Europa im Vergleich
Wo reicht die Rente noch für den Ruhestand?

| Redaktion 
| 27.01.2026

Spoiler: Weder in Deutschland noch in Österreich, wie eine Analyse von DataPulse Research nahelegt. Untersucht wurde, ob die staatliche Altersrente in insgesamt 30 europäischen Ländern höher oder geringer als die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten älterer Menschen ausfällt – und in gerade einmal vier Nationen können sich Rentner allein auf den Staat verlassen.

Der Wunsch, die goldenen Jahre nach Dekaden der Arbeit entspannt und sorglos verleben zu können, ist nachvollziehbar und entsprechend weit verbreitet. Aber wie realistisch ist er tatsächlich? Das hängt im Wesentlichen von individuellen Maßnahmen ab.

Wer sich stattdessen einzig und allein auf die staatliche Altersrente verlassen will, muss sich fast in ganz Europa auf entbehrungsreiche Seniorenjahre einstellen. Das gehört zu den Ergebnissen einer aktuellen Untersuchung von DataPulse Research, die dafür Zahlen aus dem Jahre 2023 unter die Lupe genommen haben.

Deutschland im rententechnischen Mittelfeld

Mit einer durchschnittlichen Altersrente von 34.413 Euro pro Jahr wird der Ruhestand unter den 30 betrachteten europäischen Nationen in Luxemburg am besten bezahlt.

Auf den Podiumsplätzen folgen Dänemark (30.543 Euro) und Norwegen (29.176 Euro). Damit fällt die Rente zumindest in Luxemburg fast doppelt so hoch aus wie im europäischen Durchschnitt, der bei 17.321 Euro liegt.

Deutschland kommt diesem Mittelwert mit 19.100 Euro vergleichsweise nah, während Österreich (25.900 Euro) ein respektables Stück darüber liegt. Schlusslicht wiederum ist Serbien, wo sich die staatliche Altersrente im Schnitt auf lediglich 4200 Euro pro Jahr beläuft – nicht sehr viel mehr als in Bulgarien (4500 Euro), Montenegro (4600 Euro) oder Rumänien (5800 Euro).

Nur viermal sind die Renten höher als die Ausgaben

Gleichzeitig ist Rumänien das Land, in dem die durchschnittliche Rente die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten von Personen über 60 am deutlichsten übersteigt: Den erwähnten 5800 Euro Rente stehen jährliche Ausgaben von 4800 Euro gegenüber, sodass sich ein 21-prozentiges Plus ergibt.

Grafik: DataPulse ResearchAuch in Tschechien (18 Prozent), Polen (vier Prozent) und Spanien (drei Prozent) übersteigt die durchschnittliche Rente die durchschnittlichen Kosten – in allen anderen Nationen ist sie dagegen nicht ausreichend, um übliche Ausgaben, die über ein Jahr hinweg anfallen, zu decken.

Das betrifft demzufolge auch das rententechnisch großzügige Luxemburg, in dem sich die Lebenshaltungskosten im Median auf 52.200 Euro belaufen. Dadurch ergibt sich eine Differenz von 34 Prozent und damit eine fast genauso große wie in Deutschland (33 Prozent): Mit im Schnitt 19.100 Euro müssen hier Ausgaben von 28.700 Euro gestemmt werden.

Vertrauen rein auf den "Vollkasko-Staat" ist fahrlässig

Selbstverständlich bedeuten diese Angaben nicht automatisch, dass alle Rentner in Rumänien, Tschechien, Polen und Spanien in Saus und Braus leben, während alle anderen europäischen Länder akut von flächendeckender Altersarmut bedroht sind.

DataPulse Research erklärt, dass dieses Risiko in Ländern wie Luxemburg oder Norwegen aufgrund des sogenannten "Drei-Säulen-Prinzips" trotz (relativ) unzureichender Rente gering ist: "Ein stabiles Netz aus betrieblicher Vorsorge, privaten Ersparnissen und teilweise einer hohen Wohneigentumsquote" gleiche die staatlichen Defizite häufig aus.

Allerdings stützen diese Säulen nicht ganz Europa. In Süd- und Osteuropa sei die Rente häufig "die einzige Brandmauer gegen die Armut", sodass es Bürger in Nationen wie Kroatien im Alter mitunter schwer haben dürften – schließlich übersteigen die Lebenshaltungsausgaben (9300 Euro) die Rente (5600 Euro) hier um gleich 40 Prozent.

Naheliegende Schlussfolgerung der Analysten: Statt sich auf den "Vollkasko-Staat" zu verlassen, sind individuelle Strategien erforderlich, wenn man im Alter nicht mittellos dastehen möchte. Die umfangreichen, vollständigen Ergebnisse von DataPulse Research enthalten auch einen "Ruhestands-Rechner", mit dem Möglichkeiten zum Überbrücken von Defiziten aufgezeigt werden.  

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