Bitcoin-Erfinder
Satoshi Nakamoto: Enthüllung und Dementi

| Redaktion 
| 08.04.2026

Über anderthalb Jahrzehnte konnten Banksy und Satoshi Nakamoto das Rätselraten um ihre bürgerliche Identität aufrecht halten. Nur, um nun beide innerhalb eines Monats enthüllt zu werden? Jüngst hat die New York Times berichtet, dass es sich bei dem als Bitcoin-Erfinder gehandelten Nakamoto um den Kryptographen Adam Back handeln soll. Dessen Name fällt nicht zum ersten Mal – allerdings widerspricht er diesmal klar.

Ein digitales Zahlungssystem, das ohne zentrale Instanz auskommt und Transaktionen über ein verteiltes Netzwerk validiert: Das im Oktober 2008 veröffentlichte Whitepaper namens "Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System" (hier als PDF) legte den Grundstein für die mit Abstand relevanteste von inzwischen vielen Kryptowährungen.

Autor war damals ein gewisser Satoshi Nakamoto, dessen tatsächliche Identität seitdem ein vieldiskutiertes Rätsel ist. Nachdem im vergangenen Monat bereits der Street Artist Banksy (mutmaßlich) enthüllt wurde, ist nun der als Bitcoin-Erfinder geltende Nakamoto an der Reihe – zumindest, wenn es nach der New York Times geht.

Die NYT-Indizien

Der Artikel legt eindringlich nahe, dass der heute 55 Jahre alte Computerwissenschaftler und Krypotgraph Adam Back hinter dem Pseudonym steckt. Als Indiz wird zum Beispiel angeführt, dass Back mit Hashcash einst ein Proof-of-Work-System entwickelt hat, das im Bitcoin-Whitepaper von 2008 explizit erwähnt wird.

Darüber hinaus wäre auffällig, dass Backs Aktivität in Kryptografie-Foren während der aktiven Phase Nakamotos deutlich zurückging und erst nach dessen Verschwinden wieder zunahm.

Zentrales Argument ist allerdings der Vergleich von Schreibstilen, bei dem die New York Times Übereinstimmungen zwischen Nakamotos Texten und alten E-Mails oder Forenbeiträgen von Back erkennt.

Back als Kandidat nicht neu

Eine weitere Parallele zu Banksy: Der echte Name hinter dem berühmten Pseudonym wird seit Jahren als möglicher Kandidat gehandelt. Schon vor acht Jahren machte der 2021 verstorbene Computersicherheits-Pionier John McAfee entsprechende Andeutungen:

"Jeder weiß, wer damals involviert war. Sie hatten Dr. Adam Back; Craig Wright war dabei. Eine Menge Leute waren dabei. Ich weiß nicht, ob sie eine Münze geworfen oder einen Strohhalm gezogen haben, es macht keinen Unterschied."

"Aber wenn Du wissen willst, wer genau es war, lass es durch Authoring Software laufen – jeder, der involviert war, und besonders Dr. Back, hat vorher dutzende technische Abhandlungen geschrieben", so McAfee weiter.

Seine Anhaltspunkte: Jedes Wort, das man amerikanisch oder britisch schreiben könne, sei britisch geschrieben. Nach jedem Satz folgen zwei Leerzeichen, statt wie üblich eines.

"Von den zwei Verdächtigen sind nur zwei britisch und nur einer von beiden benutzt in seinen Arbeiten zwei Leerzeichen nach seinen Sätzen – findet es heraus, Leute. Aber er möchte nicht bekannt sein, also werde ich ihn nicht nennen."

Der Hauptverdächtige dementiert

Am Mittwoch hat sich Adam Back auf X persönlich zu Wort gemeldet und dementiert, dass es sich bei ihm um Satoshi Nakamoto handelt.

Er schreibt, dass er aufgrund seiner "Gesprächigkeit in Mailinglisten und meines bekannten Interesses an E-Cash häufiger zu diesen Themen Stellung genommen habe", sodass sich seitens der New-York-Times-Autoren ein Confirmation Bias ergeben haben könnte.

"Der Rest ist eine Mischung aus Zufall und ähnlichen Formulierungen von Personen mit vergleichbaren Erfahrungen und Interessen", erläutert Back. "Daraus wird oft geschlossen, dass Satoshi über bestimmte Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen musste, um Bitcoin zu entwickeln – dabei waren ich und andere in den Design-Diskussionen des Jahrzehnts davor 'so nah dran und doch so weit entfernt' davon."

Er schließt ab: "Ich weiß auch nicht, wer Satoshi ist, und ich halte es für gut für Bitcoin, dass das so ist, da es dazu beiträgt, Bitcoin als neue Anlageklasse wahrzunehmen – als mathematisch knappes digitales Gut."

Damit nimmt sich Adam Back also selbst aus dem Kandidatenpool, wenn es um den sagenumwobenen Urheber des Bitcoin-Whitepapers geht. Dennoch wird sich mancherorts die Frage aufdrängen, ob das womöglich genau das ist, was ein "enttarnter" Satoshi Nakamoto tun würde…

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