Konferenz in Berlin
Deutsche Bahn will "Anschluss erreichen": Mehr Komfort nach der Fahrt

| Redaktion 
| 19.05.2026

Noch bis Mittwoch versammelt die Deutsche Bahn mehrere hundert Vertreter aus Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft in Berlin, um insbesondere die Reise nach der Zugfahrt zu diskutieren: Die Konferenz "Anschluss erreichen" will einer Verbesserung der weiterführenden Mobilität an den Bahnhöfen der Bundesrepublik den Weg ebnen.

Eine Reise mit der Deutschen Bahn endet nie direkt am Gleis. Ein bestimmter Zielort will vom Hauptbahnhof aus erreicht werden – und nicht selten beginnt erst hier der wirklich anstrengende Part: Der Sprint zum Anschlussbus, die überfüllte Straßenbahn, lange Wege über unübersichtliche Bahnhofsvorplätze oder die Suche nach einem freien Fahrradstellplatz strapazieren die Reiselaune gerade in fremdem Umfeld.

Während Züge immer schneller und moderner werden, bleiben die letzten Kilometer vielerorts umständlich organisiert. Auch die Deutsche Bahn selbst erkennt hier erheblichen Nachholbedarf, weshalb sie Bahnhöfe künftig stärker als vernetzte Mobilitätsdrehscheiben denken möchte.

Bahnhöfe sollen "attraktive Mobilitätsdrehscheiben" werden

"Wie leistungsfähig die Anschlussmobilität an Bahnhöfen ist, entscheidet auch darüber, wie attraktiv und alltagstauglich der Schienenverkehr vor Ort ist", stellte DB InfraGO-Chef Dr. Philipp Nagl am Dienstag zum Auftakt der zweitägigen Konferenz namens "Anschluss erreichen" fest, die Lösungen für das Problem voranbringen soll.

In Berlin besprechen dazu rund 350 Vertreter aus Kommunen, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft, wie sich "Bahnhöfe noch stärker zu leistungsfähigen, sicheren und attraktiven Mobilitätsdrehscheiben" ausbauen lassen. Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder war vor Ort.

Dabei verwies die Deutsche Bahn zunächst auf bislang Erreichtes: Mehr als 200 Bahnhöfe seien bereits unter dem "Konzept der Zukunftsfähigen Bahnhöfe" modernisiert worden, das eine ganzheitlich gedachte Weiterentwicklung von Bahnsteigen, Bahnhofsgebäuden, Bahnhofsvorplätzen und auch dem jeweiligen Umfeld vorsieht.

1,5Millionen Fahrradstellplätze fehlen

Sogar mehr als 300 Bahnhöfe haben im Zuge der "Bike-and-Ride-Offensive" insgesamt 26.000 neue Fahrradstellplätze; an 45 Standorten sollen im Laufe des Jahres weitere hinzukommen.

Allerdings resümiert die Deutsche Bahn selbst, dass "der aktuelle Bestand vielerorts nicht ausreicht, insbesondere an großen Bahnhöfen" – nicht weniger als 1,5Millionen Fahrradstellplätze an den Bahnhöfen der Bundesrepublik werden demnach noch gebraucht.

"Es ist zwingend erforderlich, die bestehenden Beratungs- und Förderangebote für Kommunen zu verstetigen, damit wir die verschiedenen Verkehrsträger noch besser verzahnen und die Bahnhofsumfelder weiterentwickeln können", betonte Dr. Philipp Nagl in Berlin.

"Bund, Länder und Kommunen müssen im Schulterschluss zusammenarbeiten und das ebenen-übergreifend. Nur so gelingt es, Bahnhöfe und die Bahnhofsumfelder einladend, attraktiv und anschlussfähig zu gestalten."

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