Dreharbeiten starten im Juli
"Beim Griechen" wird verfilmt: Bestseller von Alexandros Stefanidis kommt ins Kino

| Evi Papadopoulou 
| 19.03.2026

Manche Geschichten reichen für mehr als einen Bestseller. Diese beginnt an einem Tresen – und kommt jetzt auf die Kinoleinwand. Der autobiografische Bestseller "Beim Griechen – Wie mein Vater in unserer Taverne Geschichte schrieb" des preisgekrönten Journalisten und Autors Alexandros Stefanidis dient als Vorlage für den Kinofilm.

Die Münchner Produktionsfirma Roxy Film bringt die Familiengeschichte rund um ein griechisches Restaurant in Karlsruhe mit Unterstützung des FilmFernsehFonds Bayern (FFF Bayern), der das Projekt mit 690.000 Euro fördert, sowie der Filmförderungsanstalt (FFA), die weitere 500.000 Euro bereitstellt, ins Kino. Doch der Film erzählt weit darüber hinaus: von Migration, Herkunft und Zugehörigkeit – und davon, wie aus einem Ort der Gastfreundschaft ein Stück Bundesrepublik wurde.

Der Film trägt den Titel "Europa – Beim Griechen" und erzählt das Leben von Christoforos Stefanidis, der Ende der 1960er-Jahre nach Deutschland kam und später das erste griechische Restaurant in Karlsruhe eröffnete. Es ist das Porträt eines Vaters, der vielen Menschen ein Stück Heimat gab – vielleicht, weil er selbst lange nach ihr gesucht hat. Die Geschichte eines außergewöhnlichen Gastwirts – geprägt von einem großen Herzen, reichlich Ouzo und langen Nächten sowie Begegnungen, die bleiben.

Ein Leben, das früh zerbricht

Christoforos Stefanidis ist zwei Jahre alt, als sein Vater von Soldaten der Waffen-SS erschossen wird. Ein Moment, der sich wie ein Bruch durch sein Leben zieht. Er wächst im Waisenhaus Papafi in Thessaloniki auf. Anfang der 1960er-Jahre kommt er nach Deutschland. Er arbeitet bei Bosch in Stuttgart. Seine Frau Maria folgt ihm später nach Deutschland und arbeitet ebenfalls dort – bevor sie gemeinsam ihren eigenen Weg gehen.

1970 eröffnen sie in Karlsruhe "Der Grieche". Was entsteht, ist nicht nur ein Restaurant. Es wird zum Wohnzimmer der Familie. Ein Ort, an dem sich Fremde begegnen und irgendwann nicht mehr fremd sind. Mittendrin: die Familie Stefanidis, deren Geschichte nun auf die Kinoleinwand kommt.

Ein Restaurant als Bühne der Republik

"Der Grieche" liegt in unmittelbarer Nähe zum Bundesgerichtshof und zum Bundesverfassungsgericht. Generalbundesanwalt Siegfried Buback isst hier zu Mittag. In den 1970er-Jahren diskutieren Grüppchen der entstehenden Grünen über Politik und Protest. Petra Kelly trinkt Wein, Joschka Fischer Bier.

Gregor Gysi erzählt nach der Wiedervereinigung Geschichten aus der DDR. Gleichzeitig sitzen Menschen aus dem Rotlichtmilieu neben Professoren, Studierende neben Stammgästen.

"Vom Zuhälter bis zum Bundesanwalt – zu uns kam jeder", erinnert sich Stefanidis. 

Und manchmal endet ein Abend nicht mit einem Streit, sondern mit Mythologie: wenn der Vater den Gästen stundenlang Geschichten aus Griechenland erzählt.

Ein Ort, an dem sich Politik, Alltag und Schicksale kreuzen – und an dem ein Wirt mit Geschichten ganze Abende füllt.

Für die Kinder Jorgos, Ari, Alexandros und Kitsa ist dieser Ort Arbeitsplatz und Zuhause zugleich. Auch die Mutter prägt das Leben im Restaurant entscheidend: Sie steht in der Küche, kocht für die Gäste – und hält die Familie zusammen.

"Unser Wohnzimmer. Einlass frei."

Stefanidis erzählt mit großer Leichtigkeit – und zugleich schonungslos offen – von seiner Familie: von Liebe und Zusammenhalt, aber auch von Konflikten, Spielsucht, Alkohol, Verlust und den Herausforderungen des Lebens zwischen zwei Kulturen.

Ein Anruf und 384 Kommentare

Die Idee einer Verfilmung begleitet das Buch seit vielen Jahren. Produzent Andreas Richter von der Münchner Roxy Film GmbH sicherte sich bereits vor mehr als einem Jahrzehnt die Optionsrechte an "Beim Griechen“.

Ende Oktober 2024 meldete sich Richter erneut bei Stefanidis – diesmal mit einer neuen Drehbuchfassung. 

"Ich weiß noch, wie ich nach den ersten Seiten schnaufte, mich über Szenen ärgerte, aber auch an einigen Stellen die Luft anhielt“, schreibt Stefanidis auf LinkedIn.

Noch am nächsten Morgen schickte er das Drehbuch mit 384 Kommentaren an den Produzenten zurück – verbunden mit einer ungewöhnlichen Frage: „Ich hab zwar so gut wie keine Ahnung, wie man ein Drehbuch schreibt – aber was dagegen, wenn ich diese Ideen einbaue?“

In den folgenden Monaten arbeitete Alexandros Stefanidis gemeinsam mit den Drehbuchautoren Stefan Betz, Christian Lyra und Sebastian Wehlings an der Geschichte weiter.

Das Ergebnis ist die Kinofassung "Europa – Beim Griechen“, deren Dreharbeiten im Juli 2026 beginnen sollen. Parallel zur Produktion läuft derzeit ein Casting für den Film. Gesucht werden Jungen im Alter von drei bis 16 Jahren mit griechischem Familienhintergrund, Schauspielerfahrung ist nicht erforderlich.

Der Drehbeginn ist für den 13. Juli 2026 geplant. Insgesamt sind 42 Drehtage vorgesehen. Gedreht wird in Deutschland und Griechenland.

Was bleibt

Christoforos Stefanidis ist nicht mehr am Leben.
Was bleibt, ist seine Geschichte.
Jetzt wird sie neu erzählt – auf der Leinwand.

Über den Autor

Alexandros Stefanidis, Jahrgang 1975, ist Bestsellerautor, Journalist und Chefredakteur. Er wurde in Karlsruhe geboren und studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Soziologie in Heidelberg, Thessaloniki und Toronto, bevor er die Deutsche Journalistenschule in München absolvierte.

Er arbeitete unter anderem für Die Zeit, Stern und das Süddeutsche Zeitung Magazin, wo er viele Jahre als Redakteur tätig war und die Interviewreihe "Sagen Sie jetzt nichts“ verantwortete.

Stefanidis veröffentlichte mehrere Bücher, darunter den Bestseller „Beim Griechen – Wie mein Vater in unserer Taverne Geschichte schrieb“ sowie „Wie geht’s den Jungs vom Gottesacker? – Meine unorthodoxe Jugend im katholischen Internat“.

Für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem CNN Journalist Award, dem Deutschen Reporterpreis und dem Richard-von-Weizsäcker-Journalistenpreis.

Später wechselte er in die Medienbranche und war in leitenden Funktionen bei der Looping Group tätig, zuletzt als Chefredakteur des Lifestyle-Magazins "Monsieur“.

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Über den Autor

Alexandros Stefanidis, Jahrgang 1975, ist Bestsellerautor, Journalist und Chefredakteur. Er wurde in Karlsruhe geboren und studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Soziologie in Heidelberg, Thessaloniki und Toronto, bevor er die Deutsche Journalistenschule in München absolvierte.

Er arbeitete unter anderem für Die Zeit, Stern und das Süddeutsche Zeitung Magazin, wo er viele Jahre als Redakteur tätig war und die Interviewreihe "Sagen Sie jetzt nichts“ verantwortete.

Stefanidis veröffentlichte mehrere Bücher, darunter den Bestseller „Beim Griechen – Wie mein Vater in unserer Taverne Geschichte schrieb“ sowie „Wie geht’s den Jungs vom Gottesacker? – Meine unorthodoxe Jugend im katholischen Internat“.

Für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem CNN Journalist Award, dem Deutschen Reporterpreis und dem Richard-von-Weizsäcker-Journalistenpreis.

Später wechselte er in die Medienbranche und war in leitenden Funktionen bei der Looping Group tätig, zuletzt als Chefredakteur des Lifestyle-Magazins "Monsieur“.

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