Warum schriftliches Lob vom Vorgesetzten wie eine Glückspille wirkt

| Natalie Oberhollenzer 
| 28.03.2023

Ein paar Zeilen, in denen spezifische, gute Eigenschaften eines Mitarbeiters hervorgehoben werden, sorgen für einen Boost an Motivation und Wohlergehen.

Whitney Johnson und Amy Humble von der Beratungsfirma Disruption Advisors haben einen simplen Tipp für alle, die ein Team leiten und dieses stärken und motivieren wollen: hin und wieder ein schriftliches Lob verschicken.

Die Wertschätzung sollte jedoch nicht als Massenmail, sondern direkt an jeden einzelnen adressiert sein. Dabei soll es sich auch nicht um ein allgemeines "Dankeschön" handeln. In dem Schreiben sollte eine spezifische Eigenschaft des jeweiligen Adressaten hervorgehoben werden, idealerweise mit praktischen Beispielen. "Sie bringen Pragmatismus in unsere Gespräche und bringen uns von der Theorie ins Handeln", könnte so ein Satz aussehen. Oder: "Ihr Einfühlungsvermögen hilft uns, Fürsorge zu zeigen, wenn sie gebraucht werden. Sie zeigen Teamgeist." "Ihre einzigartige, klare Perspektive hilft ungemein, wenn wir vor komplexen Entscheidungen stehen", könnte wiederum an einen besonders analytischen Geist gerichtet sein.

Die eigenen Stärken erkennen

Den Beraterinnen zufolge sind viele Mitarbeiter, die schriftliches Lob bekommen, sehr berührt. Viele von ihnen lesen es sich auch gerne später noch einmal durch und fassen etwa in schwierigen Zeiten neuen Mut damit.

Dass solche Zeilen einen Boost an Motivation und Wohlergehen bewirken, hat Johnson und Humble mehrere Gründe. Zum einen helfen sie, die eigenen Stärken zu erkennen. Denn es kommt viel zu häufig vor, dass Menschen sie bei sich selbst gar nicht wahrnehmen. Außerdem signalisieren sie den Menschen, dass sie gesehen werden, und dass sie wichtig sind.

Den Fokus auf das Gute richten

Außerdem gilt ganz allgemein, dass das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, unser Gehirn prägt. Denn das funktioniert ganz ähnlich wie ein Algorithmus für Werbung in den sozialen Medien: je mehr Aufmerksamkeit wir bestimmten Inhalten widmen, umso öfter tauchen sie in unserem Denken auf. Konzentrieren wir uns folglich mehr auf das was wir können, als auf Dinge, die wir nicht können, dann bauen wir unsere Stärken aus. Wer also lobt, gibt seinen Mitarbeiter:innen damit einen bewussten Anstoß, sich auf die Förderung der eigenen Stärken zu konzentrieren.

www.thedisruptionadvisors.com

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