Wohnungsbau: Krise erreicht neuen Höchststand

| Redaktion 
| 12.09.2023

Die Wohnungsbaukrise in Deutschland verschärft sich weiter, und im August erreichte die Stornierungswelle einen neuen Höchststand, wie aus den Ergebnissen der ifo Konjunkturumfrage vom 12. September 2023 hervorgeht.

Rekordzahl an Projektabbrüchen

In diesem Monat gaben 20,7 Prozent der befragten Baufirmen an, dass Projekte abgesagt wurden, im Vergleich zu 18,9 Prozent im Vormonat. Klaus Wohlrabe, der Leiter der ifo Umfragen, kommentiert diese Entwicklung besorgt: "Die Stornierungen im Wohnungsbau erreichen einen historischen Höchststand. Seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1991 haben wir noch nie eine vergleichbare Situation erlebt. Die Verunsicherung auf dem Markt ist enorm."

Auftragsmangel und Finanzierungsprobleme

Infolgedessen geraten immer mehr Baufirmen in Schwierigkeiten. Obwohl einige Unternehmen noch Aufträge in ihren Büchern haben, melden bereits 44,2% der befragten Teilnehmer einen Mangel an neuen Aufträgen, im Juli waren es noch 40,3%. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag dieser Anteil nur bei 13,8%. Wohlrabe betont: "Einige Firmen stehen bereits kurz vor der Insolvenz. Aktuell geben 11,9% der Unternehmen im Wohnungsbau an, Finanzierungsprobleme zu haben. Dies ist der höchste Wert seit über 30 Jahren."

Die Aussichten für die nächsten sechs Monate sind ebenfalls düster, da die Geschäftserwartungen mit -60,1 Punkten auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau liegen.

www.ifo.de

Kommentar schreiben

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV