Kryptowährung unter Druck
XRP verliert fast zwölf Prozent: Was hinter dem Kurssturz steckt

| Redaktion 
| 17.09.2026

Nach dem Scheitern des Clarity Act im US-Senat verlor XRP zeitweise fast zwölf Prozent. Dabei halten sieben US-Fonds bereits mehr als eine Milliarde Token. Warum das den Kurs nicht schützt – und welche neue Anwendung Ripple für XRP plant.

XRP steht nach einem schweren Rückschlag für die US-Kryptobranche unter Druck. Der Kurs fiel zeitweise um fast zwölf Prozent auf rund 1,29 Dollar. Damit reagierte XRP stärker als Bitcoin und Ethereum.

Auslöser war eine Abstimmung im US-Senat. Der Clarity Act erhielt zwar eine knappe Mehrheit von 50 zu 49 Stimmen, verfehlte aber die erforderlichen 60 Stimmen. Das Gesetz sollte einen einheitlichen Rechtsrahmen für den rund zwei Billionen Dollar schweren US-Kryptomarkt schaffen.

Die Niederlage ist auch politisch bemerkenswert: Kryptounternehmen investierten laut Reuters mehr als 300 Millionen Dollar in die US-Wahlen 2024 und 2026 sowie in politische Kampagnen. Trotzdem stimmten neben den Demokraten auch vier Republikaner gegen das Vorhaben.

Warum XRP besonders stark reagiert

XRP ist eng mit dem Zahlungsunternehmen Ripple verbunden. Ripple stritt jahrelang mit der US-Börsenaufsicht SEC über die rechtliche Einordnung des Tokens. Klare Kryptoregeln in den USA gelten deshalb als besonders wichtig für XRP.

Mit dem vorläufigen Scheitern des Clarity Act bleibt die regulatorische Unsicherheit bestehen. Der Entwurf könnte erneut aufgerufen werden, dürfte vor den Kongresswahlen im November aber kaum noch vorankommen.

Eine Milliarde XRP in Fonds schützt den Kurs nicht

Sieben US-Fonds halten laut einer Auswertung von Investing.com insgesamt rund 1,129 Milliarden XRP. Beim aktuellen Kurs entspricht das etwa 1,46 Milliarden Dollar.

Diese Bestände garantieren jedoch keinen Kursboden. Die Fonds kaufen XRP, wenn Anleger neue Anteile erwerben. Werden Anteile zurückgegeben, können die hinterlegten Token wieder freigesetzt werden.

Ein positives Signal gibt es dennoch: Die Fondsbestände blieben nach dem Kursrutsch weitgehend stabil. Institutionelle Anleger zogen ihr Kapital offenbar nicht in großem Stil ab.

Die Zuflüsse verlieren allerdings an Tempo. Ende August flossen den Produkten innerhalb einer Woche noch rund 110,5 Millionen Dollar zu. Zuletzt waren es nur noch etwa neun Millionen Dollar.

Ripple bringt XRP in KI-Zahlungen

Während die Politik den Kurs belastet, versucht Ripple, neue Einsatzmöglichkeiten für XRP zu schaffen. Das Unternehmen hat sein Entwicklerkit für das XRP Ledger um das Machine Payments Protocol erweitert.

Der von Stripe und der Zahlungsblockchain Tempo entwickelte Standard ermöglicht automatisierte Zahlungen durch KI-Agenten. Eine KI könnte damit selbstständig Daten oder Rechenleistung kaufen und in XRP oder Ripples Dollar-Stablecoin RLUSD bezahlen.

Die Technik befindet sich allerdings noch in der Beta-Phase. Ripple nennt bislang weder kommerzielle Kunden noch ein Zahlungsvolumen. Die Integration ist daher eine Zukunftswette – kein aktueller Umsatztreiber.

Worauf XRP-Anleger jetzt achten

Für den weiteren Kurs sind vor allem drei Punkte entscheidend:

  • Wird der Clarity Act erneut zur Abstimmung gestellt?
  • Bleiben die Bestände der XRP-Fonds stabil?
  • Gewinnt Ripples System für KI-Zahlungen erste Kunden?

Aktuell zeigt XRP zwei gegensätzliche Entwicklungen: Regulierte Fonds halten Milliardenbestände, und Ripple erweitert die technische Nutzung. Kurzfristig bestimmt jedoch Washington den Kurs.

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