604 Kilometer durch das Death Valley
Berliner Extremsportler Arda Saatçi bezwingt eine der härtesten Ultralauf-Strecken der Welt

| Nika Klinkers 
| 11.05.2026

Nach 123 Stunden und 21 Minuten erreichte Arda Saatçi am Sonntag den Santa Monica Pier in Los Angeles. Der 28-jährige Berliner bewältigte die Distanz vom tiefsten Punkt der USA bis zum Pazifik unter extremen Bedingungen – ein Lauf gegen die Physik und die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit.

Es sind Zahlen, die selbst im Profisport die Vorstellungskraft sprengen: 604 Kilometer, rund 6.000 Höhenmeter und ein Energieverbrauch von etwa 15.000 Kalorien pro Tag. Am Sonntagmittag beendete der Berliner Red Bull-Athlet Arda Saatçi seine jüngste Herausforderung der "Cyborg Season“-Serie. Hinter ihm liegt eine Strecke, die mehr als 14 Marathons entspricht und ihn durch eine der unwirtlichsten Regionen der Erde führte.

Grenzerfahrung in Santa Monica: Ausnahmeathlet Arda Saatçi lässt im Ziel am Pazifik seinen Emotionen freien Lauf, nachdem er 604 Kilometer durch das Death Valley bezwungen hat. © Cameron Moon / Red Bull Content Pool

Ein System unter ständigem Stress

Der Lauf startete am 5. Mai im Badwater Basin im Death Valley. Bei Lufttemperaturen von über 40 °C und einer Asphalttemperatur, die bis zu 80 °C erreichte, wurde die Route über Wüstenstraßen und Abschnitte der legendären Route 66 zu einem riskanten Vorhaben. Um den extremen Oberflächentemperaturen und einem Flüssigkeitsverlust von bis zu 1,5 Litern pro Stunde entgegenzuwirken, wurde Saatçi rund um die Uhr von einem medizinischen Stab und seinem Lauftrainer begleitet.

Die Strategie basierte auf minimalen Ruhephasen. Statt echtem Schlaf setzte das Team auf kurze Nickerchen, um die angestrebte Zeitvorgabe einzuhalten. "Der Lauf im Death Valley ist kein klassischer Lauf, sondern ein System unter ständigem Stress“, erklärte sein Trainer Lukasz Wolejko-Wolejszo. "Hitze, Schlafmangel und Energiezufuhr wirken ständig gegeneinander. Wenn ein Faktor versagt, versagt alles. Man verliert nicht gegen die Strecke; man verliert gegen die Physik.“

Grenzerfahrung als Inspiration

Trotz Halluzinationen, Orientierungslosigkeit und der ständigen Gefahr durch die Tierwelt der Wüste hielt Saatçi an seinem Ziel fest. Ursprünglich auf 96 Stunden angesetzt, verlängerte sich die Dauer aufgrund der brutalen Bedingungen und notwendiger Anpassungen auf insgesamt 123 Stunden. Ein persönlicher Motivationsfaktor war dabei die Ankunft am Muttertag, die er trotz der massiven Erschöpfung punktgenau realisierte.

Versprechen zum Muttertag: Ausnahmeathlet Arda Saatçi umarmt seine Mutter nach 604 Kilometern im Ziel am Santa Monica Pier. © Cameron Moon / Red Bull Content Pool

Für Arda Saatçi ist dieser Erfolg Teil einer größeren Vision: "Genau diese Art von Herausforderung wird mich an neue Grenzen bringen – und mich dazu antreiben, diese zu überwinden. Ich möchte so viele Menschen wie möglich inspirieren, ein Vorbild sein und bleibende Spuren hinterlassen.“

Vom Forbes-Ranking in die Wüste Kaliforniens

Für die Berliner Wirtschaftsszene ist Saatçi längst kein Unbekannter mehr. Als Gründer von DAY ONE®, Mitbegründer von PERFORM ALL und Mitglied der Forbes "30 Under 30“-Liste verbindet der 28-Jährige sportliche Höchstleistung mit unternehmerischem Kalkül. In den sozialen Medien hat sich der Hybridathlet eine Fangemeinde von über 2,5 Millionen Menschen aufgebaut, wo er unter dem Motto "You vs. You“ Inhalte zu Leistung, Disziplin und mentaler Belastbarkeit teilt. Dass diese Form der emotionalen und inspirierenden Erzählweise auch branchenübergreifend Anerkennung findet, unterstrich zuletzt seine Auszeichnung in der Kategorie "Sports“ bei den VideoDays Awards.

Gläserner Athlet: Datentransparenz in Echtzeit

Der gesamte Lauf wurde als hybrides Medienereignis inszeniert und via Livestream weltweit übertragen. Dabei ging die Transparenz weit über herkömmliche Sportberichterstattung hinaus: Zuschauer konnten die Vitalwerte von Arda Saatçi – von der Herzfrequenz über die Sauerstoffsättigung bis hin zu den exakten Schlafzeiten – in Echtzeit mitverfolgen. Diese lückenlose Dokumentation machte die enorme Belastung für den menschlichen Körper nicht nur sichtbar, sondern auch für Datenanalysten und Fans gleichermaßen greifbar.

Die Bilanz des Laufs:

  • Distanz: 604,5 km

  • Dauer: 123 Stunden, 21 Minuten

  • Kalorienverbrauch: ca. 75.000 Kalorien insgesamt

  • Bedingungen: bis zu 80 °C Asphalttemperatur, <10 % Luftfeuchtigkeit

  • Ziel: Santa Monica Pier, Los Angeles

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Die Bilanz des Laufs:

  • Distanz: 604,5 km

  • Dauer: 123 Stunden, 21 Minuten

  • Kalorienverbrauch: ca. 75.000 Kalorien insgesamt

  • Bedingungen: bis zu 80 °C Asphalttemperatur, <10 % Luftfeuchtigkeit

  • Ziel: Santa Monica Pier, Los Angeles

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