Bild-Herzgipfel
"Daten können Leben retten": Nationales Herz-Netz angekündigt

| Redaktion 
| 18.03.2026

Im Rahmen des dritten Bild-Herzgipfels in Berlin haben sich führende Vertreter aus Medizin und Politik für eine umfangreiche Nutzung von Gesundheitsdaten ausgesprochen. Bei Appellen ist es dabei nicht geblieben: Ab Anfang 2027 soll das Nationale Herz-Netz (NHN) damit beginnen, herzrelevante Behandlungsdaten systematisch zu bündeln.

Der Schutz der eigenen Daten ist vielen Leuten eine Herzensangelegenheit – auf der anderen Seite könnten viele Herzensangelegenheiten durch Daten deutlich weniger bedrohlich sein, wie der dritte Bild-Herzgipfel am Mittwoch herausgestellt hat.

Unter dem Berliner Dach von Axel Springer kamen rund 100 Fachleute aus Medizin, Politik oder Gesellschaft zusammen, wobei dem Kardiologen Professor Dr. Ulf Landmesser die wissenschaftliche Leitung des Treffens anvertraut wurde.

Thematische Schwerpunkte lagen bei der dritten Ausgabe und ihren Vorträgen unter anderem auf Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und neuen Therapieansätzen oder genetischen Erkrankungen wie zum Beispiel HOCM.

NHN startet Anfang 2027

Professor Dr. Stefan Blankenberg, seines Zeichens Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und Direktor der Herzklinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, nutzte den Bild-Herzgipfel derweil für eine konkrete Ankündigung: Anfang nächstens Jahres soll das Nationale Herz-Netz (NHN) an den Start gehen.

Das NHN soll "über alle Krankenhäuser hinweg die Behandlungsdaten und die Auswirkungen der Behandlung von Herzpatienten" systematisch erfassen, wie Blankenberg erklärt. "Wir wissen häufig nicht genau, welche Therapien, Medikamente oder Operationen langfristig für einzelne Patienten am besten wirken."

Durch den Austausch der anonymisierten Daten sollen sich unterschiedlichste Behandlungsansätze optimieren und schlimmstenfalls tödlich verlaufende Herzprobleme reduzieren lassen. Beim Launch zum kommenden Jahresbeginn ist die Datenerhebung zunächst für Berlin, das Ruhrgebiet, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern angedacht.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär machen gemeinsame Sache (Bild: Axel Springer)
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär machen gemeinsame Sache (Bild: Axel Springer)

Während aus Sport und Showgeschäft bekannte Persönlichkeiten wie Gerald Asamoah oder Johannes B. Kerner eigene Erfahrungen zum Thema Herzgesundheit teilten, war die Politik etwa durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär vertreten.

"Daten sind ein Schatz"

Beide warben in Berlin für "eine gemeinsame Offensive zur Stärkung der Herzgesundheit in Deutschland", die ebenfalls stark auf die Unterstützung datengetriebener Ansätze bauen soll.

"Daten sind Trumpf, ohne sie kommt die Wissenschaft nicht voran. Gerade bei der künstlichen Intelligenz ist es offensichtlich, dass der Einsatz ohne gute Daten überhaupt nicht funktioniert", kommentiert CSU-Politikerin Dorothee Bär.   

Noch entschlossener befindet CDU-Politikerin Nina Warken: "Daten sind ein Schatz und wir sollten viel mehr dazu hingehen, Daten noch stärker zu nutzen, als sie immer nur wegzusperren. Wir brauchen noch viel stärker den Einsatz von KI, um die Daten auszuwerten, um auch gerade in der Bildgebung noch bessere Ergebnisse zu erzielen."

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