135 Geschäfte in Deutschland
KiK schließt Filialen: Wenn Expansion an ihre Grenzen stößt

| Redaktion 
| 24.03.2026

Der vor allem für Textilien bekannte Discounter KiK korrigiert seine Wachstumsstrategie und trennt sich von einem Teil seines Filialnetzes: Bis zu 225 Geschäfte in Europa sollen noch in diesem Jahr geschlossen werden, ein Großteil davon in Deutschland. Hintergrund ist offenkundig eine zu dichte Expansion, die vielerorts scheinbar nicht den erhofften Kundenzuwachs gebracht hat.

"KiK hat in den vergangenen Jahren einen tiefgreifenden Wandel vorangetrieben und damit den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft gelegt", freute sich Christian Kümmel, als er im vergangenen August als Finanzvorstand in die Geschäftsführung des Textil- und Haushaltsdiscounters mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Bönen aufgestiegen ist.

Offenbar ist diese Grundsteinlegung letztlich zu optimistisch ausgefallen: Der Deutschen Presseagentur verriet Kümmel laut einer Dienstag veröffentlichten Mitteilung, dass Kik in diesem Jahr mehrere Hundert Filialen, verteilt über ganz Europa, schließen wird.

"Die Formel: 'Wir machen fünf neue Filialen auf und haben fünfmal so viele Kunden' ist nicht 100-prozentig aufgegangen", wird Kümmel zitiert. Es sei vielerorts "zu dicht expandiert" worden – entstanden ist also ein Überangebot an KiK-Filialen auf vergleichsweise geringem Raum.

Etwa 135 Schließungen in Deutschland

Deshalb will das Unternehmen sein Portfolio nun auf profitable Adressen zurücktrimmen; entsprechende Schritte wurden bereits wenige Wochen nach Christian Kümmels Amtsantritt im letzten Sommer in Aussicht gestellt. Dem Finanzvorstand zufolge lag die Zahl der Neueröffnungen zuletzt dennoch weiter über der der jährlichen Filialschließungen.

Konkret soll es bis zum Jahresende nur noch etwa 4000 Filialen in Europa geben, was einem Abbau von rund 225 Geschäften entspricht. Ungefähr 135 davon dürften am Ende auf Deutschland entfallen, wo sich mit dann circa 2200 Adressen weiterhin die mit Abstand meisten KiK-Filialen befinden.

Preissensibilität und Konkurrenzdruck

Im Zusammenhang der aktuellen Ankündigung geht Kümmel auch auf veränderte Marktbedingungen ein. So gäbe es "eine hohe Wechselbereitschaft und Preissensibilität bei Kunden", bei denen vermehrt "der ein oder andere Einkauf weggelassen wird" – obwohl der "Discount insgesamt Zulauf" erfährt, wie Kümmel zu Protokoll gibt.

Ferner erwähnt er neben stationärer Konkurrenz auch den Druck durch Onlinehandel und dabei besonders asiatische Anbieter wie Temu oder Shein. Gepaart mit weiteren Aspekten wie dem Corona-Einbruch oder Inflation nannte der Handelsverband Deutschland (HDE) diesen zusätzlichen Wettkampf kürzlich auch als einen der Gründe dafür, dass es schon bald unter 300.000 Geschäfte in Deutschland geben dürfte.

KiK will auf Kündigungen verzichten

Unklar ist für die Öffentlichkeit zum jetzigen Zeitpunkt noch, welche KiK-Filialen nicht profitabel genug sind und damit vor ihrer Schließung stehen. Mehr als die Hälfte der insgesamt 32.000 Mitarbeiter verrichtet ihre Arbeit in Deutschland – und daran soll sich trotz der nun kommunizierten Maßnahmen zunächst auch nichts ändern.

Christian Kümmel erläutert, wie Kündigungen trotz hundertfacher Schließungen verhindert werden sollen: "Wir werden die Mitarbeitenden der betroffenen Filialen in anderen Filialen weiter beschäftigen oder anderweitig eine Lösung finden."

Wie genau diese angedeuteten Alternativen zu einer beruflichen Umsiedlung aussehen könnten, hat KiK bislang nicht präzisiert.

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