Rückkehr zum Schuldenabbau
Douglas legt holpriges Börsen-Comeback hin

| Redaktion 
| 21.03.2024

Am Donnerstagmorgen ist Douglas an die Frankfurter Wertpapierbörse zurückgekehrt. Dieser Schritt soll insbesondere den Schuldenabbau unterstützen. In ihren ersten Stunden konnte die Aktie der Parfümeriekette entsprechende Hoffnungen jedoch kaum anfachen.

Douglas wähnt sich im Aufwärtstrend: Der nach eigenen Angaben "führende Omnichannel-Anbieter für Premium-Beauty in Europa" konnte im vergangenen Geschäftsjahr erstmals die Umsatz-Schallmauer von vier Milliarden Euro durchbrechen und in diesem Zusammenhang ein Wachstum von rund zwölf Prozent verzeichnen. Anfang des Monats hat das Unternehmen die Verteilung der eigenen Prospekte außerdem an Media Central, den Marktführer in der unadressierten Haushaltswerbung, übergeben.

Größter Meilenstein der jüngeren Vergangenheit ist jedoch der heute offiziell erfolgte Börsengang, der dem ersten Anschein nach eher holprig verläuft. Seit Mittwochmorgen notiert die Douglas AG im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse, wobei der Preis einer Aktie anfangs bei 25,50 Euro lag.

Damit unterschritt er den Ausgabepreis von 26 Euro bereits, der wiederum am tiefen Ende der Emissionsspanne (bis 30 Euro) angesiedelt war. Zwischenzeitlich sanken die Papiere am Vormittag auf bis zu 23,43 Euro. Der aktuelle Stand der Aktie kann hier mitverfolgt werden.

Schuldenabbau statt Wachstum im Fokus

Der eingangs erwähnte Rekordumsatz aus dem letzten Geschäftsjahr war ein wichtiges Zeichen für den auf Parfümerie spezialisierten Konzern, der enorm unter den Corona-bedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelitten hat – wir erinnern uns alle, dass ein möglichst rausgeputztes Erscheinungsbild mit angenehmer Duftnote in Zeiten monatelanger Lockdowns keineswegs oberste Priorität genoss.

Aufgrund dessen war Douglas zu umfassenden Umstellungen gezwungen, die neben Filialschließungen auch einen verstärkten Fokus auf das Online-Geschäft mit sich brachten. "Der Umbau und die Pandemie - das war alles sehr teuer. Das wurde alles mit Fremdkapital, also mit Schulden finanziert. Und diese Schulden sind durch die gestiegenen Zinsen sehr teuer geworden", wie der von der Tagesschau befragte Fachmann Jochen Stanzl von CMC-Markets erklärt.

Die Summe der angelaufenen Schulden soll sich auf bis zu drei Milliarden Euro belaufen. Durch die Donnerstag erfolgte Rückkehr – bis 2013 war Douglas unter anderer Führung schon einmal als MDax-Mitglied vertreten – soll ihr Abbau unterstützt werden. Dazu wurden knapp 32 Prozent des Unternehmens an die Börse gebracht; der Finanzinvestor CVC und die Familie Kreke halten nach wie vor überwiegende Anteile.

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