Feed-Update für Milliarden-User
Instagram macht Reels-Algorithmus endlich steuerbar

Instagram führt ein globales Feature ein, das es Nutzer:innen ermöglicht, den Reels-Algorithmus erstmals aktiv zu beeinflussen. Die neue Transparenzfunktion erlaubt es, Interessen zu analysieren, Inhalte zu priorisieren und den Feed gezielt zu steuern – und eröffnet damit neue Möglichkeiten für Creator, Markenführung und digitale Kommunikationsstrategien.

Meta bringt frischen Wind in die algorithmisch gesteuerten Reels-Feeds von Instagram. Ab sofort können Nutzer:innen ihre Interessen aktiv verwalten, bestimmen, welche Inhalte sie mehr oder weniger sehen wollen, und so den Algorithmus gezielt anpassen. Was zunächst wie ein kleines UI-Update wirkt, könnte sich zum Gamechanger für Content-Distribution und Nutzerbindung entwickeln – sowohl auf Konsument:innen- als auch auf Unternehmensseite.

So funktioniert die Steuerung des Reels-Feeds

Im Zentrum der neuen Funktion steht ein Symbol mit zwei Linien und Herzen, das ab sofort im Reels-Tab sichtbar ist. Ein Fingertipp genügt – und Nutzer:innen erhalten erstmals einen detaillierten Überblick über die Themen, die Instagram auf Basis ihrer bisherigen Nutzung als relevant einstuft.

Dabei bleibt es nicht bei der reinen Einsicht: Die Interessen können direkt bearbeitet werden. Wer mehr Reels zu bestimmten Themen sehen möchte, markiert diese entsprechend. Unerwünschte Inhalte lassen sich gezielt zurückstufen. Die vorgenommenen Anpassungen beeinflussen den Algorithmus unmittelbar – was sich bereits beim nächsten Öffnen des Reels-Tabs bemerkbar macht.

Diese Funktionen sind derzeit bereits aktiv und stehen allen Nutzer:innen zur Verfügung:

  • Top-Interessen anzeigen lassen: Die prominentesten Themen werden oben aufgelistet – ein transparenter Blick in die eigene algorithmische Persona.

  • Interessen priorisieren: Lieblingskategorien können markiert werden, um häufiger passende Reels zu erhalten.

  • Uninteressante Themen reduzieren: Unpassende Inhalte lassen sich aktiv abwählen, um den Feed gezielt zu „entmüllen“.

  • Interessen teilen: Nutzer:innen können ihre Themen-Übersicht via Story veröffentlichen – als Gesprächsaufhänger, zur Inspiration oder zum Community-Building.

  • Dynamische Updates: Die KI passt sich in Echtzeit an – User sehen schon kurz nach der Änderung spürbare Auswirkungen im Feed.

Diese Funktionen sind aktuell im Reels-Tab integriert und sollen laut Meta bald auch in weiteren Instagram-Bereichen wie Explore oder dem Hauptfeed ausgerollt werden.

Was bedeutet das für Unternehmen und Creator?

Mit dem neuen Feature stellt Meta die Weichen für eine deutlich nutzerzentriertere Content-Erfahrung – und verändert damit die Spielregeln für alle, die auf Instagram kommunizieren. Marken, Agenturen, Publisher und Influencer:innen müssen ihre Inhalte künftig noch stärker auf Relevanz, Authentizität und Zielgruppenpassung ausrichten.

Konkret ergeben sich folgende Auswirkungen:

  • Relevanz schlägt Reichweite: Wer Inhalte produziert, die nicht als relevant empfunden werden, läuft Gefahr, „herausgefiltert“ zu werden.

  • Mehr Wettbewerb um Aufmerksamkeit: User:innen steuern aktiv, was sie sehen – Unternehmen müssen inhaltlich mehr überzeugen, nicht nur visuell auffallen.

  • Qualität wird entscheidender Faktor: Hochwertige, personalisierte und datenbasierte Inhalte werden im Feed bevorzugt – Engagement allein reicht nicht mehr.

  • Zielgruppenwissen wird zur Pflicht: Nur wer seine Community wirklich kennt, kann Inhalte anbieten, die im priorisierten Feed bestehen.

  • Storytelling wird interaktiver: Wenn User:innen ihre Interessen teilen, entstehen authentische Dialogmöglichkeiten für Marken.

Besonders spannend ist das neue Feature auch für Social-Media-Analyst:innen und Community-Manager:innen: Die algorithmisch erfassten Interessen geben wertvolle Hinweise darauf, wie sich Trends, Bedürfnisse und potenzielle Touchpoints innerhalb der Zielgruppen entwickeln – und wie Unternehmen ihre Kommunikationsstrategien feinjustieren können.

Meta setzt auf Nutzerzentrierung und Transparenz

Das Update reiht sich ein in eine Serie von Maßnahmen, mit denen Meta seine Plattformen nutzerfreundlicher und transparenter gestalten will. Die Öffnung des Reels-Algorithmus ist ein symbolträchtiger Schritt in Richtung „Social Control“ – also der Möglichkeit, algorithmisch gesteuerte Plattformen mitzugestalten, statt sie nur passiv zu konsumieren.

Die Funktion wurde zunächst in den USA getestet und wird nun global auf Englisch ausgerollt. Eine Lokalisierung in weitere Sprachen – darunter auch Deutsch – ist laut Meta bereits in Vorbereitung.

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