrscheinlich dreistelligen Millionenverlust.

Doch auch beim Branchenprimus klingelt die Kasse weniger zuverlässig, schließlich haben in unseren voranschreitenden Zwanzigern lediglich zwei Marvel-Filme die Marke von einer Milliarde US-Dollar Umsatz weltweit überschritten: "Spider-Man: No Way Home" sowie "Deadpool & Wolverine".

Andere Projekte wie "The Marvels" oder "Ant-Man and the Wasp: Quantumania" blieben dagegen deutlich hinter den kreativen und kommerziellen Erwartungen zurück.

Die Zeiten, in denen die MCU-Verbindung automatischen Erfolg bedeutete, sind längst vorbei. Unterm Strich steht für Marvel also nicht weniger als die Frage im Raum, wie das einstige Erfolgsrezept einer neuen Generation von Kinogängern schmackhaft gemacht werden kann.

Marvel verlässt sich auf seine Zugpferde

Nennenswerter Vorteil: Marvel zählt einige der größten Namen der Popkultur zum eigenen Kader und ist gewillt, wieder verstärkt von ihnen Gebrauch zu machen.

Für den Rest des Jahres stehen dabei gleich zwei Filme auf dem Programm, denen man den Sprung über die besagte Milliardenmarke allein aufgrund ihrer Star- und Figurenzugkraft durchaus zutrauen darf.

Den Anfang macht diese Woche "Spider-Man: Brand New Day" mit Tom Holland in der Hauptrolle, der bereits im Juni die Werbetrommel in Berlin gerührt hat. Der Netzschwinger gehört seit Jahren zu den verlässlichsten Charakteren des Studios und dürfte viele Fans der ersten drei, äußerst erfolgreichen Filme in den Kinosaal locken.

Im Dezember folgt mit "Avengers: Doomsday" nach über sieben Jahren der nächste große Ensemble-Film des MCU. Das Projekt soll das nächste Franchise-Kapitels einläuten und setzt zentral auf die Rückkehr großer Namen – allen voran Chris Evans als Steve Rogers (der ehemalige Captain America) und natürlich Robert Downey jr., der nach seiner Ära als Iron Man nun unter die Maske des Victor von Doom schlüpft.

San Diego Comic-Con: Wo Vorfreude lebendig wird

Beide Filme gelten als entscheidende Prüfsteine dafür, ob Marvel seine frühere Strahlkraft zurückgewinnen kann. Beim cineastischen Arm der Comicschmiede geht man davon freilich in bestem Optimismus aus – und so hat Marvel am Wochenende im Rahmen der San Diego Comic-Con International (SDCC) angedeutet, wie es nach dem nächsten großen Avengers-Gipfeltreffen weitergehen soll.

Die traditionsreiche Messe zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Bühnen der Popkultur-Branche, die von unterschiedlichsten Studios genutzt wird, um neue Filme, Serien, Trailer und Überraschungen vor einem besonders aufgeschlossenen Publikum zu enthüllen.

Gerade für Marvel besitzt die SDCC eine besondere Bedeutung, immerhin wurden hier in den letzten anderthalb Dekaden regelmäßig große MCU-Projekte angekündigt; darunter die Vorstellung von Robert Downey jr. als Doctor Doom vor zwei Jahren. Kernbotschaft, die diesmal in San Diego vermittelt wurde: Das Marvel-Universum soll nicht auslaufen, sondern in eine neue Ära geführt werden.

Mit einem Mix aus bekannten Figuren, neuen Stars und großen Kinoereignissen wollen die Verantwortlichem um MCU-Mastermind Kevin Feige das Vertrauen und die Begeisterung der Fans sowohl zurückgewinnen als auch frisch entfachen. Dazu tragen bestenfalls bei:

  • "Avengers: Doomsday": Gipfeltreffen der Superhelden 

    Auf den bereits erwähnten Ensemble-Blockbuster wurde in San Diego stilecht durch eine ganze Schar an Stars eingestimmt: Robert Downey Jr., Chris Evans, Pedro Pascal, Paul Rudd, Anthony Mackie, James Marsden, David Harbour, Letitia Wright, Hayley Atwell oder Simu Liu begleiteten Kevin Feige und die wiederkehrenden Regisseure Anthony und Joe Russo auf die Comic-Con.

    Vorgestellt wurde eine neue Szene, in der sich Doctor Doom wortwörtlich mit den Avengers herumschlägt. Zur Erheiterung des Live-Publikums in San Diego gaben sich darüber hinaus Jon Bernthal (The Punisher) und Ryan Reynolds (Deadpool) die Ehre.

  • "Ghost Rider": Ryan Gosling bringt einen Kultcharakter ins MCU

    Für die wohl größte Überraschung in San Diego sorgte die Ankündigung von "Ghost Rider". Ryan Gosling übernimmt die Hauptrolle des Johnny Blaze und führt damit einen der bekanntesten Mystik-Helden ins Marvel Cinematic Universe ein – die Filme mit Nicolas Cage waren damals noch nicht an einen größeren Filmkosmos gebunden. Die Regie übernimmt Shawn Levy, der mit "Deadpool & Wolverine" einen der größten Marvel-Erfolge der vergangenen Jahre verantwortete und entsprechendes Vertrauen seitens des Studios genießen dürfte.

    Der Film soll 2028 erscheinen und könnte Marvel eine neue Richtung eröffnen: Weniger klassische Superhelden-Formel, dafür ein paar düstere Fantasy-Elemente… und nicht zuletzt einer der gefragtesten Darsteller Hollywoods in der Hauptrolle.

  • "Black Panther 3": Neue Hauptfigur für Wakanda

    Auch die Zukunft von Wakanda wurde in San Diego konkretisiert: "Black Panther 3" kommt am 15. Dezember 2028 ins Kino, genau wie die beiden ersten Teile unter der Leitung von Regisseur und Drehbuchautor Ryan Coogler. Die wohl größte Nachricht: David Jonsson ("Alien: Romulus") übernimmt künftig die Hauptrolle, wobei er den Sohn des ursprünglichen Black Panthers, T’Challa, verkörpern und damit eine neue Generation der Figur einführen wird. 

    Der ursprüngliche Darsteller des Titelcharakters, Chadwick Boseman, absolvierte die Dreharbeiten zum Milliardenerfolg von 2018 trotz einer Krebserkrankung, der er noch vor der Produktion des zweiten Teils erlag. An der Seite von Jonsson kehren unter anderem Letitia Wright als Shuri und Winston Duke als M’Baku aus dem bekannten Hauptcast zurück.

 

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV