Airport-Marketing
Brand Experience am Rollfeld: Wie der Flughafen München Infrastruktur emotionalisiert

Nachdem der operative Betrieb am neuen Terminal 1-Pier angelaufen ist, rückt ein Aspekt in den Fokus der Marketing-Fachwelt: Die emotionale Inszenierung des 95.000-Quadratmeter-Projekts. Mit dem Konzept "Servus Welt.“ demonstriert der Flughafen München gemeinsam mit der Agenturgruppe Serviceplan, wie moderne Infrastruktur heute als ganzheitliches Markenerlebnis kommuniziert wird.

Die technischen Eckdaten des neuen T1-Piers am Flughafen München – 360 Meter Länge und Kapazitäten für jährlich sechs Millionen Passagiere – markieren einen Meilenstein für die bayerische Luftfahrtinfrastruktur. Doch jenseits der funktionalen Inbetriebnahme, über die bereits im Rahmen der Vorbereitungen und des Testbetriebs am Terminal 1 berichtet wurde, offenbart das Projekt eine tiefere strategische Komponente. Es dient als Case Study dafür, wie ein internationaler Premium-Hub seine Identität im physischen Raum verankert.

Vom Infrastrukturprojekt zum emotionalen Übergangsort

In der globalen Luftfahrtbranche wird das Passagiererlebnis zunehmend zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal. Der Flughafen München nutzt den neuen Pier daher nicht nur zur Abfertigung von Non-Schengen-Flügen, sondern als Bühne für seine weiterentwickelte Markenidentität. Nachdem Serviceplan München bereits das vielfach ausgezeichnete Corporate Redesign des Airports verantwortete, wurde nun auch die Eröffnungsphase als kommunikatives Gesamtkunstwerk gestaltet.

Unter der Leitidee "Servus Welt.“ verbindet das Konzept den regionalen Bezug mit globaler Strahlkraft. Das zentrale visuelle Element, ein Bullauge mit Einblicken in weltweite Destinationen, transformiert den funktionalen Abflugbereich in einen Erlebnisraum. Diese Inszenierung wurde konsequent über alle Kanäle – von der digitalen Kommunikation bis hin zu den Vor-Ort-Materialien der feierlichen Eröffnung – durchgezogen.

Die Akteure hinter dem Markenerlebnis

Die Realisierung dieses Markenerlebnisses im Raum erforderte ein enges Zusammenspiel spezialisierter Partner. Während Serviceplan München die kreative und strategische Klammer setzte, zeichneten die Eventagentur Projektstark sowie der technische Dienstleister WBLT für die bauliche und medientechnische Umsetzung verantwortlich. Das Ergebnis ist eine Symbiose aus Architektur, Design und Event-Marketing, die den Anspruch des Flughafens als zukunftsfähiger Hub unterstreicht.

Die strategische Vision im Wortlaut

Andreas Mauer, Leiter Kommunikationsstrategie und Markenmanagement Flughafen München, betont die Zielsetzung hinter dieser Form der Kommunikation: "Mit dem neuen Terminal 1 Pier schaffen wir nicht nur zusätzliche Kapazitäten, sondern auch ein deutlich komfortableres Reiseerlebnis für unsere Passagiere. Die Inszenierung zur Eröffnung macht diesen Anspruch zusätzlich sichtbar – als Zeichen für die Internationalität und Zukunftsfähigkeit des Flughafens München.“

Jörg Schmitt, Head of Design bei Serviceplan München, ergänzt zur gestalterischen Intention: "Mit unserer Arbeit wollten wir die Lust auf Reisen in all seinen Facetten wecken. Durch das Bullauge können Besucher:innen einen Blick in die Wüste, auf ein Segelboot oder die Londoner Tower Bridge erhaschen. Motive, die zum Tagträumen einladen. Der Pier wird dabei zum emotionalen Moment des Übergangs. So entsteht ein Spiel mit Ferne und Heimat, Sehnsucht und dem Wunsch anzukommen.“

Mit dieser Herangehensweise festigt der Flughafen München nicht nur seine Kapazitäten, sondern auch seine Position im Wettbewerb der globalen Drehkreuze, in dem die Qualität der Brand Experience längst zum harten Wirtschaftsfaktor geworden ist.

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