Fußball-WM 2026
Public Viewing statt Fernreise: 60 Prozent der Deutschen bleiben diesen Sommer zuhause

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 könnte für Gastronomie, Einzelhandel und Außenwerbung in Deutschland zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor werden. Laut aktuellen "AWK Insights" plant die Mehrheit der Deutschen, den Sommer im eigenen Land zu verbringen. Während nur wenige Fans zur WM nach Nordamerika reisen wollen, dürften Public Viewings, urbane Freizeitangebote und lokale Konsumausgaben deutlich zunehmen. Für Handel, Gastronomie und die Out-of-Home-Branche (OoH) entstehen dadurch zusätzliche Reichweiten- und Umsatzpotenziale.

Die von AWK Aussenwerbung veröffentlichte Online-Befragung zeigt, dass knapp 60 Prozent der Deutschen in den Sommermonaten zuhause bleiben wollen. Als wichtigste Gründe nennen die Befragten Sicherheitsbedenken, geopolitische Unsicherheiten sowie hohe Reise- und Unterkunftskosten.

Besonders deutlich wird dieser Trend im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Laut der Studie planen lediglich 1,3 Prozent der Deutschen eine Reise zu den Spielen. Weitere 2,5 Prozent hatten ursprünglich eine WM-Reise vorgesehen, diese Pläne inzwischen jedoch wieder verworfen.

Public Viewing wird zum Frequenztreiber

Statt Fernreisen rücken gemeinsame Fußballerlebnisse im Inland stärker in den Fokus. Elf Prozent der Befragten wollen die Spiele bei Public-Viewing-Veranstaltungen verfolgen. Unter Männern zwischen 18 und 24 Jahren liegt dieser Wert sogar bei rund 24 Prozent.

Für Gastronomiebetriebe eröffnet das zusätzliche Umsatzchancen. Bars, Restaurants, Schanigärten und Eventlocations könnten während der WM von längeren Aufenthaltszeiten, höherer Besucherfrequenz und steigendem Getränke- und Speisenkonsum profitieren. Vor allem Innenstädte und urbane Freizeitstandorte dürften dadurch stärker belebt werden.

Auch der stationäre Handel könnte Rückenwind durch das veränderte Freizeitverhalten erhalten. Wenn mehr Konsument ihre Urlaubstage im Inland verbringen, steigen potenziell auch spontane Einkäufe in Einkaufsstraßen, Shoppingcentern und Freizeitarealen.

Davon könnten auch Medienanbieter profitieren, da Public Viewings und Streamingangebote rund um die Fußball-WM zusätzliche Reichweite versprechen.

Warum die Fußball-WM für Außenwerbung wichtig ist

Die Ergebnisse der AWK-Studie gelten auch als positives Signal für die Out-of-Home-Branche. Wenn ein Großteil der Bevölkerung während der Sommermonate in den Städten bleibt, bleiben auch Werbekontakte im öffentlichen Raum stabil.

Digitale Außenwerbung rund um Public-Viewing-Flächen, Gastronomie-Standorte oder hoch frequentierte Innenstädte könnte während der Fußball-WM besonders hohe Sichtbarkeit erzielen. Marken profitieren dabei von emotionalen Umfeldern mit hoher Aufmerksamkeit und wiederkehrenden Kontakten.

"Das 'Sommerloch', das heißt die vermeintliche Verwaisung der Städte in der Ferienzeit, entpuppt sich aufgrund unserer Befragung endgültig als Mythos", sagt Jochen Gutzeit, Geschäftsführer von AWK Aussenwerbung.

Heimischer Sommer verändert Konsumverhalten

Die Studie zeigt, dass sich das Freizeit- und Reiseverhalten vieler Menschen verändert. Internationale Reisen werden teurer und unsicherer, während lokale Freizeitangebote und Veranstaltungen an Bedeutung gewinnen.

Davon könnten im Sommer 2026 mehrere Branchen gleichzeitig Rückenwind erhalten: Gastronomie, Handel, Tourismus, Eventwirtschaft und Außenwerbung. Besonders Unternehmen mit starker Präsenz im urbanen Raum dürften von höheren Besucherzahlen und zusätzlichen Konsumimpulsen rund um die Fußball-WM profitieren.

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