Neuer Impfstoff gegen Krankenhauskeime in Sicht

| pte 
| 10.10.2023

Jedes Jahr sterben allein in den USA über 90.000 Menschen an Infektionen, die sie sich in Krankenhäusern zugezogen haben. 

Forscher der University of Southern California (USC) haben ein experimentelles Vakzin gegen Superbugs entwickelt, das Infektionen mit aggressiven Keimen - vor allem in Krankenhäusern - künftig verhindern soll. Eine Dosis sorgt bei Mäusen dafür, dass das Immunsystem in höchste Alarmbereitschaft versetzt wird, sodass es alle Eindringlinge vernichtet. Das Präparat schützt laut den Experten vor neun verschiedenen Bakterien und Pilzen.

"Verdächtige Pakete" im Blick

"Es ist ein Frühwarnsystem. Es ist, als würde die Heimatschutzbehörde einen Terroralarm auslösen: Haltet Ausschau nach verdächtigen Paketen", so Brad Spellberg, Chefarzt des der USC angegliederten Los Angeles General Medical Center. Das USC Stevens Center for Innovation, die Technologie-Lizenzierungsstelle der Universität, hat ein Patent für den Impfstoff angemeldet. Das National Institute of Allergy and Infectious Diseases, Teil der National Institutes of Health, hat dem Start-up ExBaq LLC fast eine Mio. Dollar zur Verfügung gestellt, damit es den Impfstoff bis zur Zulassung weiterentwickelt.

Jedes Jahr sterben allein in den USA über 90.000 Menschen an Infektionen, die sie sich in Krankenhäusern zugezogen haben. Das verursacht Kosten zwischen 28 und 45 Mrd. Dollar. Der experimentelle Impfstoff entscheidet sich grundlegend von bisherigen Vakzinen. Er aktiviert bereits im Körper vorhandene Immunzellen, sogenannte Makrophagen, die Bakterien, Pilze und andere schädliche Mikroorganismen verschlingen und verdauen. Diese aktivierten Kämpfer, die in allen Geweben vorkommen, neutralisieren schnell ankommende Eindringlinge, die sich andernfalls rasch vermehren und die Abwehrkräfte des Körpers ausschalten.

Drei Inhaltsstoffe reichen aus

Der neue Impfstoffkandidat besteht nur aus drei Inhaltsstoffen, von denen zwei bereits in von der Food and Drug Administration zugelassenen Impfstoffen verwendet werden. Eine dritte Komponente ist ein winziges Stück von der Oberfläche eines Pilzes, der häufig auf der menschlichen Haut vorkommt. Der in zwei unabhängigen Laboren getestete Impfstoff wirkt laut den Wissenschaftlern innerhalb von 24 Stunden und hält bis zu 28 Tage. In den behandelten Mäusen stieg die Zahl der pathogenfressenden Immunzellen im Blut dramatisch an, heißt es. (pressetext.redaktion)

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