Looksmaxxing Economy
Millionengeschäft Manosphere: Wie mit der Unsicherheit junger Männer Geld verdient wird

| Redaktion 
| 16.08.2026

Dating-Tipps, Muskelaufbau, Finanzberatung: Was wie harmlose Selbstoptimierung beginnt, kann im Netz Teil eines hochprofitablen Geschäftsmodells werden. Eine neue Studie zeigt, wie Influencer Unsicherheit in Reichweite verwandeln – und Reichweite anschließend in Abos, Coachings, Supplements und Finanzprodukte.

Ein junger Mann will wissen, wie er attraktiver wird. Oder wie er mehr Geld verdient. Vielleicht sucht er nach einem Trainingsplan oder nach einer Erklärung dafür, warum es mit der Partnersuche nicht klappt. Auf TikTok, YouTube oder Instagram mangelt es nicht an Menschen, die Antworten versprechen. Und einige haben praktischerweise gleich das passende Produkt dazu.

Die neue Untersuchung "The Grift Economy: How Young Men Are Being Sold Fake Belonging and Fake Wealth Online" von Equimundo und Reset Tech betrachtet die sogenannte Manosphere deshalb vor allem als Geschäft. Die Autoren sprechen von einer milliardenschweren Industrie. Das US-Magazin Wired bezeichnet sie in seiner Analyse der Studie als "multibillion-dollar grievance industry“ – eine Industrie, die mit Unzufriedenheit und Kränkung Geld verdient. 

Wie lukrativ das sein kann, zeigen die zusammengetragenen Zahlen. Top-Creator aus diesem Umfeld können der Studie zufolge über Plattformvergütungen, Sponsoring, Kurse, Mitgliedschaften und Auftritte zwischen einer und zehn Millionen Dollar pro Jahr umsetzen.

Bei großen Streamern nennt der Report noch höhere Größenordnungen: Für Top-Streamer wie Adin Ross werden mögliche Streaming-Einnahmen von 30.000 bis 50.000 Dollar pro Stunde genannt. Das eigentliche Geschäft beginnt häufig aber erst außerhalb der kostenlosen Videos.

Das Video ist der Anfang

Die Forscher beschreiben einen digitalen Verkaufstrichter. Am Anfang stehen Themen, die Millionen Männer tatsächlich beschäftigen: Geld, Karriere, Fitness, Aussehen, Partnersuche oder sozialer Status. Darauf folgen einfache Erklärungen für komplizierte Probleme – und schließlich eine vermeintliche Lösung, die Geld kostet.

Verkauft werden Communities, Dating- und Fitnessprogramme, Supplements, sogenannte Looksmaxxing-Angebote zur Optimierung des eigenen Aussehens, Finanzkurse, Krypto-Produkte oder Coachings.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich das am Beispiel Andrew Tate. Die Autoren schätzen den Bruttoumsatz seiner kostenpflichtigen Plattform "The Real World", für die Mitglieder 99 Dollar im Monat bezahlen, auf rund 184 Millionen Dollar jährlich. Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Schätzung und um Umsatz, nicht um Gewinn.

Milliardenbusiness Looksmaxxing

Wie groß die potenzielle Kundschaft ist, zeigt die Analyse sogenannter Looksmaxxing-Inhalte. Reset Tech untersuchte 216 Influencer auf TikTok, Instagram und Facebook. Ihre entsprechenden Inhalte kamen im Analysezeitraum zusammen auf mehr als 14,6 Milliarden Aufrufe.

Einer davon ist der unter dem Namen Clavicular bekannte Streamer Braden Peters. Der günstigste Zugang zu seiner Looksmaxxing-"Academy" kostet laut Wired 49 Dollar, privates Coaching bis zu 3.000 Dollar.

Das Geschäft mit der Manosphere

1–10 Mio. Dollar
So hoch können laut The Grift Economy die jährlichen Einnahmen erfolgreicher Top-Creator aus Plattformzahlungen, Werbung, Kursen, Mitgliedschaften und Auftritten ausfallen.

184 Mio. Dollar
Auf diesen jährlichen Bruttoumsatz schätzen die Autoren Andrew Tates kostenpflichtige Plattform The Real World. Die Zahl ist eine Hochrechnung, kein veröffentlichter Jahresabschluss.

99 Dollar pro Monat
kostet die Mitgliedschaft bei The Real World

30.000–50.000 Dollar
können Top-Streamer laut Report pro Streaming-Stunde erlösen.

14,6 Milliarden Views
erreichten Looksmaxxing-Inhalte von 216 untersuchten Influencern auf TikTok, Instagram und Facebook im analysierten Zeitraum.

Bis zu 3.000 Dollar
kostet privates Looksmaxxing-Coaching beim Streamer Clavicular

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

Das Geschäft mit der Manosphere

1–10 Mio. Dollar
So hoch können laut The Grift Economy die jährlichen Einnahmen erfolgreicher Top-Creator aus Plattformzahlungen, Werbung, Kursen, Mitgliedschaften und Auftritten ausfallen.

184 Mio. Dollar
Auf diesen jährlichen Bruttoumsatz schätzen die Autoren Andrew Tates kostenpflichtige Plattform The Real World. Die Zahl ist eine Hochrechnung, kein veröffentlichter Jahresabschluss.

99 Dollar pro Monat
kostet die Mitgliedschaft bei The Real World

30.000–50.000 Dollar
können Top-Streamer laut Report pro Streaming-Stunde erlösen.

14,6 Milliarden Views
erreichten Looksmaxxing-Inhalte von 216 untersuchten Influencern auf TikTok, Instagram und Facebook im analysierten Zeitraum.

Bis zu 3.000 Dollar
kostet privates Looksmaxxing-Coaching beim Streamer Clavicular

leadersnet.TV